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Zirkzee macht's! 18-jähriger Debütant führt Bayern zum Sieg in Freiburg

Zirkzee macht's! 18-jähriger Debütant führt Bayern zum Sieg in Freiburg

18/12/2019 um 22:22Aktualisiert 19/12/2019 um 01:06

Der FC Bayern München hat am 16. Spieltag der Bundesliga dank Joshua Zirkzee beim SC Freiburg gewonnen. Robert Lewandowski hatte Bayern beim 3:1 (1:0) mit seinem 19. Saisontor in Führung gebracht (16.) - Vincenzo Grifo besorgte den Ausgleich (59.). In der Nachspielzeit stach der 18 Jahre alte Joker Zirkzee in seinem ersten Bundesliga-Spiel zu (90.+2), Serge Gnabry erhöhte noch auf 3:1 (90.+5).

So lief das Spiel:

Hansi Flick wählte mit Philippe Coutinho, Thomas Müller, Serge Gnabry und Ivan Perisic im Mittelfeld die offensive Variante bei den Bayern – und entsprechend trat seine Mannschaft in der Anfangsphase auf.

Nach zwei Minuten lief Coutinho bereits alleine auf SC-Torhüter Mark Flekken zu und überwand diesen per Lupfer – doch Manuel Gulde kratze den Ball von der Linie. Wenige Minuten später parierte Flekken einen Kopfball von Benjamin Pavard, im Nachschuss traf Müller den Außenpfosten.

Bayern agierte mit hoher Intensität, Wucht und Tempo und stresste Freiburg permanent. Der überfällige 1:0-Führungstreffer fiel nach 70-Meter-Sprint und toller Vorarbeit von Alphonso Davies durch Robert Lewandowski (16.).

Robert Lewandowski trifft - SC Freiburg vs. FC Bayern München

Robert Lewandowski trifft - SC Freiburg vs. FC Bayern MünchenGetty Images

Im Anschluss schaltete Bayern einen Gang zurück und Freiburg fand defensiv zu mehr Stabilität. Die Gäste blieben zunächst überlegen, doch Freiburg wirkte zunehmend griffiger und erspielte sich einige gute Kontergelegenheiten.

Die beste Möglichkeit ergab sich für Lucas Höler, dessen Direktabnahme nach Hereingabe von außen Manuel Neuer aus kurzer Distanz abwehrte (31.). Bayern blieb offensiv hingegen bis zur Halbzeit zahnlos.

Nils Petersen (SC Freiburg) - Thiago (FC Bayern München)

Nils Petersen (SC Freiburg) - Thiago (FC Bayern München)Getty Images

Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe – wobei der Sportclub weiterhin mit seinem Konterspiel mehr Gefahr ausstrahlte.

Bayern fand keine Mittel gegen die schnellen Gegenstöße der Breisgauer, die sich schließlich in der 59. Minute mit dem 1:1-Ausgleich belohnten: Janik Haberer bediente den völlig freien Vincenzo Grifo rechts im Sechzehner, der per Volleyabnahme Neuer keine Chance ließ.

Bayern hatte zu jenem Zeitpunkt schlicht gegen gut eingestellte und zweikampfstarke Freiburger das Spiel aus der Hand gegeben.

Thomas Müller (r.) - SC Freiburg vs. FC Bayern München

Thomas Müller (r.) - SC Freiburg vs. FC Bayern MünchenEurosport

In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch – Perisic scheiterte aus der Distanz an Flekken (65.), Freiburg ließ den einen oder anderen guten Konter ungenutzt. Das Team von Christian Streich agierten dennoch zwingender und spielten weiterhin mutig auf Sieg: der eingewechselte Brandon Borrello legte die Kugel denkbar knapp am rechten Pfosten vorbei (77.), Höler verpasste aus vielversprechender Position den Abschluss (86.). Die Treffer fielen stattdessen in der Nachspielzeit auf der Gegenseite: Der eben erst für Coutinho eingewechselte Joshua Zirkzee markierte das 2:1 (90.+2), Gnaby legte kurz darauf das 3:1 (90.+5) nach.

