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Nach dem Bayern-Trainingslager in Doha: Es gibt einen großen Gewinner

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Hansi Flick im Trainingslager des FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

VonDaniel Rathjen
10/01/2020 Am 16:36 | Update 10/01/2020 Am 16:36
@DanielRathjen

Das Trainingslager des FC Bayern München in Doha hat gezeigt: Der, der in dieser Woche am meisten an Profil gewonnen hat, war nicht etwa ein Spieler. Nein, es war der Trainer: Hansi Flick. Vor dem Start in die Bundesliga-Rückrunde, in der es um alles geht, sprechen sich sämtliche Führungsspieler für seine Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus aus. Das kommt nicht von ungefähr.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

Hansi Flick bleibt beim FC Bayern München die größte Überraschung in dieser Saison. Der Trainer hat im Trainingslager in Doha nicht nur überzeugt, sondern regelrecht geglänzt!

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Ernst und professionell wirkend auf dem Platz, daneben gerne mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen, war er der Akteur, der in dieser Woche im Wüstenstaat Katar am meisten an Profil gewonnen hat. Dass er jemals wieder als Co-Trainer arbeitet, scheint nach den neuesten Entwicklungen so gut wie ausgeschlossen. Und das wird ihm ebenso bewusst sein. Flick selbst sagt:

Es macht Spaß.

Und wenn er das sagt, dann ist da kein Zweifel oder Zaudern zu verspüren, wie es am Beginn seiner Amtszeit nach der Entlassung von Niko Kovac zwischen den Zeilen durchaus zu vernehmen war.

  • Die Lehren aus Doha: Diesen Bayern-Stars fehlt der Feinschliff

FC Bayern: Flick glänzt in der Außendarstellung

Im Umgang mit der Öffentlichkeit ist er erstaunlich souverän und klar. Rhetorisch perfekt geht er am Ende einer Antwort mit der Stimme herunter. Die Botschaft kommt an. Er lässt wenig offen.

Lange Jahre stand der 54-Jährige als Assistent von Bundestrainer Joachim Löw im Schatten. Jetzt, wo er als Bayern-Coach ins Rampenlicht muss, wird klar, wie viel er in der persönlichen Außendarstellung drauf hat. Nur wenige Coaches bringen nämlich wie er ein eigenes Medienkontakt-Netzwerk mit, das sie unabhängig vom Verein nutzen können, wenn sie nachhaltig agieren müssen.

Der mediale Vorstoß, in dem er in der "Süddeutschen Zeitung" mindestens zwei Neuzugänge für die Rückrunde forderte, ist ein gutes Beispiel dafür. Damit unterstrich er einerseits die Ziele des Vereins und sicherte sich andererseits ab. Nun glaubt ihm jeder, dass er die Defizite im Kader erkannt hat, als sie noch auszubessern waren. Im kontroversen Transfer-Thema behält er so die Meinungshoheit.

Sportdirektor Hasan Salihamidzic fühlte sich zwar vor den Kopf gestoßen, in der Sache widersprechen konnte er Flick nicht mehr.

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Interne Ansprache das große Plus von Flick

Die durchdachte Kommunikation nach außen ist definitiv etwas, womit Flick Eindruck geschunden hat. Auch intern ist die Ansprache sein großes Plus. Es ist kein Zufall, dass sich ausnahmslos alle Führungsspieler für seine Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus aussprechen.

Thomas Müller, unter Flick wieder zum Leistungsträger geworden, erklärte in Doha:

Was für ein Typ er ist, wusste ich. Seine Qualitäten als Chef konnte ich nicht richtig einschätzen. Das ist aber sehr positiv. Er hat klare Vorstellungen, die umgesetzt werden. Er gibt uns einen Leitfaden, das ist eine Hilfe.

Im Anschluss daran brachte er den amüsanten Vergleich mit dem "passenden Einkaufszettel".

Joshua Kimmich, der bemerkenswerterweise bereits seinen fünften Coach im fünften Jahr bei Bayern erlebt, merkte an, dass ein Trainer-Job selbstverständlich stark von Erfolg abhängig sei, doch betonte er auch:

Unsere Spielweise ist attraktiver geworden. Wir attackieren früher, wir pressen früher. Wir Spieler sind zufrieden.

Zudem beeindrucke es ihn, wie Flick sich um den "Staff" und alle Mitarbeiter kümmere. Ein Riesen-Lob.

Hansi Flick hat Spaß im Trainingslager des FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Flick bringt den Spaß zurück

Auf dem Rasen in Doha wurde Flick, der wesentlich aktiver am Geschehen teilnimmt als Kovac oder Carlo Ancelotti, auch mal laut. Seine Kommandos sind dabei kurz und prägnant. Sieht er etwas, das ihm nicht gefällt, nimmt er einen Spieler direkt zur Seite und korrigiert. Die Übungen gestaltet er oft mit Wettbewerbscharakter. Kimmich, Neuer und Müller - um nur die verbissensten zu nennen - lieben solche Anreize nach wie vor. David Alaba ernannte er indes respektvoll zum "Abwehrchef". Dieser ist geschmeichelt und zusätzlich motiviert.

"Man sieht, wieviel Spaß wir haben. Die Kommunikation ist super", beschreibt Neuer die Atmosphäre unter Flick. Und der Beobachter nickt.

Im Trainingslager fragte Eurosport bei Flick nach, welche Ideen renommierter Trainer in seine Philosophie einfließen. Seine selbstbewusste Antwort:

Jeder braucht seinen eigenen Charakter, seine eigene Idee - und die habe ich.

Es heißt, Flick kämpfe jetzt in der Rückrunde, die für sein Team am 19. Januar mit dem Auswärtsspiel gegen Hertha BSC, um einen neuen Vertrag. Das ist tatsächlich so. Doch dass Flick mit enorm viel Power in diesen Kampf geht, steht ebenso fest.

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