FC Bayern München - Union Berlin: Coman hinkt seiner Form weiter hinterher
Der FC Bayern ist nach zwei sieglosen Bundesligaspielen in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Der Rekordmeister brannte beim 2:1-Sieg gegen Union Berlin jedoch alles andere als ein offensives Feuerwerk ab. Besonders die Manndeckung des Aufsteigers im Zentrum machte den Münchnern zu schaffen. Während Thiago seine Defensivqualitäten entdeckte, sucht Kingsley Coman weiter nach seiner Form. Was auffiel.
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1.) Thiago entdeckt seine Defensivqualitäten
Kaum ein Spieler beeinflusst das Offensivspiel des FC Bayern so sehr, wie Thiago. Dass der 28-Jährige aber auch in anderer Rolle glänzen kann, bewies er gegen Union Berlin. Der Spanier löste die Aufgabe als alleiniger Sechser im neuen 4-1-4-1-System von Trainer Niko Kovac mit Bravour und entdeckte dabei seine fast in Vergessenheit geratenen Defensivqualitäten wieder.
Thiago ragte als Abräumer im Mittelfeld heraus und konnte am Ende des Spiels gemeinsam mit Startelf-Rückkehrer Jerome Boateng die beste Zweikampfquote auf dem Platz (66,7 Prozent) vorweisen. Bemerkenswert war außerdem seine Anzahl von 22 Balleroberungen - ebenfalls unangefochtener Höchstwert der Partie.
Seine defensivere Rolle engte den spanischen Nationalspieler gegen die tief stehenden Gäste jedoch keineswegs im Spiel nach vorne ein. Der Spanier dirigierte gewohnt routiniert das Offensivspiel des FC Bayern und initiierte mit seiner Übersicht zahlreiche Angriffe.
Dabei sah dies vor wenigen Wochen noch ganz anders aus, als Kovac seinen Schützling im Anschluss an dessen dürftigen Auftritt und die daraus resultierende Auswechslung gegen den SC Paderborn öffentlich anstachelte:
Und die stimmte gegen Union Berlin in nahezu jeglicher Hinsicht.
2.) Coman hinkt seiner Form hinterher
Während Serge Gnabry sowohl beim FC Bayern als auch in der deutschen Nationalmannschaft zuletzt mit Topleistungen für Furore sorgte, blieb Kingsley Coman in den vergangenen Wochen lediglich eine Nebenrolle im Offensivspektakel des FC Bayern.
Der 23-Jährige wartet seit Ende August in der Bundesliga auf einen eigenen Treffer und konnte auch dem Spiel gegen die "Eisernen" nicht seinen Stempel aufdrücken. Bis zu seiner Auswechslung nach 65. Minuten leistete sich Coman insgesamt die meisten Ballverluste auf dem Feld (18) und konnte lediglich einen Abschluss auf das Unioner Tor verbuchen.
Selten konnte der junge Franzose seine in der Vergangenheit so gefährlichen Tempodribblings zur Entfaltung bringen. Ähnlich wie sein Pendant auf der linken Seite, Ivan Perisic, der ebenso wenig Schwung in das Flügelspiel des Rekordmeisters brachte und bis zu seiner Herausnahme (76.) größtenteils in der Luft hing.
Folgerichtig ersetzte Gnabry den glücklosen Coman nach gut einer Stunde. Der französische Nationalspieler sah dies jedoch ganz anders und würdigte Kovac bei seiner Auswechslung keines Blickes.
Gnabry hingegen brachte anders als sein Vorgänger sofort frischen Wind von der Bank und erarbeitete sich zahlreichen Chancen (70., 79., 83.). Letztlich machte Union-Schlussmann Rafal Gikiewicz dem 24-Jährigen aber einen Strich durch seinen dritten Saisontreffer.
"Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Vorne haben wir leider einige Hochkaräter liegen lassen. Ich weiß, dass wir es noch besser machen können", konstatierte Kovac.
Jene großen Gelegenheiten ergaben sich jedoch zum Großteil erst mit der Einwechslung von Joker Gnabry.
3.) Unions Manndeckung legt Bayerns Zentrum lahm
Union-Trainer Urs Fischer hatte im Vorfeld mit seiner Mannschaft einen Plan ausgetüftelt, um das Offensivspiel der Bayern im Zentrum zu lähmen. Der 53-jährige Schweizer setzte Felix Kroos und speziell Robert Andrich als klassische Manndecker auf Philippe Coutinho an, um den Wirkungskreis des brasilianischen Spielmachers einzugrenzen - mit Erfolg.
Die beiden "Kettenhunde" verfolgten den Neuzugang nahezu über das komplette Feld, was zur Folge hatte, dass sich der 27-Jährige die Bälle immer wieder aus der eigenen Hälfte abholen musste.
"Wir haben versucht, die Bayern laufend unter Druck zu setzten und haben in der ersten Halbzeit fast nichts zugelassen", erklärte Unions Mittelfeldspieler Christian Gentner nach der Partie.
Das Offensivspiel der Hausherren kam so nur schleppend in die Gänge, wie auch der Leidtragende Coutinho nach der Partie feststellte:
Die beiden Treffer der Münchner durch Benjamin Pavard (13.) und Robert Lewandowski (53.) resultierten folglich aus einer Standardsituation und einer etwas glücklichen Einzelleistung.
Auch Coutinhos Nebenmann Thomas Müller, der im Übrigen in der Bundesliga erstmals zusammen mit dem Neuzugang von Beginn an auf dem Platz stand, vermisste die letzte Durchschlagskraft:
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