FC Bayern | Fiete Arp, Joshua Zirkzee und Lucas Hernández fehlt der Feinschliff

Das Trainingslager des FC Bayern München in Doha ist beendet. Die Intensität war hoch, Trainer Hansi Flick bat phasenweise drei Mal pro Tag zur Einheit. Das hatte zuletzt Triple-Trainer Jupp Heynckes gewagt. Phasenweise war das Tempo jedoch etwas zu hoch für dieses Quartett. Diese vier Spieler müssen sich steigern, um künftig eine ernsthafte Alternative zu werden.

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Aus Doha berichtet Daniel Rathjen
Am Freitagmorgen plagten sich die Spieler des FC Bayern München ein 14. und damit letztes Mal auf dem Rasen von Doha, dann ging es zurück in die Heimat. "Wir sind sehr zufrieden", zog Trainer Hans-Dieter Flick ein positives Fazit, lobte brav die "Top-Bedingungen" im Emirat und den Einsatz der eigenen Spieler: "Die Intensität war bis zum Schluss sehr, sehr hoch."
Seine Profis seien das Trainingslager "sehr konzentriert angegangen", meinte der 54-Jährige, auch wenn das Programm "schon ziemlich tough" gewesen sei. So richtig zufrieden sein konnte Flick jedoch nicht - das hatte er schon durchblicken lassen.
Zudem gibt es noch ein paar Spieler, die Feinschliff brauchen.

Fiete Arp:

Der Neuzugang vom HSV hatte in Doha zumindest einen Grund zum Feiern: Der Stürmer wurde am Montag 20 Jahre alt. Ansonsten war oft zu beobachten, wie stark er nach seiner langen und komplizierten Kahnbein-Verletzung noch Probleme mit dem Tempo hat.
2020 soll für ihn eigentlich alles besser werden, doch Arp muss sich gehörig steigern, damit Flick auf ihn aufmerksam wird. Bei den Trainingseinheiten, die öffentlich waren, glänzte der Youngster nur selten. Zu häufig traf er die falschen Entscheidungen: Laufwege, Abschluss, Technik - Arp fiel im Vergleich mit den anderen Offensivkräften deutlich ab.
Oft wurde er von Teamkollegen ermahnt, zurechtgewiesen, weniger gelobt. Immerhin: Wenn ihm eine Aktion gelang, brach die Emotion aus ihm heraus. Er muss sich selbst pushen. Denn nur wenn er wieder Kraft erlangt, kann er weiter Selbstvertrauen schöpfen.

Joshua Zirkzee:

Mit zwei späten Toren gegen Freiburg und Wolfsburg sicherte der bullige 18-Jährige dem FC Bayern sechs wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft. Es war also spannend, wie er sich im Trainingslager in Doha präsentiert. Unter anderem weil er auch - vorsichtig formuliert - sehr selbstbewusst sein soll.
Daran, dass er großes Potenzial hat, ließ er keinen Zweifel. Er bringt allein durch seine Statur und seinen Drang zum Tor besondere Fähigkeiten mit. Flick wird ihn auch weiterhin als "Joker" bringen, diesen Status hat er sich erarbeitet. Als Dauer-Lösung, beziehungsweise als Vertreter von Robert Lewandowski in der Startelf, kommt er bei den Profis aber noch nicht infrage.
Dazu verhält er sich in manchen Situationen noch zu naiv, was für sein Alter aber auch ganz normal ist und zum Entwicklungsprozess dazu gehört.

Michael Cuisance:

Auch er befindet sich noch in der Entwicklung. Positiv: Von allen hier aufgeführten Spielern war er der auffälligste. Am Ball ist er brillant. Der Franzose hat ein gutes Auge für den Mitspieler und ist robust im Zweikampf. Mit hohem Tempo hat der 20-Jährige keine Probleme. Das wurde in jeder Spielform verdeutlicht. "Gerade im Ballbesitz bringt er enorme Qualitäten mit. Wir versuchen, dass wir ihn dementsprechend aufbauen", sagte Flick über Cuisance.
Was in Doha allerdings ebenso ins Auge stach, dass er schnell mit sich hadert. Flick ist dann bemüht, schnell das Gespräch zu suchen und ihm Verbesserungsvorschläge zu geben. Es ist interessant und ein positives Signal, dass er sich mit ihm beschäftigt.
Einer, der in Doha oft im Team von Cuisance war, was Thomas Müller. Er meint:
Da in einer Rückrunde, in der es um alles geht, aber keine Zeit für Experimente ist, wird Cuisance wohl nicht wesentlich über die Anzahl von zwei Einwechslungen kommen, die es in der Hinrunde waren. Zumal der deutsche Rekordmeister auf seiner Position im defensiven Mittelfeld überhaupt keine Personalsorgen hat.

Lucas Hernández:

Ja, sogar der 80-Millionen-Mann braucht noch Zeit. Vielleicht etwas mehr als erwartet. Die Fuß-OP nach seiner Bänderverletzung im rechten Fuß Ende Oktober war nicht einfach, die Nachsorge erfordert Vorsicht. "Es wird besser", berichtete Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt am Rande des Trainingslagers zwar, dennoch konnte Hernández keine Einheit mit der Mannschaft absolvieren.
Bei den athletischen Elementen war er zumindest mit dabei. So bleibt der Draht zum Team, in dem Thiago und Coutinho zu seinen engsten Vertrauten gehören, ein wenig intakt. Richtig durchtrainiert wirkte er jedoch nicht. Um wieder wirklich bei 100 Prozent zu sein, muss er weiter hart arbeiten.
Gut möglich, dass dieser Prozess bis zum Achtelfinale der Champions League am 25. Februar gegen den FC Chelsea andauert. Wie stabil er bleibt und ob er in dieser Saison wirklich noch die erhoffte Stütze in der Innenverteidigung wird, ist offen.
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