FC Bayern München: Eine Saison voller Rekorde könnte auf den Rekordmeister warten

Bayern München marschiert unaufhaltsam seiner 30. Deutschen Meisterschaft entgegen und wird mit großer Gier zum Rekordjäger. Leon Goretzka mausert sich dabei immer mehr zum Leader. Der ehemaliger Schalker überzeugt beim deutschen Rekordmeister auf jeder Position. Möglicherweise könnten am Saisonende gleich mehrere Rekorde auf den FC Bayern warten.

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Abfangjäger, Vorlagengeber, Torschütze - doch Leon Goretzka bestimmte nicht nur auf dem Platz den Takt. Der Mittelfeldspieler gab bei den Rekordjägern von Bayern München auch nach dem 4:2-Sieg bei Bayer Leverkusen die Marschroute vor. "Wir haben weiterhin überhaupt nicht im Kopf, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen", sagte der 25-Jährige in der "ARD": "Wir haben uns eine gute Situation herausgearbeitet. Wir wissen aber auch, dass wir noch Punkte holen müssen, um Meister zu werden."
Dass es so kommen wird, daran zweifelt nach der nächsten Galavorstellung bei formstarken Leverkusenern und dem neunten Sieg in Serie aber wohl keiner mehr. Kaum vorstellbar, dass die Bayern an den letzten vier Spieltagen ihren Vorsprung von sieben Punkten auf Borussia Dortmund noch herschenken. Viel zu dominant und souverän tritt der Rekordmeister dafür nicht nur seit dem Restart, sondern im gesamten Kalenderjahr 2020 auf.

Goretzka glänzt in Leverkusen

Immer mehr zum absoluten Leader entwickelte sich dabei Nationalspieler Goretzka. Ob als Sechser, Achter oder Zehner, der in der Coronapause physisch deutlich robuster gewordene Ex-Schalker wusste stets zu überzeugen. "Er hat mit seiner Physis eine wahnsinnige Präsenz auf dem Platz und das tut uns als Mannschaft gut", lobte Trainer Hansi Flick den Mittelfeldallrounder, der nach dem Restart in fünf Partien an fünf Treffern beteiligt war.
Auch in Leverkusen brillierte er mit einem Tor und einer Vorlage sowie Zweikampfstärke und einer bärenstarken Passquote von 94 Prozent. Für Flick war er damit nach dem frühen Rückstand durch Lucas Alario (9.) der Sieggarant. "Er hat die Akzente gesetzt, die man in einer Mannschaft braucht, wenn es mal nicht so gut läuft. Das hat er hervorragend gemacht", lobte der 55-Jährige.
Goretzka steht damit sinnbildlich für die Gier, die die Bayern in den letzten Wochen an den Tag legen. Der amtierende Meister und Pokalsieger versucht trotz Geisterkulissen jeden Gegner von der ersten bis zur letzten Minute zu dominieren, selbst bei klarer Führung oder in Duellen mit vermeintlichen Abstiegskandidaten lässt die Flick-Elf keinen Deut nach.
Als Belohnung winken im Saisonendspurt zahlreiche Rekorde. Mit vier Siegen aus den verbleibenden vier Partien könnte man die beste Rückrunde der Bundesliga-Geschichte spielen. Durch die Treffer von Kingsley Coman (27.), Goretzka (42.), Serge Gnabry (45.) sowie Robert Lewandowski (66.) gegen die Werkself, für die Florian Wirtz (89.) als jüngster Torschütze der Bundesliga-Geschichte verkürzte, knackte man als erstes Team nach nur 30 Spieltagen die 90-Tore-Marke.

Torrekord könnte fallen

Hält der fünfmalige Champions-League-Sieger seinen Schnitt von drei Treffern pro Partie, wird am Saisonende der vereinseigene Uraltrekord aus der Saison 1971/72 (101 Tore) fallen. Thomas Müller egalisierte mit seiner 20. Saisonvorlage die Ligabestmarke des ehemaligen Wolfsburgers Kevin de Bruyne, für Lewandowski dürften die 39 Tore von Gerd Müller trotz seines 30. Saisontreffers wohl außer Reichweite sein. Gerade weil er bei seiner Rekordjagd - ebenso wie Müller - wegen der fünften Gelben Karte von einer Sperre gebremst wird.
Im Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach am kommenden Samstag muss Flick somit auf seine beiden Topscorer verzichten. "Es ist schon ärgerlich. Aber dann werden wir nächste Woche zwei andere Spieler auf diesen Positionen sehen, dass ist auch mal gut. Entscheidend ist, dass die beiden zumindest am Mittwoch im Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt dabei sind, da können sie 90 Minuten Vollgas geben."
Schließlich haben die gierigen Bayern auch da große Ziele.
(SID)
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