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Rekordmeister beim Rekordmeister: Diese Ziele kann Müller noch erreichen

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Thomas Müller und Philippe Coutinho vom FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Laure
18/04/2020 Am 07:56 | Update 18/04/2020 Am 07:56

Thomas Müller bleibt dem FC Bayern München treu, erst vor Kurzem verlängerte der 30-Jährige seinen Vertrag bis 30. Juni 2023. Der Offensiv-Star hat damit die letzten großen Jahre seiner unglaublich erfolgreichen Karriere eingeläutet. Für Müller ist die Zeit gekommen, sich darüber klar zu werden, welche Ziele er unbedingt noch erreichen möchte. Denn trotz aller Erfolge: Es gibt noch kleine Lücken.

30 Jahre. Für Fußball-Profis das ideale Alter, um zurückzuschauen und daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Da geht ja noch was, mit 30, auch wenn die Uhr schon ein wenig lauter tickt. Als Thomas Müller im Februar mit seiner Karriereplanung konfrontiert wurde, deutete er auf das Bayern-Wappen seines Trikots und stellte klar: "Mich interessiert nur dieses Zeichen."

Es ging mal wieder um dieses inzwischen leidige Thema Nationalmannschaft - und um die Frage, ob er nicht doch noch ein kleines bisschen hoffe auf eine Teilnahme an der EM. "Die Europameisterschaft interessiert mich überhaupt nicht", gab Müller bei "Sky" zu Protokoll.

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Ein Fünkchen Hoffnung für die EM

Dabei bildet Europas wichtigster Titel im Fußball eine der letzten Lücken in der Trophäensammlung des Bayern-Urgesteins. Die aufsehenerregende Ausbootung von Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng durch Joachim Löw schlug hohe Wellen im März des vergangenen Jahres.

Müller über Verlängerung: "Beschäftigt einen schon, wenn man über 30 ist"

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"Aus meiner Sicht war es kein guter Stil und hat mit Wertschätzung nichts zu tun", monierte Müller, denn für das Spieler-Trio und auch für den FC Bayern kam der radikale Schritt des Bundestrainers aus heiterem Himmel. Und doch hat Löw die Tür - zumindest für Müller - noch einmal einen kleinen Spalt geöffnet:

Ich habe aber gesagt, wir gehen den Weg mit den jungen Spielern. Das wollen wir auch beibehalten. Allerdings, wenn Dinge passieren sollten, mit denen man jetzt nicht rechnet, ist klar, dann muss man immer sehen.

Ein vage Hoffnung, die eigene Vita vielleicht doch noch mit dem EM-Titel aufzuhübschen, mehr ist es nicht. Trotzdem wird Müller im kommenden Jahr wahrscheinlich im DFB-Dress auflaufen, denn Olympia-Coach Stefan Kuntz hat den Routinier für einen der drei Kaderplätze für Spieler, die älter als 24 Jahre alt sind, im Auge.

Olympiasieger Müller? Warum nicht!

"Ich habe mich bei allen, die auf der Olympia-Liste standen, unter anderem auch bei Thomas Müller, für die Bereitschaft bedankt und auf das nächste Jahr verabschiedet, dass ich dann mit demselben Anliegen noch einmal vorstellig werden würde", erklärte Kuntz bei "Sky".

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Müller selbst hatte eine Teilnahme in Tokio als "coole Sache" bezeichnet. Mit Olympia-Gold im Fußball würde er in Deutschland einem extrem elitären Klub beitreten. Einzig die Männer-Auswahl der DDR 1976 sowie die Frauen-Mannschaft bei den Spielen von Rio de Janeiro 2016 holten bislang Gold.

Müllers Fokus liegt aber nichtsdestotrotz voll auf dem FCB, was sich vor nicht allzu langer Zeit aber fast geändert hätte. Der Müller-spielt-immer-Müller, der Raumdeuter, die Identifikationsfigur hatte Zweifel, ob es noch "sein" FC Bayern war.

"Es gab diese Phase im Herbst, da habe ich keine untergeordnete Rolle gespielt, sondern war trotz englischer Wochen über sechs Spiele gar nicht mehr in der Startelf", blickte der Angreifer auf die schwere Zeit unter dem damaligen Trainer Niko Kovac zurück.

Das war natürlich eine schwierige Situation für mich. Da habe ich schon überlegt, wo ich stehe, wie die vertragliche Lage ist und was ich in den kommenden Jahren erreichen möchte. Zu der Zeit hatte ich sicher nicht im Sinn, jetzt im Frühjahr meinen Vertrag zu verlängern.

Wenn die Münchner unter Kovac erfolgreich geblieben wären und seine Rolle sich nicht geändert hätte, so Müller, "dann hätte der FC Bayern wohl damit leben können, mich abzugeben". Bekanntlich kam es anders. Unter dem neuen Chef-Coach Hansi Flick schlüpfte die Vereinsikone wieder in eine tragende Rolle und zahlte mit Leistung zurück. 16 Assists bedeuten Liga-Bestwert, nur BVB-Shootingstar Jadon Sancho kommt in dieser Saison auf dieselbe Anzahl an Vorlagen.

Am 7. April war die Entscheidung dann gefallen, Müller verlängerte seinen Vertrag bis 30. Juni 2023. "Dieser Verein ist für mich nicht einfach irgendein Arbeitgeber. Er ist meine Leidenschaft", gab der Weltmeister von 2014 zu Protokoll.

Müller holt 21 Titel mit dem FC Bayern

Bei einem Abschied wäre dem Klub nicht nur der einzige gebürtige Bayer des Stammpersonals abhandengekommen, es wäre auch das Ende einer Ära gewesen.

Schließlich fing Müller schon im Jahr 2000 bei den FCB-Junioren an, 2009 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag an der Säbener Straße.

Der FC Bayern gewinnt 2013 in Wembley die Champions League

Fotocredit: Getty Images

Seitdem hat der variabel einsetzbar Offensiv-Spezialist 21 Titel mit den Bayern gewonnen. Ob FIFA Klub-WM, Champions League, UEFA Super Cup, Bundesliga, DFB-Pokal oder DFL-Supercup - Müller hat alles abgeräumt. Die Tatsache, dass dennoch ein großer Erfolg fehlt, kann man dem sympathischen Fußball-Star kaum zum Vorwurf machen. Der FC Bayern nimmt als Serienmeister und Königsklassen-Schwergewicht halt selten an der Europa League teil.

Rekordmeister bei Rekordmeister?

Müller steht indes vor einem besonderen Rekord. Wenn die Saison zu Ende gespielt werden sollte und die Bayern den Titel holen, wäre der 30-Jährige zusammen mit Franck Ribéry und David Alaba Rekordmeister beim Rekordmeister. Neun Meisterschaften hätte Müller dann miterlebt und es ist mehr als wahrscheinlich, dass bis 2023 weitere hinzukommen. Das Beste könnte also erst noch bevorstehen.

Keine Frage, da geht noch was, Herr Müller.

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