Die Stimmen:

Hansi Flick (Trainer FC Bayern München): "Freiburg steht gut und setzt den Gegner gut unter Druck. Letztendlich muss ich ein großes Kompliment an meine Mannschaft machen, dass sie sich dagegen gestemmt hat. Es waren zwei komplett verschiedene Halbzeiten. In der ersten Halbzeit haben wir es sehr gut gemacht, müssen 2:0 oder 3:0 führen. In der zweiten Halbzeit hat es Freiburg sehr gut gemacht. Ich bin ja von Haus aus positiv, aber wenn man sieht, wie die Angriffe auf unser Tor gerollt sind - wir haben es mit Glück überstanden. Wir haben das Glück letztlich auch erzwungen. Ich bin froh, dass wir uns belohnt haben."

Hasan Salihamidžić (Sportdirektor FC Bayern München): "Wir haben am Anfang wieder nicht die Tore gemacht. Wir haben gut gespielt, aber dann nachgelassen und die Spielanteile aus der Hand gegeben. In der zweiten Halbzeit waren wir etwas müde, da hat man auch gesehen, dass es etwas schwierig war. Aber wir haben immer daran geglaubt."

Manuel Neuer (FC Bayern München): "Freiburg hat es nach dem 1:1 viel besser gespielt. Wir haben uns gepusht und daran geglaubt, dass wir gewinnen. In einer Verletzungspause haben wir uns eingeschworen, das hat gewirkt. Es hat geklappt, am Ende steht das 3:1 auf dem Papier, das ist kein knapper Sieg, es war ein Sieg des Willens."

David Alaba (FC Bayern München): "Wir haben schon länger nicht mehr so ein Spiel für uns entschieden. Aber das sind die Spiele, die man sehr gerne für sich entscheidet und die am Ende des Tages sehr wichtig sind."

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Es war klar, dass sie uns nicht unterschätzen - aber am Anfang habe ich gedacht, dass sie uns aus dem Stadion knallen. Dass wir in der Lage waren, uns immer mehr zu befreien und eigene Torchancen zu kreieren, hätte ich nach zehn Minuten nicht für möglich gehalten. Unglaublich, wie es die Mannschaft geschafft hat, zu hundert Prozent dagegenzuhalten. Nur Punkte haben wir keine."

Mark Flekken (SC Freiburg): "Es tut einfach weh im Herz, dass man hier nicht mit mindestens einem Punkt nach Hause fährt."

Jochen Saier (Sportvorstand SC Freiburg): "Es fühlt sich richtig beschissen an. Das war nicht gerecht, wir hätten den Punkt verdient gehabt. Fußball ist manchmal brutal. Es war sehr beeindruckend, wie wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben. Wir müssen in Führung gehen. Wenn Bayern Gegenpressing spielt, gibt es auch Räume. Und wenn du Chancen hast, kriegst du auch eine breitere Brust. Dass wir es aber in der Nachspielzeit noch verlieren, tut schon richtig weh."

Das fiel auf: Joshua Zirkzee

Am Ende stand ein äußerst glücklicher Sieg für die Bayern im Schwarzwald-Stadion. Der Rekordmeister wirkte zeitweise ungewohnt fahrig, mittelos und überfordert mit einem forschen Gegner. Die Wende brachte hingehen ein Wechsel, von dem ein bemerkenswertes Signal ausging: In der 90. Minute nahm Hansi Flick mit Philippe Coutinho den vermeintlichen Unterschiedsspieler für solche Situationen nach durchwachsender Leistung vom Feld und brachte stattdessen den 18-jährigen Bundesligadebütanten Joshua Zirkzee. Ein Schachzug, der sich auszahlte: Nur 104 Sekunden später feierte Zirkzee seinen Premierentreffer. In einer an diesem Abend uninspirierten Bayern-Mannschaft dürfte der Niederländer damit Eindruck für weitere Einsätze gemacht haben.

Joshua Zirkzee jubelt - SC Freiburg vs. FC Bayern München

Joshua Zirkzee jubelt - SC Freiburg vs. FC Bayern MünchenGetty Images

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 300

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