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FC Bayern: Joshua Kimmich möchte als Führungsspieler alle Titel holen
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Publiziert 17/12/2019 um 17:23 GMT+1 Uhr
Joshua Kimmich ist mit 24 Jahren bereits unumstrittener Führungsspieler und Leistungsträger beim FC Bayern München. Was ihm noch fehlt, ist ein großer Titel. Der Mittelfeldakteur ist hungrig auf Erfolge, möchte im Verein und mit der Nationalmannschaft alles gewinnen. Dabei nimmt er auch kein Blatt vor den Mund, kritisiert gerne mal den eigenen Verein und seine Mitspieler.
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Joshua Kimmich war unzufrieden. Mit dem Zwischenstand, mit dem Spiel und mit Jérôme Boateng. In der ersten Halbzeit beim Bundesliga-Spiel des FC Bayern gegen Werder Bremen vernaschte Milot Rashica Boateng gleich zweimal - und traf zum 1:0 für die Norddeutschen.
Kimmich äußerte seinen Frust, stand plötzlich Kopf-an-Kopf mit dem 16 Zentimeter größeren Weltmeister Boateng und geigte ihm die Meinung. Bayern-Trainer Hansi Flick spielte die Szene nach der Partie runter: "Wir spielen Fußball. Da gibt es Emotionen. Das kann so passieren."
Worum es bei dem Disput ging, wollte der Coach nicht verraten. Doch Mitspieler David Alaba musste eingreifen, um die beiden Streithähne zu trennen. Kimmich gab zu der Szene keinen Kommentar und Boateng sagte der "AZ“ nur: "Da gibt es nix groß zu sagen.“
Abgehakt, könnte man meinen. Doch dieser Disput auf dem Platz steht symbolisch für den Fußballspieler Joshua Kimmich. Der 24-Jährige ist bereits in seinem fünften Jahr an der Säbener Straße, absolvierte seit seinem Wechsel von RB Leipzig 195 Pflichtspiele für die Münchner. Er wurde in dieser Zeit viermal Deutscher Meister und zweimal Pokalsieger. Doch Kimmich will mehr.
Kimmich möchte alle großen Titel holen
Während die Verantwortlichen des FC Bayern nach der siebten deutschen Meisterschaft in Folge und den Abgängen der Vereins-Ikonen Franck Ribéry (AC Florenz) und Arjen Robben (Karriereende) im vergangenen Sommer die Saison 2019/20 als Übergangsjahr sehen, hat Kimmich große Ziele. Er möchte im EM-Jahr alle Titel mit den Bayern holen, um selbstbewusst in die Euro zu starten. Kimmich sagte vor ein paar Jahren über sich selbst: "Ich bin ein 100-Prozent-Mensch."
Der Champions-League-Titel fehlt ihm noch im Verein, in der Nationalelf hat er bislang nur den Confed Cup 2017 gewonnen. Die EM ist nach dem großen Umbruch der deutschen Nationalmannschaft nach der enttäuschenden WM 2018 Kimmichs erste wirkliche Chance auf einen großen Titel - und dabei will er als Anführer auf dem Feld agieren.
Dazu hat sich der 24-Jährige vor allem mit Leistung in Stellung gebracht. Kimmich stand in jedem Liga-Spiel in der Startformation des Meisters, in der Nationalmannschaft absolvierte er seit 2016 48 der vergangenen 52 Partien. "Das ist ein Junge mit top Einstellung, er will jedes Spiel gewinnen und große Titel holen", lobte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic seinen Spieler vor kurzem.
Kimmich kritisiert - und liefert
Kimmich kritisierte wiederholt die Auftritte der Münchner in dieser Saison. So auch nach dem knappen 3:2 der Bayern Ende September in Paderborn: "Wir laufen so ein bisschen unserem Anspruch hinterher.“ Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge forderte daraufhin: "Dann muss er auch große Leistungen liefern, muss die Flagge in die Hand nehmen, nach oben halten - und alle müssen demjenigen hinterher rennen.“ Kimmich antwortete mit einem Tor und einer überragenden Leistung beim 7:2-Coup bei Tottenham Hotspur.
Nach dem Aus von Niko Kovac als Bayern-Coach Anfang November machte Kimmich klar: "Gerade jetzt sind wir Spieler gefordert" und fügte hinzu: "Es gibt für keinen mehr ein Alibi." Kimmich lies seinen Worten erneut Taten folgen, spielte groß auf, die Bayern schossen in der Liga Borussia Dortmund mit 4:0 aus der Allianz Arena.
Der Ehrgeiz von Joshua Kimmich ist bekannt. Sein Ex-Trainer in Leipzig, Alexander Zorniger, sagte im "Doppelpass“ über Kimmichs kritische Statements in der Öffentlichkeit: "Er macht das, weil er es einfach hasst, Spiele zu verlieren.“
So auch bei der 1:2-Niederlage in Gladbach, nach der betonte: "Das ärgert mich unendlich. Ich könnte durchdrehen." Diese Besessenheit und die Klarheit seiner Kritiken sind auch Nationalmannschaftskollege Julian Brandt aufgefallen, der über Kimmich sagte, er lege sich "mit jedem an. Er hat die Erwartung, dass jeder Spieler wie er sein soll."
Lahm als Kimmich-Vorbild
Kimmich polarisiert, eckt gerne mal an, überzeugt aber stets mit seinen fußballerischen Fähigkeiten. Damit erinnert er stark an Philipp Lahm. Der ehemalige Bayern-Kapitän war wie Kimmich über Jahre absoluter Leistungsträger, aber eben auch ein Mahner. Wie Lahm nimmt auch Kimmich kein Blatt vor dem Mund, wenn ihm etwas aufstößt.
Lahm hat es zum unumstrittenen Bayern-Anführer geschafft. Da will Kimmich auch hin. In der internen Münchner Hierarchie ist er sich durch seine Konstanz weit nach oben geklettert. Hinter Kapitän Manuel Neuer, Bayern-Urgestein Thomas Müller und Torjäger Robert Lewandowski gilt Kimmich als Sprachrohr innerhalb der Mannschaft und zukünftiger Kapitän.
FC Bayern sieht in Kimmich die Zukunft
Auch im europäischen Ausland wird die Entwicklung von Kimmich genau beobachtet. Der FC Barcelona soll laut dem spanischen Portal "Mundo Deportivo“ hinter dem Nationalspieler her sein. Die Katalanen sollen Kimmich als Königstransfer für den Sommer ausgerufen haben. Doch die Bayern sehen Kimmich als ihr Gesicht für die Zukunft.
Da wird auch von den Bayern-Verantwortlichen darüber weggesehen, dass der 24-Jährige einem gestandenen Spieler wie Jérôme Boateng öffentlich zeigt, was er von dessen Leistung hält. Kimmich darf das. Denn die Bayern-Bosse sind mit ihm zufrieden.
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