So lief das Spiel:

Die Bayern erwischten einen Auftakt nach Maß. Nach einem Doppelpass mit Thomas Müller stand Robert Lewandowski links im Strafraum völlig frei und konnte aus 14 Metern wuchtig ins rechte Eck abschließen (3.). Nur wenig später erhöhten die Gäste bereits auf 2:0, erneut wurde Müller zum Torvorbereiter, indem er Kingsley Coman den Ball im Strafraum auflegte. Der Franzose konnte aus zehn Metern flach durch die Beine von Timo Horn einschieben (5.).

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16/02/2020 AM 20:02

Die Kölner kamen überhaupt nicht in die Zweikämpfe und überließen dem Rekordmeister das Mittelfeld, sodass es nicht lange dauerte, bis die Gäste den nächsten Treffer bejubelten. Bei einer Ecke von Joshua Kimmich lauerte Serge Gnabry am zweiten Pfosten, zog von dort ins Zentrum und schoss anschließend aus 15 Metern zentraler Position ein (12.). 3:0 nach nicht mal 13 Minuten - damit stellte Bayern seinen eigenen Startrekord aus dem Jahr 1973 ein, als Gerd Müller, Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer beim 5:3 gegen Rot-Weiß Oberhausen genauso früh getroffen hatten.

Auch in der Folge dominierten die Münchner nach Belieben, es hagelte beinahe Abschlüsse im Minutentakt. Ein Schuss von Lewandowski aus 17 Metern rauschte am Tor vorbei (14.), ehe Thiago nach Kopfballablage von Gnabry das Ziel nur um Zentimeter verfehlte (20.). Nach einer halben Stunde hätte Gnabry dann selbst das 4:0 erzielen können, wenn nicht sogar müssen. Nach Vorlage von Müller hatte der Nationalstürmer Torhüter Horn bereits umkurvt, geriet dann vier Meter vor dem Tor aber in Rücklage und traf nur noch den Querbalken (30.).

Bei den Hausherren ging weiterhin überhaupt nichts zusammen, hinzu kam auch noch, dass Markus Gisdol bereits in der ersten Halbzeit verletzungsbedingt auswechseln musste. Der junge Noah Katterbach ging angeschlagen vom Platz, für ihn kam Florian Kainz ins Spiel (29.).

Der FC Bayern ließ sich davon aber überhaupt nicht beeindrucken und spielte weiter eifrig nach vorne. Nach Gnabrys Lattentreffer packte Kimmich den Hammer aus und zirkelte einen Kunstschuss aus halbrechter Position aufs Tor, Horn konnte die Kugel gerade noch an den linken Pfosten lenken (37.).

Kurz vor der Halbzeit hatte Müller im Zusammenspiel mit Coman die nächste hochkarätige Möglichkeit, zielte aus 15 Metern aber knapp über das Tor (45.+3).

Im zweiten Durchgang legten dann die Kölner einen – vermeintlichen – Blitzstart hin. Jhon Córdoba schob die Kugel nach Vorarbeit von Ellyes Skhiri an Manuel Neuer vorbei ins Tor. Der Treffer wurde aber nach Überprüfung des Video-Assistenten zurückgenommen, Skhiri hatte bei der Vorlage im Abseits gestanden (46.).

Köln war nun aber deutlich anzumerken, dass es die Schmach der ersten Halbzeit vergessen machen wollte. Wenig später schob erneut Córdoba ins Tor von Neuer ein, beim vorangegangenen Schuss von Kainz stand der Kolumbianer allerdings dieses Mal selbst im Abseits – auch dieser Treffer zählte nicht (55.).

Die Hausherren probierten immer wieder, mit langen Bällen das bayerisch dominierte Mittelfeld zu überbrücken. Bei genau solch einem Zuspiel war Mark Uth plötzlich auf und davon, zog aber im direkten Duell mit dem herausgeeilten Neuer den Kürzeren (62.).

Die Bayern hatten sich zu Beginn der zweiten Halbzeit eine kleine Ruhephase gegönnt, zogen nun aber das Tempo erneut an. Nach Vorlage von Alphonso Davies zog Gnabry von der linken Außenbahn ins Zentrum und schlenzte die Kugel aus 16 Metern sehenswert ins rechte Eck (66.).

