FC Bayern München | Knallhart mit klarem Plan: So tickt Klose als Trainer

Miroslav Klose wird nach Eurosport-Informationen ab Juli Assistenztrainer von Hansi Flick beim FC Bayern München. Es ist der nächste logische Schritt in seiner Entwicklung. Denn der 41-Jährige verfolgt einen klaren Plan. So ehrgeizig und eiskalt er als Spieler agierte, so fokussiert ist er auch auf seine Karriere als Coach. Was er kann - und was (noch) nicht.

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Wenn sich ein Miroslav Klose etwas in den Kopf gesetzt hat, dann verfolgt er diese Idee konsequent. Es ist kein Geheimnis: Der 41-Jährige gibt momentan alles dafür, seine Entwicklung als Trainer voranzutreiben. Auch wenn die offizielle Bestätigung noch aussteht, ist nach Eurosport-Informationen alles klar zwischen dem bisherigen U17-Coach und dem FC Bayern München: Sein Vertrag als Jugendtrainer läuft am 30. Juni aus, ab 1. Juli wird der Rio-Weltmeister als Assistent von Hansi Flick zu den Profis aufrücken.
Nicht nur Flick hält große Stücke auf den ehemaligen Nationalstürmer, der von 2007 bis 2011 selbst für den deutschen Rekordmeister auflief. Grundsätzlich sind die Verantwortlichen angetan von den Fähigkeiten Kloses. Die U17 spielt einen erfrischenden Stil und gehört mit dem 1. FSV Mainz 05 und der TSG 1899 Hoffenheim zu den Spitzenteams in der B-Junioren-Bundesliga. In seiner ersten Saison hatte er das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gegen den späteren Sieger 1. FC Köln erreicht.

Intern wird Klose sehr geschätzt

Mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der Klose den Job in der Jugend verschaffte, verbindet ihn eine Freundschaft. Als sich im Winter 2018 herausstellte, dass es zwischen einigen Profis und Niko Kovac anfing zu knirschen, war Klose intern als Interimslösung im Gespräch.
"Wenn ich nach oben wollen würde, dann müsste ich - Entschuldigung, wenn das blöd klingt - nur mit dem Finger schnippen", sagte Klose vor drei Monaten in der "Sport Bild".
Dass er im Sommer 2019 die U19 übernehmen sollte, ging ihm allerdings gegen den Strich. Er bestand darauf, bei der U17 zu bleiben und ließ es sogar auf einen Streit mit Salihamidzic ankommen. Sinngemäß soll der Satz von Klose gefallen sein: "Entweder ihr entsprecht meinem Wunsch oder ihr habt ein Problem. Denn dann bin ich weg."
Klose will definitiv nach oben, aber in dem Tempo, das er bevorzugt. Er kennt das Geschäft zu gut, als dass er sich die Finger an einem heißen Cheftrainer-Stuhl verbrennen möchte. "Nur weil du Profi warst, bist du nicht gleich auch Profi-Trainer. Das ist wie ein neuer Job, eine ganz andere Perspektive. Ich würde nie behaupten, dass ich der Superstar bin, der alles kann", betonte er.
Er will lernen. Parallel zu seinem Co-Trainer-Job bei Bayern wird er ab Juni zum Teilnehmerfeld des nächsten Fußball-Lehrer-Lehrgangs der DFB-Akademie gehören. Oliver Bierhoff, Direktor der Nationalmannschaften und der Akademie, freut es: "Schon als Miro von 2016 bis 2018 unser Trainerteam der Nationalmannschaft unterstützte, merkte man ihm das Interesse, die Leidenschaft und Expertise für den Trainerberuf an."

Diese Eigenschaften zeichnen Klose aus

Doch für was steht der Trainer Klose schon? Welche Eigenschaften zeichnen ihn aus? Auf dem Bayern-Campus im Norden von München ist er vor allem für sehr hohe Ansprüche bekannt. Er legt enorm viel Wert auf Disziplin und verlangt sowohl sich als auch seinen Spielern in jeder Einheit sehr viel ab.
Ebenfalls auffällig: Klose denkt nicht von Woche zu Woche, sondern bewahrt stets auch den Blick für das große Ganze. Kollegen aus dem Staff sind dem Vernehmen nach begeistert davon, dass er sie in Besprechungen zu Wort kommen und ihnen bei der Arbeit genug Raum gewährt. Er lässt andere Meinungen zu und sieht auch den Trainerjob als Teamarbeit. Aktuell macht er sich intern stark dafür, dass sein bisheriger "Co" Slaven Skeledzic seine Nachfolge bei der U17 antritt. Fixiert ist das aber noch nicht.
Dass er aber definitiv noch in der Lernphase ist, ist ebenso unverkennbar. 16 Jahre als Profi haben ihn geprägt und gestählt, der Ton seiner Ansprache an seine Spieler ist mitunter rau. Eventuell manchmal zu rau für sensible Heranwachsende.
"Die Jungs sind leider oft zu bequem. Sie wollen nur schönes Training, sie wollen sich nicht immer quälen, nicht hart arbeiten. Talent haben viele, Wille und richtige Einstellung sind aber alles entscheidend. Manchmal siehst du, wie viel Talent da wäre - da wirst du wahnsinnig", beschreibt Klose, was er wahrnimmt. Ihm wurde in seiner Karriere nichts geschenkt.

Mehr Kompetenz im Trainerstab

Als "harter Hund", der er definitiv ist, ist er deshalb im Herrenbereich künftig wohl auch besser aufgehoben.
Gut gebrauchen wird Flick seinen neuen Assistenten sicher können. Aus gemeinsamen Zeiten bei der Nationalmannschaft weiß dieser, was mit Klose auf ihn zukommt. Flicks Schwerpunkt wird weiterhin die Kommunikation, die Steuerung sein. Klose könnte ihn mit der Ausarbeitung von Trainingsplänen oder gezieltem Offensiv-Training garantiert bestens unterstützen. Mit ihm wird der Stab um ein wichtiges Stück Kompetenz erweitert.
Für Klose ist der Aufstieg zum Co-Trainer der nächste logische Schritt. Und verfolgt er seine Idee – wovon auszugehen ist – weiter so konsequent, geht es bald schon noch weiter nach oben.
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