FC Bayern und die Sommer-Transfers: Das ist der Stand bei Dest, Sané und Co.
Der FC Bayern München wirft bereits die Netze für die kommende Saison aus und forciert seine Transferbemühungen. Die Verpflichtung eines Rechtsverteidigers hat nach wie vor hohe Priorität – da kommt Sergiño Dest gerade recht. Im Fall der Nationalspieler Leroy Sané und Kai Havertz zieren sich die Bayern derweil noch. Dafür hat ein Boateng-Nachfolger am Wochenende seine Visitenkarte abgegeben.
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Der FC Bayern kämpft 2019/20 noch in allen drei Wettbewerben um den Titel und hat sich in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League nach einem turbulenten Herbst gute Ausgangspositionen geschaffen.
In der Vereinsspitze geht der Blick aber auch schon voraus auf die kommende Saison, wenn der Umbruch im Kader, von Ex-Präsident Uli Hoeneß einst auf drei Jahre Übergangszeit fixiert, final vollzogen sein soll.
Rummenigge zufrieden mit Transfer-Wasserstand
Um in Sachen Neuzugänge nicht wieder mit leeren Händen dazustehen, ist Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit Unterstützung des Scouting-Teams und nicht zuletzt von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bereits umtriebig.
"Wir werden unseren Job machen und ich bin überzeugt, dass wir im nächsten Jahr eine sehr wettbewerbsfähige Mannschaft auf dem Platz stehen haben", ist Rummenigge mit dem Zwischenstand auf dem Transfermarkt zufrieden, auch wenn die Bayern noch keinen Neuzugang für den Sommer perfekt gemacht haben.
Rund um den Klub geistern allerdings bereits einige Namen. Ein Überblick.
Wie ist der Stand bei …?
Sergiño Dest (19, Ajax Amsterdam):
Sergiño Dest ist so etwas wie der jüngste Shootingstar bei Ajax Amsterdam – und offenbar heiß vom FC Bayern umworben. Nach Informationen der "Bild" weilte der 19-Jährige vergangene Woche bereits in München und schaute sich das Pokalspiel gegen Hoffenheim (4:3) live in der Arena an. Zuvor hatte sich Hasan Salihamidzic das niederländische Spitzenspiel zwischen Ajax und PSV Eindhoven (1:0) angeschaut, bei dem Dest zum "King of the Match" gekürt wurde.
Der US-Nationalspieler ist technisch stark, schnell und liebt Tricksereien – also der Gegenentwurf zum aktuellen Rechtsverteidiger Benjamin Pavard, der ohnehin eher als Innenverteidiger eingeplant ist. Anschauungsunterricht für Bayern gab’s schon 2018/19, als Dest mit der Ajax-U19 in der Youth League zweimal gegen den Münchner Nachwuchs (2:2, 1:2) spielte.
Laut "De Telegraaf" hatten die Bayern bereits im Winter 20 Millionen Euro für den Rechtsverteidiger geboten, Ajax-Sportchef Marc Overmars wollte aber 30. So wurde es nur die kleine Lösung mit Leih-Spieler Álvaro Odriozola (Real Madrid). Für kommenden Sommer soll jedoch weitestgehend Einigung (26 Mio.?) bestehen. Laut "kicker" sei zumindest das Bayern-Interesse "verbrieft".
Wechsel-Prognose: Die Anzeichen verdichten sich, dass Bayern den Rechtsverteidiger im Sommer holt und damit eine der dringlichsten Baustellen schließt.
Roberto Firmino (28, FC Liverpool):
Am Montag schwappte das Gerücht aus England herüber, dass Bayern am Ex-Hoffenheimer in Diensten der Reds interessiert sei und offenbar plane, rund 85 Millionen Euro für den Brasilianer auf den Tisch zu legen. Dazu gibt es aber noch keine belastbaren Anhaltspunkte. Und Firmino steht bei Liverpool noch bis 2023 unter Vertrag.
