FC Bayern München | Darum steht der Transfer von Leroy Sané auf der Kippe
Es galt lange Zeit als ausgemacht, dass der FC Bayern München und Leroy Sané gemeinsame Sache machen. Die Frage war nur, ab wann und zu welchem Preis? Nun allerdings mehren sich die Anzeichen, dass es vielleicht doch nichts wird mit dem Transfer des 24-Jährigen von Manchester City zum deutschen Rekordmeister. Überraschenderweise soll das laut "kicker" in erster Linie am FC Bayern liegen.
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Von Karl-Heinz Rummenigge ist im Hinblick auf große Transfers der schöne Satz überliefert, dass man beim FC Bayern "keine verrückten Dinge veranstalten und sich auch von der Öffentlichkeit nicht in etwas hineinjagen lassen" werde. Nur: Eine Verpflichtung von Leroy Sané wäre genau das, ein verrücktes Ding.
An der sportlichen Klasse des Nationalspielers gibt es keine Zweifel, das ist es nicht, was die Bayern offenbar zögern lässt. Es sind drei andere Faktoren im Spiel, die den Transfer zum Risiko machen.
Wird Sané zum Rekord-Transfer?
Zum einen ist da die monströse Ablöse für den Linksaußen, dessen Vertrag in Manchester am 30. Juni 2021 ausläuft. Die im vergangenen Sommer vom englischen "Daily Telegraph" kolportierte Summe von 149 Millionen Euro wurde dem Vernehmen nach zwar nach unten korrigiert, 95 bis 100 Millionen Euro müssten die Münchner aber schon locker machen.
Es wäre der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte - und das in Zeiten der Corona-Krise, in der selbst der FC Bayern seine Finanzen mit Argusaugen im Blick behalten muss.
Darüber hinaus ist völlig unklar, in welcher Verfassung Sané an der Säbener Straße anfangen würde. Der Manchester-Star zog sich im vergangenen August einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu und fiel danach 208 Tage lange aus. Am 28. Februar klappte es dann mit dem Comeback - vorerst aber nur in der U23 von City und auch nur über 57 Minuten.
Dennoch war Sané nach dem 4:2-Erfolg in der Premier League 2 gegen Arsenal überglücklich. "Ich habe Selbstvertrauen gewonnen und hatte keine Probleme", berichtete der Flügelflitzer.
Es liegt freilich noch ein weiter Weg vor dem 24-Jährigen, ehe er auf höchstem Level wieder angreifen kann. Das gab Sané unumwunden zu:
Er müsse sich erst wieder "an das Tempo gewöhnen, denn wenn du so lange raus warst wie ich, dauert es eben seine Zeit". So verständlich und richtig die Aussage ist, so unkalkulierbar macht sie die Situation für den FC Bayern.
Sané irritiert den FC Bayern
Für zusätzliche Irritationen sorgte Sané bei seinem potenziellen neuen Arbeitgeber auf der Verhandlungsebene. Der gebürtige Essener wechselte im Januar von der Berater-Agentur DB Ventures Limited zu LIAN Sports.
Daraufhin zog er nach Informationen des "kicker" seine zweimalige Zusage an den FC Bayern zurück, um neu zu verhandeln. Das kam nicht gut an in München, wo man erhöhten Wert darauf legt, dass sich die Spieler in erster Linie mit dem Klub identifizieren und nicht mit den finanziellen Vorzügen.
Die Gesamtgemengelage in der Causa Sané hat derweil zur Folge, dass die Personalie Timo Werner wieder in den Fokus rückt. Der Angreifer spielt eine überragende Saison bei RB Leipzig, glänzte in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League gleichermaßen. 27 Tore und 12 Assists sammelte der 24-Jährige in 36 Pflichtspielen an - eine Bilanz der Extraklasse.
Werner plötzlich wieder voll im Fokus
Es ist wohl ohnehin nur auf unterschiedliche Sichtweisen im Verein zurück zuführen, dass der Stürmer nicht schon längst das Trikot des Rekordmeisters trägt. Vor dieser Saison stand das Thema Werner auf der Agenda, da aber sowohl der damalige Trainer Niko Kovac als auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic nicht überzeugt waren, wurde das Projekt auf Eis gelegt.
Der aktuelle Chefcoach Hansi Flick sieht in Werner dagegen eine exzellente Verstärkung für seinen Kader - wenn es denn der seine bleibt, denn der Vertrag des 55-Jährigen läuft am 30. Juni aus, zu einer Verlängerung können sich beide Parteien noch immer nicht durchringen.
Werner ist in Leipzig noch bis 2023 gebunden, soll in seinem Arbeitspapier aber eine Ausstiegsklausel von 55 bis 60 Millionen Euro verankert haben. Bei einem Wechsel in diesem Sommer müsste diese, so heißt es, bis spätestens 30. April aktiviert werden. Gut möglich also, dass es nun schnell geht mit dem FCB und Werner - und es sieht auch nicht so aus, als ob sich die Bayern da auf ein verrücktes Ding einlassen würden.
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