FC Bayern München nur noch Aufbaugegner: Der Serien-Meister scheint fällig
Publiziert 08/12/2019 um 11:39 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München dominiert - und verliert. "Brutal", nennt es Thomas Müller, während Joshua Kimmich "durchdrehen" könnte. Gegner wie Borussia Mönchengladbach bedanken sich und lauern wie ein Rudel ausgehungerter Hyänen um den Meister herum. Eines zeichnet sich bereits ab: Für den FCB wird eine erneute Aufholjagd um einiges schwerer als in der vergangenen Saison.
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Die Bayern waren schon auf der Rückreise in den Süden, als sie die letzte unangenehme Nachricht des Tages erreichte. Ganz in der Nähe der Münchner hatte Leverkusen gerade die robusten Schalker besiegt - und im Tableau Rang sechs erklommen. Damit stehen die Rheinländer einen Platz vor den titelverwöhnten Bajuwaren, die am Nachmittag bereits die Dortmunder und Freiburger an sich vorbeihuschen sahen.
Die Gegner sagen "Dankeschön"
Die ganze Gemengelage war für Lars Bender ein triftiger Grund für eine kurze Rückblende:
"Hätten wir vor einer Woche in München verloren, wären wir irgendwo im Niemandsland gewesen. Jetzt haben wir zwei Spiele gewonnen und stehen wieder voll in der Verlosung", summte Leverkusens Kapitän munter. Zufrieden machte den gebürtigen Oberbayern auch nachträglich noch mal der Münchner Chancenwucher eine Woche zuvor. Beim 1:2 in Gladbach legte das Team von Hansi Flick in der haushoch dominierten ersten Halbzeit nun eine ähnliche Großzügigkeit an den Tag wie gegen Bayer. So dass Borussen-Keeper Yann Sommer anschließend einen höflichen Dankesgruß nach München schickte:
Die Bayern müssen sich strecken
Das freundliche Ensemble von der Isar dagegen muss sich jetzt gewaltig strecken: Sieben Punkte Rückstand sind es mittlerweile auf die willensstarken Gladbacher, sechs auf die stabilen Leipziger. Die eigene Zwischenbilanz - 24 Zähler aus 14 Spielen - ist die schwächste seit neun Jahren. "Nach zwei Niederlagen hintereinander ist die Stimmung nicht brillant, keine Frage", räumte Offensivkraft Thomas Müller ein. Und Rechtsverteidiger Joshua Kimmich fauchte dazu:
Durchdrehen - zum einen wegen der eigenen, fast schon monumentalen Abschlussschwäche. Zum zweiten, weil der Feuereifer, mit denen die Gäste das Gipfeltreffen im Borussia-Park 50 Minuten lang bestritten, mit dem Führungstor durch Ivan Perisic kurz nach Wiederbeginn mit einem Schlag erlosch. "Komplett", wie Sportdirektor Hasan Salihamidzic noch spitz anmerkte. Und drittens war da noch die Tollpatschigkeit, mit der Javi Martinez am Ende in Borussen-Stürmer Marcus Thuram hineinrauschte und Gladbachs Doppeltorschützen Ramy Bensebaini so den siegbringenden Strafstoß in der Nachspielzeit ermöglichte.
Kein Vergleich zum Vorjahr
"Ein dummes Foul", kommentierte Torwart Manuel Neuer sehr direkt - und Nationalmannschaftskollege Kimmich erklärte, er habe "selten einen klareren Elfmeter gesehen". Klar ist auch, dass der Herbst 2019 keinem Vergleich mit dem Herbst 2018 standhält. Damals hetzten die Münchner zwischenzeitlich sogar neun Punkte hinter Dortmund her, konnten ihre Jagdgelüste aber eben auf diesen einen Gegner konzentrieren. Jetzt dagegen hat ein ganzes Rudel ausgehungerter Hyänen Blut geleckt - und die Kontrahenten flitzen an den verwundeten Bayern momentan nur so vorbei.
"Es ist brutal, hier zu verlieren - gerade in der aktuellen Tabellensituation", schluckte Müller dementsprechend. Und Kimmich schwant, dass die Hetzjagd auf die inzwischen zahlreichen Widersacher diesmal "auf jeden Fall schwieriger wird".
Unklare Trainerfrage
Hinzu kommt, dass die Trainerfrage nach dem anfänglichen Traumstart unter Niko Kovacs Nachfolger Hansi Flick durch die Niederlagen wieder stärker in den Fokus rückt. Flick soll laut Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mindestens bis zur Winterpause als leitender Bank-Angestellter im Amt bleiben. "Daran hat sich nichts geändert", sagte Sportchef Salihamidzic nach der Pleite am Niederrhein. Ihrer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit haben sich die Bayern durch die zwei selbstverschuldeten Niederlagen gegen direkte Konkurrenten fürs Erste allerdings beraubt.
"Wir sind sehr, sehr unzufrieden, was wir in den letzten beiden Spielen an Punkten geholt haben", betonte Übungsleiter Flick und blickte auf die verbleibenden zwei Wochen bis zum Weihnachtsfest:
Was genau, erklärte Thomas Müller. "Wir müssen das Spiel am Mittwoch gewinnen und in der Bundesliga neun Punkte holen", offenbarte der 30-Jährige. "Sonst schaut’s schattig aus."
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