FC Bayern mit Leroy Sané auf dem Weg zu einem Münchner DFB-Block
Beim FC Bayern haben sie seit jeher einen Traum: einen starken Münchner Block in der deutschen Nationalmannschaft. In der Weltmeistermannschaft von 2014 waren gleich acht Spieler des Rekordmeisters vertreten. Eine Marke, an die man sich mit dem Transfer von Leroy Sané weiter annähert. Auch deswegen ist Hansi Flick jetzt wieder erster Mitarbeiter von Bundestrainer Jogi Löw. Eine Win-Win-Situation.
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Vom "FC Bayern Deutschland" sprach man rund um die Jahrtausendwende und auch zum Ende der Ära von Jupp Heynckes im Sommer 2013. Damals übergab Triple-Coach Heynckes seinem Nachfolger Pep Guardiola eine Mannschaft mit acht Stammspielern der deutschen Nationalmannschaft.
Ein Jahr später wurde Bundestrainer Joachim Löw mit sechs Münchnern in der Startelf Weltmeister. Siegtorschütze Mario Götze, damals ebenfalls in München unter Vertrag, wurde in der 88. Minute für Miroslav Klose (ehemals FC Bayern) eingewechselt und erzielte in der 113. Minute den goldenen Treffer zum 1:0 gegen Argentinien.
Die besten deutschen Spieler beim besten deutschen Verein
Es ist kein Geheimnis, dass sich der Rekordmeister seit jeher besonders um deutsche Topspieler bemüht. Die besten deutschen Spieler sollen beim besten deutschen Verein spielen. Das ist mehr als nur ein immer wieder aufflackernder Traum der Verantwortlichen, es ist ein Stück Vereins-Philosophie.
Als Gesicht dieser Philosophie stand lange Zeit Uli Hoeneß, der sie nicht selten auch nach außen trug.
"Beim tollen 3:2 im Länderspiel in den Niederlanden standen fünf Bayern-Spieler in der Startelf, darunter nur der ältere Manuel Neuer sowie vier Junge: Joshua Kimmich, Niklas Süle, Leon Goretzka und Serge Gnabry, alle Jahrgang 1995. Kein anderer Verein stellte mehr als einen Spieler", sagte Hoeneß noch im März 2019, nachdem das DFB-Team in der Amsterdam Arena gewann.
Hoeneß schob etwas süffisant hinterher: "Beim DFB in Frankfurt sollten sie einige Kerzen aufstellen, dass der FC Bayern für neue Erfolge genug Spieler parat hat."
Ob nun wirklich Kerzen angezündet wurden, darf bezweifelt werden - dass der DFB-Führung die jüngsten personellen Entwicklungen beim FC Bayern gefallen, ist jedoch wahrscheinlich.
FC Bayern: Flick jetzt wieder erster Mitarbeiter von Löw
Durch die Verpflichtung von Sané wächst die Armada an deutschen Nationalspielern beim FC Bayern auf nun sechs Spieler an - natürlich allesamt Stammspieler. Damit dürfte dem Bundestrainer auch die Entscheidung, welches Bundesligaspiel sich besonders für einen Besuch am Wochenende lohnt, deutlich leichter gemacht werden.
"Man darf nicht vergessen, dass er (Sané; Anm. d. Red.) ein deutscher und höchst attraktiver Nationalspieler ist. Unser Anspruch beim FC Bayern war immer, die besten deutschen Spieler bei uns zu haben", macht auch Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge bei "Sport 1" nach dem Sané-Deal noch einmal deutlich.
Bedenkt man, dass mit Niklas Süle (Jahrgang 1995, Vertrag bis 2022), Joshua Kimmich (Jahrgang 1995, Vertrag bis 2023), Leon Goretzka (Jahrgang 1995, Vertrag bis 2022), Serge Gnabry (Jahrgang 1995, Vertrag bis 2023) und Sané (Jahrgang 1996, Vertrag bis 2025) fünf dieser Spieler annähernd gleich alt sind, alle langfristige Verträge beim Rekordmeister besitzen und sich damit bestens einspielen können, wird der Mehrwert dieser deutschen Achse für das DFB-Team noch deutlicher. Eine Win-Win-Situation für den FCB und die Nationalmannschaft.
Man könnte fast sagen, Hansi Flick und Löw arbeiten ab der kommenden Saison wieder zusammen - wie in guten alten und vor allem erfolgreichen Zeiten.
Havertz: Der Bayern-Traum lebt
Spinnt man die FC-Bayern-Deutschland-Pläne weiter, kommt man an einem Namen aktuell nicht vorbei. Kai Havertz (Jahrgang 1999) von Bayer 04 Leverkusen gilt als wohl größtes deutsches Nachwuchstalent. In der Zukunft ist ihm auch eine große Rolle in der Nationalmannschaft zuzutrauen. Natürlich ist ein solcher Spieler höchst interessant für den FC Bayern.
"Es gibt weniger Trainer, die etwas dagegen hätten, wenn er in ihren Mannschaften spielen würde, da gehöre ich auch dazu", hatte Flick vor einigen Wochen gesagt. Damals glaubte man in München aber auch noch fest an eine Vertragsverlängerung von Mittelfeldstar Thiago.
Mittlerweile hat sich der Wind etwas gedreht. Thiago steht übereinstimmenden Medienberichten zufolge vor einem Wechsel zum FC Liverpool, der frisches Geld - der "Kicker" berichtet von 60-80 Millionen Euro - in die Kassen spülen würde. Zudem wäre ein weiterer Platz im Mittelfeld für einen der vielversprechendsten deutschen Spieler frei.
Drüber nachdenken würden die Münchner sicher, auch wenn die Konkurrenz bei Havertz gewaltig sein dürfte.
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