FC Bayern | Manuel Neuer setzt in Vertragsverhandlungen voll auf die Karte Oliver Kahn

Die Vertragsverhandlungen mit dem FC Bayern stocken. Auch weil Manuel Neuer hohe Forderungen stellt. Von fünf Jahren Vertragslaufzeit und rund 20 Millionen Euro Gehalt ist die Rede. Der Torhüter setzt in den Gesprächen offenbar voll auf die Karte Oliver Kahn. Das neue Vorstandsmitglied weiß, welch negative Folgen ein schlecht vorbereiteter Abschied der Nummer 1 haben könnte und soll gegensteuern.

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Im Sommer 2008 beendete Oliver Kahn seine beeindruckende Karriere.
Bevor sich der "Titan" fußballerisch zur Ruhe setzte, hatte er 14 Jahre lang das Tor des FC Bayern gehütet. Die folgenden drei Spielzeiten waren in Sachen Torhüter keine besonders ruhmreichen in der langen Vereinsgeschichte des deutschen Rekordmeisters.
Michael Rensing - zuvor mit großem Tamtam zum Nachfolger für Kahn hochstilisiert - scheiterte an den überdimensionalen Erwartungen und verlor den Status der Bayern-Eins bald darauf an den im Jahr 2009 schon 34-Jährigen Hans-Jörg Butt. Wenig später scheiterte auch der Versuch mit Thomas Kraft zwischen den Münchner Pfosten.
Erst mit der Verpflichtung von Manuel Neuer im Jahr 2011 kehrte wieder Ruhe und Beständigkeit ein.

Diskussionen über neuen Vertrag für Manuel Neuer

Zwar wurde der FC Bayern auch in den drei Jahren zwischen der Kahn- und Neuer-Ära einmal Deutscher Meister, die Mannschaft wirkte aber nicht eben stabil und unangreifbar. Eine absolute Spitzenmannschaft braucht einen Weltklassemann zwischen den Pfosten. Seit Neuer da ist, wurden die Bayern sieben Mal Meister und einmal Zweiter.
Nun diskutiert man an der Säbener Straße erneut über die eigene Keeper-Zukunft.
Neuer ist inzwischen 34 Jahre alt, gehört aber weiterhin zur unangefochtenen Crème de la Crème weltweit und würde gern langfristig verlängern. Kahn sitzt neuerdings im Bayern-Vorstand, lenkt die Geschicke des Vereins (mit) und weiß um die Wichtigkeit einer Galionsfigur im eigenen Kasten.
Einen potenziellen Nachfolger für den alternden Stammtorwart hat man in Alexander Nübel allerdings trotzdem bereits verpflichtet.
Vielleicht aber hat man beim Transfers des Schalke-Torwarts etwas zu früh Nägel mit Köpfen gemacht. Denn zum einen wehrt sich Neuer seit Bekanntwerden des Wechsels gegen den Eindruck, er wolle in Zukunft zugunsten des jungen Herausforderers auf Spiele verzichten.
Zum anderen präsentierte sich Nübel - kaum war sein Vertrag an der Isar unterschrieben - als durchaus fehleranfällig und verlor seinen Stammplatz bei S04. Der 23-Jährige scheint derzeit noch eher Rensing zu sein als Neuer. Der FC Bayern wird auch deshalb nur äußerst ungern schon in naher Zukunft ganz auf den Neuen setzen.
Man braucht Neuer also.

Maier findet deutliche Worte

Hinzu kommt, Kahn - der neue starke Mann - wird gerade auf seiner Parade-Position für einen sauberen Übergang sorgen wollen. Um keinen überstürzten Abgang Neuers zu riskieren, wird er für klare Verhältnisse sorgen und dem vierfachen Welttorhüter Raum geben müssen.
Diesen wird der Nationaltorhüter dann höchstwahrscheinlich auch in Form eines verbesserten Vertragsangebots bekommen. Am Verhandlungstisch sitzen der 34-Jährige und seine Berater gerade also in der besseren Position - und vertrauen darauf, dass sie mit ihren Forderungen bei Kahn auf offene Ohren treffen.
"Sollten sie Manuel Neuer gehen lassen, würden die Bayern das in den nächsten Jahren ganz schön bereuen", orakelt auch Torhüter-Legende Sepp Maier in der "AZ". Dann wird der 76-Jährige noch eine Spur deutlicher:

Kahn lobt Neuer

Kahn selbst positionierte sich jüngst schon eher im #TeamNeuer. "Generell können Torhüter, wie ich ja auch selbst gezeigt habe, natürlich bis ins hohe Alter spielen", sagte er.
Dann sei es "aber schon eine große Herausforderung, das hohe Niveau zu halten." Neuer traut er das zu. Im Weltmeister von 2014 sieht der 50-Jährige eine "Identifikationsfigur des Klubs, die für Erfolg und Kontinuität steht".
Auch deshalb gab Kahn Neuer schon im vergangenen Januar ein Nummer-eins-Versprechen und stellte klar, dass Nübel bereit dazu sei, sich hintenanzustellen. Nun soll der "Titan" die übrigen Bayern-Granden Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic von der Notwendigkeit eines langfristigen Neuer-Verbleibs zu verbesserten Konditionen überzeugen und die verhärteten Fronten im Vertragspoker aufweichen.
So jedenfalls der Plan der Neuer-Seite. Ob er aufgeht, wird sich zeigen.
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