Wechsel-Prognose: Sich mittelfristig mit der Nachfolge für Robert Lewandowski (31) zu beschäftigen, macht durchaus Sinn. Liverpool wird den Angreifer, der mit seiner unorthodoxen Interpretation der Mittelstürmerrolle so perfekt ins System von Jürgen Klopp passt, jedoch nicht so einfach gehen lassen. Bisher also nicht mehr als ein Gerücht.
Dayot Upamecano (21, RB Leipzig):
Der Leipziger Innenverteidiger spielte im Spitzenspiel am Sonntagabend gegen Robert Lewandowski und Co. so abgeklärt, dass selbst Bayern-Sportdirektor Salihamidzic loben musste: "Er hat wirklich stark gespielt."
Was noch keine Offerte ist; laut "Bild" hat Bayern jedoch bereits beim Management des jungen Franzosen (21) angefragt, ob prinzipiell Interesse an einem Transfer zu den Münchnern bestünde – Auskunft offen, denn auch der FC Arsenal und der FC Barcelona sollen interessiert sein.
Gut für die Bayern: Upamecanos Vertrag bei RB hat allen Anschein nach eine Klausel, wonach sich eine festgeschriebene Ablösesumme Jahr für Jahr verringert. Im Sommer soll der Innenverteidiger für 60 Millionen Euro zu haben sein. Und die Bayern fahnden ja noch nach einem Nachfolger für den abwanderungswilligen Jérôme Boateng …
Wechsel-Prognose: Wenn sich die Bayern strecken, haben sie gute Chancen – und Upamecano vergrößert im Sommer die "French Connection".
Leroy Sané (24, Manchester City):
Der deutsche Außenstürmer ist nach seinem zu Saisonbeginn erlittenen Kreuzbandriss mittlerweile wieder ins Training eingestiegen, arbeitet aber noch an seinem Comeback für Manchester City.
FCB-Präsident Herbert Hainer brachte Sané am Wochenende zwar via "BamS" wieder ins Gespräch ("ein toller Spieler, an dem wir interessiert sind"), die Bayern wollen aber erst mal die Entwicklung bei Sané nach seiner langen Pause abwarten. "Jetzt muss man erst einmal sehen, wie er nach seiner Verletzung zurückkommt", schränkte Hainer ein.
Wechsel-Prognose: Prinzipielles Interesse ist von beiden Seiten nach wie vor vorhanden – doch die Bayern haben den Transfer erst mal zurückgestellt und wollen Sané offensichtlich erst vollkommen wiederhergestellt in Aktion sehen, ehe sie eine Ablöse in der Nähe der eigenen Rekordsumme (80 Mio.) in Erwägung ziehen.
Kai Havertz (20, Bayer Leverkusen):
Der offensive Mittelfeldspieler kommt in dieser Spielzeit nicht an seine glänzenden Leistungen aus der Vorsaison (20 Tore, sieben Assists) heran – 2019/20 braucht er im Schnitt fast 320 Spielminuten für eine direkte Torbeteiligung (fünf Tore, zwei Vorlagen).
Umso größer ist derzeit das Fragezeichen bei Bayern, ob es denn im Sommer schon an der rechten Zeit ist, für den Nationalspieler "All-In" zu gehen und eine Summe um die 100 Millionen Euro auf den Tisch zu legen. Bei Havertz jedenfalls hielten sich bisher alle Bayern-Verantwortlichen verbal komplett zurück.
Wechsel-Prognose: Bayern wartet bei Havertz noch ab und geht im Sommer noch nicht aufs Ganze – auch auf die Gefahr hin, dass ihn sich dann ein anderer Top-Klub schnappt.
Mister X (20-25 Jahre):
Für die kommende Saison fahndet Bayern noch dringend nach einem spielstarken Sechser, der am besten sowohl die Zweikampf- und Kopfballstärke eines Javi Martínez mitbringt, im Spielaufbau aber auch Lösungen bietet, die der Spanier nicht parat hat.
Seit sich jedoch im vergangenen Sommer ein Transfer des Spaniers Fabián Ruiz (23, SSC Neapel) nicht realisieren ließ, fehlt die heiße Spur zu einem geeigneten Kandidaten – außer die Bayern starten im Sommer nochmal einen Anlauf bei Ruiz.
Wechsel-Prognose: Noch nicht abzusehen …
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