Aber der 1. FC Köln hatte sich noch nicht aufgegeben und erzielte seinerseits immerhin den Ehrentreffer: Córdoba ließ David Alaba einfach stehen und bediente Kainz, der links im Strafraum das Auge für den mitgelaufenen Uth bewies. Der Ex-Schalker musste aus kurzer Distanz nur noch einschieben, Neuer kam einen Schritt zu spät (70.).

Auf der anderen Seite hatte Gnabry nur wenig später die Chance zu seinem dritten Treffer, scheiterte aber nach Hackenvorlage von Müller aus 16 Metern knapp (72.).

Köln hingegen blieb weiterhin gefährlich, Córdoba hatte mit einer starken Einzelaktion das zweite Tor für die Hausherren auf dem Fuß, scheiterte am gut reagierenden Neuer (78.).

Markus Gisdol reagierte noch einmal, brachte mit Anthony Modeste vor Córdoba eine frische Offensivkraft – und der Franzose fügte sich mit zwei guten Möglichkeiten gleich ordentlich ein. Allerdings blieb Modeste mit seinen Abschlüssen aus aussichtsreicher Position jeweils an Neuer hängen (86., 89.).

So blieb es beim letztlich ungefährdeten 4:1-Sieg der Bayern, die durch den Erfolg in der Dom-Stadt an RB Leipzig vorbei zurück an die Tabellenspitze springen.

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Die Stimmen zum Spiel:

Serge Gnabry (FC Bayern München): "Ich denke, wir haben viele Chancen liegen lassen. Nichtsdestotrotz haben wir heute die drei Punkte eingefahren und fahren zufrieden nach Hause. Auf beiden Seiten hätten heute mehr Tore fallen können."

Manuel Neuer (FC Bayern München): "So wie wir hier begonnen haben, damit konnte man nicht rechnen. Ich hab schon mit ein bisschen mehr Gegenwehr von den Kölnern gerechnet. Aber wir haben auch unsere ersten Chancen gleich eiskalt ausgenutzt. Wir hätten heute bis zu zehn Tore schießen können, dass da nicht jeder reingeht, ist auch klar. Aber hier war heute mehr drin als dieses 4:1."

Timo Horn (1. FC Köln): "In der ersten Halbzeit haben wir die ersten Minuten komplett geschlafen. Auf der anderen Seite wollte Bayern glaube ich das Spiel in den ersten Minuten bereits entscheiden. Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen und dann läufst du gegen so eine Weltklasse-Mannschaft nur hinter her. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht und einige gute Torchancen herausgespielt. Mit dem 4:0 war das Spiel dann aber auch entschieden."

Mark Uth (1. FC Köln): "Es war schwer, die Bayern zu greifen – gerade im Mittelfeld. Wir hatten das Gefühl, dass sie mit zwei Männern in Überzahl sind und dann wird es schwer. In der zweiten Halbzeit wurde es dann aber besser. Heute sind wieder 50.000 Menschen gekommen und die wollten nicht sehen, wie der FC abgeschlachtet wird. Daran haben wir uns dann hochgezogen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Münchner Übergewicht im Mittelfeld

Im ersten Durchgang dominierten die Gäste aus München nach Belieben, was vor allem an der Hoheit im Mittelfeld lag. Während Thiago und Joshua Kimmich einmal mehr die Schaltzentrale des Rekordmeisters bildeten, ließen sich Thomas Müller und Serge Gnabry immer wieder fallen, schafften so Überzahl und lockten Kölns Defensivakteure aus der Viererkette heraus. Kölns Mark Uth gab im Interview nach dem Spiel zu, dass die Hausherren mit diesem taktischen Kniff in der Anfangsphase überhaupt nicht zurecht kamen – so erklärt sich dann auch die frühe 3:0-Führung für den FC Bayern nach gerade einmal zwölf Minuten.

Die Statistik: 6

Mit seinem Doppelpack hat Serge Gnabry nun insgesamt sechs Treffer gegen den 1. FC Köln erzielt – so viele wie gegen kein anderes Team in der Bundesliga.

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