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Exklusiv | Diese Schwächen will Bayern-Star Tolisso abstellen

Exklusiv | Diese Schwächen will Bayern-Star Tolisso abstellen

11/10/2019 um 07:18Aktualisiert 11/10/2019 um 10:33

Corentin Tolisso ist nach seiner schweren Kreuzbandverletzung vom September 2018 auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Dass er diese noch nicht erreicht hat, gibt er bescheiden und selbstkritisch im Exklusiv-Interview mit Eurosport zu. Seine Ziele für diese Saison sind hochgesteckt. Vor allem in einem Bereich will sich der einstige Rekordtransfer der Münchner verbessern.

Corentin Tolisso weiß mit seinen 25 Jahren ganz genau, dass im Profisport nichts selbstverständlich ist. Vor allem dann nicht, wenn man es mit schweren Verletzungen zu tun hat.

In der vergangenen Spielzeit zog sich Tolisso eine solche zu. In der 42. Minute des Heimspiels gegen Bayer Leverkusen riss sich der Franzose das Kreuzband - die Saison war nach insgesamt nur 77 Pflichtspielminuten gelaufen.

Tolisso selbstkritisch: "Im Angriff fehlt mir noch etwas"

"Wenn man eine so schwere Verletzung durchmacht, ist Kampfgeist gefragt", erklärt Tolisso, der genau diesen Kampfgeist in der Rehaphase zeigte, exklusiv bei Eurosport. Mittlerweile ist das Schlimmste überstanden, Tolisso steht wieder auf dem Rasen. In vier der sieben Bundesligaspiele der laufenden Saison stand er in der Startelf.

Ein Grund, die Füße hochzulegen, sei das aber noch lange nicht:

"Wenn ich mich in die Angriffe einschalte, wenn ich entscheidende Pässe spielen will, fehlt mir noch etwas."

Seit seiner Verletzung habe er für den FC Bayern schon viele Spiele gemacht und es zurück in die Nationalmannschaft geschafft. Er sei zufrieden, aber: "Der Corentin vor meiner Verletzung war noch besser als der heute."

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Tolisso will sich mit Toren Last nehmen

"Ich bin glücklich, weil es meine ersten beiden Torvorlagen in dieser Saison waren. Jetzt muss ich daran anknüpfen, denn ich will beim FC Bayern öfter solche entscheidenden Aktionen zeigen."
Corentin Tolisso (rechts) im Zweikampf mit Tottenhams Dele Alli

Corentin Tolisso (rechts) im Zweikampf mit Tottenhams Dele AlliGetty Images

Damit meint er nicht nur den finalen Pass:

"Seit meinem Comeback habe ich nicht getroffen und daran denke ich oft, denn ich schieße gerne Tore. Ich will unbedingt treffen, um mir diese Last zu nehmen - das würde mich befreien."

Pogba und Kanté in der Nationalmannschaft gesetzt

Doch Tolisso ist gleichzeitig ehrgeizig und selbstkritisch, seine beiden Assists überstrahlen den Fehler, mit dem er das 0:1 einleitete, keineswegs: "Ich habe einen Fehler gemacht - und mir dann gesagt: 'Ok, das ist passiert, jetzt musst du versuchen, für entscheidende Aktionen zu sorgen.'"

Genau wie beim FC Bayern will Tolisso auch in der Nationalmannschaft wieder angreifen. Im Kader des Weltmeisters steht er schon mal wieder, allerdings weiß er auch, dass er sich in der Hierarchie hinter Größen wie N’Golo Kanté und Paul Pogba einreihen muss. "Beide gehören zu den besten Mittelfeldspielern der Welt. Da heißt es arbeiten - wir sind 23 Nationalspieler und es gibt nur elf Plätze auf dem Rasen", gibt sich Tolisso kämpferisch. Eine Grundtugend für den Bayern-Spieler:

"Ganz egal wer vor dir ist: Das Ziel ist, seinen Platz zu erobern. So ist das einfach im Fußball, ob bei den Bayern oder den "Bleus". Ich will spielen - und auch wenn da mit Paul (Pogba, Anm. d. Red.) und N'Golo (Kanté, Anm. d. Red.) zwei herausragende Mittelfeldspieler sind, versuche ich alles, um an ihrer Stelle zu spielen."

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Überangebot im Mittelfeld des FC Bayern

Beim FC Bayern ist die Konkurrenzsituation nach dem Transfer von Philippe Coutinho nicht einfacher geworden. Im eigentlich von Niko Kovac präferierten 4-3-3-System mit zwei Achtern hätte es gleich zwei Plätze für Tolisso gegeben. Doch nachdem der vom FC Barcelona ausgeliehene Brasilianer die Zehnerposition besetzt und Kovac dafür auf 4-2-3-1 umstellte, wird es enger auf der Doppelsechs. Mit Thiago, Leon Goretzka, Javi Martínez und mit Abstrichen auch Joshua Kimmich, streiten sich fünf Spieler um zwei Positionen im zentralen Mittelfeld.

Tolisso könnte also auch als einer der Verlierer des Coutinho-Transfers bezeichnet werden. Rein statistisch ist er das aber nicht, den Kovac lässt ihn regelmäßig ran. Ein gutes Zeichen für jemanden, der sich noch lange nicht auf seinem Topniveau sieht.

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