FC Bayern München | Uli Hoeneß mahnt zur Ruhe: "Es gibt kein Handbuch"

Uli Hoeneß hat sich mit klaren Worten und Forderungen zur Corona-Krise geäußert. "Wir müssen lernen, Geduld zu haben. Es gibt nämlich für diese Situation kein Handbuch, in dem man nachschlagen kann", so der Ehrenpräsident des FC Bayern München in der "Sport1"-Sendung "Doppelpass". Es sei absolut richtig, die Bundesliga ruhen zu lassen. Lobende Worte fand Hoeneß für die Arbeit von Hansi Flick.

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Für Uli Hoeneß steht fest: "Wir müssen endlich der Realität ins Auge schauen."
Im Hinblick auf die Europameisterschaft, die für den 12. Juni bis 12. Juli geplant ist, bedeute dies, dass man um eine Verschiebung nicht herumkomme.
"Es macht doch keinen Sinn, die Europameisterschaft zu spielen. Da sollen bei der aktuellen Reisesituation in zwölf Städten Fußballspiele stattfinden. Das kann man ja nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit machen, man bräuchte auf jeden Fall Zuschauer."

Klub-Wettbewerbe haben Vorrang vor EM

Generell, so Hoeneß, sollten die Bundesliga und die Europapokal-Wettbewerbe Vorrang haben vor der EM. Der Fußball müsse die Lage aber in all' ihren Facetten zur Kenntnis nehmen und sich in Geduld üben:
Die Bundesliga, die kurz vor dem 26. Spieltag den Spielbetrieb aussetzte, wird voraussichtlich bis 2. April pausieren. Diese Empfehlung gab die DFL auch der Mitgliederversammlung der Profiklubs, die am Montag tagen und über das weitere Vorgehen beraten wird.

Hoeneß: DFL kann fast nichts beschließen

"Ziel ist es weiterhin, die Saison bis zum Sommer zu Ende zu spielen - aus sportlichen Gesichtspunkten, aber insbesondere auch, weil eine vorzeitige Beendigung der Saison für einige Klubs existenzbedrohende Konsequenzen haben könnte", hatte die DFL in einer Mitteilung verkündet.
Hoeneß hält die Sitzung für "richtig, aber man kann da doch fast nichts beschließen, wo man nicht weiß, wie viele Fälle es diese oder nächste Woche gibt". Es könne gut sein, "dass erst im Oktober wieder gespielt wird. Das weiß doch keiner", sagte der 68-Jährige.
Nun sei Geduld gefragt, die Menschen müssten auch "wieder lernen, Monopoly und Mensch ärgere Dich nicht zu spielen".

Hoeneß: "Den Wissenschaftlern Zeit geben"

Sportliche Belange hätten derzeit keine Priorität, es gehe einzig und allein darum, "dass die Gesellschaft aus dieser Krise einigermaßen gesund herauskommt", so Hoeneß. "Wir müssen den Wissenschaftlern Zeit geben, ein Serum oder Therapeutikum für das Virus zu finden." Es komme darauf an, Solidarität zu zeigen:
Wenngleich die Corona-Krise das dominierende Thema dieser Tage ist, kam Hoeneß nicht um die Frage herum, wie der FC Bayern denn nun mit der Personalie Hansi Flick verfahren wolle.
Der Ehrenpräsident wiegelte erwartungsgemäß ab, das sei Sache des Vorstands und Aufsichtsrats, er rechne aber mit einer "zeitnahen" Entscheidung. "Ich finde, dass Hansi Flick bisher einen super Job macht", betonte Hoeneß. Was beim Corona-Virus gilt, trifft eben auch auf die Trainerfrage zu: Es ist Geduld gefragt.
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