Das Wort "Triple" mied Uli Hoeneß aus altem Aberglauben, doch aus den wie gewohnt höchsten Ambitionen seines FC Bayern machte der angriffslustige Ehrenpräsident keinen Hehl. "Wenn unsere Mannschaft diese Form konservieren kann, haben wir eine gute Chance, alles zu gewinnen", sagte Hoeneß in der BR-Sendung Blickpunkt Sport. Alles, das heißt: Nach der Meisterschale ist vor dem DFB-Pokal und dem Henkelpott.
Nach dem von Trainer Hansi Flick zum "nächsten Zwischenziel" ausgerufenen Cupfinale am Samstag (ab 20:00 Uhr im Eurosport-Liveticker) gegen Bayer Leverkusen in Berlin treibt den FC Nimmersatt aber vor allem die Champions League mit dem Final-Turnier im August an. "Ich hoffe, dass die Mannschaft den Rhythmus halten kann", sagte Hoeneß, "dann kann man mit dieser Spielfreude und dem Spaß, den die Jungs haben, damit rechnen, dass wir ganz weit kommen."
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Hinter dem gut gelaunten, bisweilen aber auch nachdenklichen Hoeneß waren auf einer Videowand alle drei Trophäen um ein Bayern-Wappen drapiert. Doch der Ehrenpräsident wollte die Gier nicht auf die Spitze treiben. "Der Druck ist eh schon groß genug", sagte er.

Hoeneß: Übergabe des Zepters "ist gelungen"

An der Favoritenrolle des Rekordpokalsiegers zumindest in Berlin zweifelt aber nicht mal Gegner Leverkusen. Sportchef Rudi Völler kündigte dennoch tapfer einen "großen Fight" an. In einem einzigen Spiel, das habe Bayers 2:1 in München Ende November gezeigt, seien die Münchner zu knacken, der zweite Cupspieg nach 1993 wäre ein realistisches Ziel.

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Auf Sicht werde an der bajuwarischen Vormachtstellung aber nicht zu rütteln sein, betonte Hoeneß: "Es wird für die anderen auch in Zukunft schwierig, uns da oben runterzuholen." Wie es trotzdem gelingen könnte? "Man kann vom FC Bayern nicht erwarten, dass sie nur halbtags arbeiten, damit die Bundesliga spannender wird", sagte Hoeneß genüsslich, "ich bin überzeugt, dass die anderen sich mehr anstrengen müssen."
So wie seine Bayern, denen er in schwierigsten Corona-Zeiten auf allen Ebenen einen "sensationellen Job" bescheinigte. "Ich muss mir um den FC Bayern keine Sorgen machen", sagte Hoeneß sichtlich entspannt: "Es war immer mein Traum, ein bestelltes Feld zu hinterlassen. So wie ich heute hier sitze, muss ich sagen: Das ist gelungen."

Hoeneß sorgt sich um die Zukunft des Fußballs

Neben dem (durchaus berechtigten) Eigenlob fand der 68-Jährige auch für die Politik erneut warme Worte, die er aber mit gezielten Sticheleien versah. Die bayerische Landesregierung, aber auch die Bundesregierung hätten die Coronakrise bislang "fantastisch gelöst, Frau Merkel, Herr Spahn und Herr Scholz, obwohl er von der SPD ist". Anders die USA. Die Lage dort mache ihm "furchtbar Angst", Präsident Donald Trump habe die Lage "gar nicht im Griff und will das gar nicht wahrhaben".
Und auch um die Zukunft seines Sports sorgt sich Hoeneß. "Ich weiß nicht, ob der Fußball in dieser Begeisterungsfähigkeit, in dieser Dimension zurückkommt", sagte er: "Viele junge Menschen lernen gerade, dass sie mit ihrem Leben auch etwas anderes machen können."
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(SID)

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