FC Bayern: Warum Lewandowskis Chancen auf den Ballon d'Or perfekt sind
Robert Lewandowski befindet sich in der Form seines Lebens. Mit dem FC Bayern jagt er nicht nur unaufhaltsam dem achten Meistertitel in Serie entgegen, auch der Torrekord von Gerd Müller ist noch in Reichweite. 140 Bundesliga-Tore in den vergangenen sechs Jahren zeigen: Der Pole gehört schon lange zum Besten, was der Fußball zu bieten hat. In diesem Jahr aber ist er vielleicht der Beste.
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Ob er lieber mit Messi oder Ronaldo zusammenspielen würde, wurde Thomas Müller kürzlich auf einer Pressekonferenz gefragt. Keine leichte Frage, die der ehemalige deutsche Nationalspieler und aktuelle Topvorbereiter der Bundesliga aber auf seine ganz eigene Weise beantwortete.
"In meinen ersten sechs, sieben Jahren hätte ich lieber mit Messi gespielt. Denn da war ich hauptsächlich Stürmer. Aktuell bereite ich mehr Tore vor, da bräuchte ich eher Ronaldo", analysierte der 30-Jährige und schob dann mit müller'schem Charme nach: "Wir beim FC Bayern haben Robert LewanGOALski. Verstehen sie? Robert LewanGOALski. Ich glaube, dass er aktuell die bessere Option als Ronaldo ist."
Lewandowski ist die Option schlechthin
Müllers These ist nicht annähernd so steil, wie sie sich anhört, sondern durch Zahlen bestens zu belegen.
30 Ligatreffer hat Lewandowski nach 30 Spieltagen auf dem Konto - in Europa kommt derzeit niemand auf einen besseren Wert. Zwar sei fairerweise hinzugefügt, dass die Bundesliga als bisher einzige Top-Liga überhaupt 30 Spieltage absolviert hat, doch bis auf Ciro Immobile von Lazio Rom (27 Tore nach 26 Spieltagen) kommt wohl niemand nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs an diese Quote heran. Ronaldo (19 Tore nach 26 Spieltagen) und Messi (19 Tore nach 27 Spieltagen) sind mehr oder weniger abgeschlagen.
Noch beeindruckender werden Lewandowskis Statistiken, wenn man die weiteren Wettbewerbe hinzunimmt. Der Pole kommt dann auf sage und schreibe 44 Treffer in 38 Spielen (Top-Wert in Europa). In der Champions League führt er die Torschützenliste mit elf Treffern an und macht sich berechtigte Hoffnungen, den Torrekord von Ronaldo, der Real Madrid in der Saison 2013/2014 mit 17 Treffern zum Titel schoss, zu knacken.
Der Rekord von Gerd Müller, der in der Saison 1973/1974 40 Tore erzielte, wird angesichts einer Sperre im kommenden Spiel gegen Borussia Mönchengladbach und damit nur drei verbleibenden Spielen kaum zu brechen sein.
Dennoch bleibt festzuhalten: Lewandowski war statistisch gesehen nie besser - und am Zenit ist er laut eigener Aussage auch noch nicht angekommen: "Ich werde bald 32 Jahre alt, aber ich hoffe, das spiegelt sich nicht in meinen Statistiken wider. Meine beste Form liegt noch vor mir, diese Saison ist nicht mein Highlight. Ich kann immer besser werden."
Lewandowski hat den idealen Körper
Lewandowskis Potenzial scheint grenzenlos. Eines der vielen Geheimnisse für seine seit Jahren anhaltende Form ist sein Körper. Der Pole ist seit jeher perfekt austrainiert, was auf eine hohe Trainingsdisziplin und die richtige Ernährung zurückzuführen ist. Lewandowski ist eben ein absoluter Vollprofi, das bestätigten alle seine bisherigen Trainer.
Hinzukommt, dass er ähnlich wie Modellathlet Ronaldo kaum mit Verletzungen zu kämpfen hat. In sechs Jahren beim FC Bayern verpasste "Lewy" läppische 15 Spiele. Als er von Ende Februar bis Ende März 2020 wegen einer Schienbeinverletzung drei Spiele verpasste, war das die längste Ausfalldauer am Stück seiner Karriere.
Wie lange Fußballprofis, wenn der Körper mitspielt, auf Top-Niveau spielen können, zeigt Ronaldo seit Jahren. Der Portugiese ist mittlerweile 35 Jahre alt, macht noch immer 45 plus X Spiele im Jahr und fällt nur selten aus. Eingebüßt hat er allerhöchstens ein wenig seines Tempos.
Weltfußballer Lewandowski? Die Chance war nie größer
Lewandowski spielt auf einer Position, auf der ihm selbst der Geschwindigkeitsverlust nicht allzu viel anhaben kann. Er ist Wandspieler und Vollstrecker, im Sechzehner wohl der kompletteste seiner Zunft, wird jedoch bei den großen individuellen Auszeichnungen noch nicht für die vordersten Plätze berücksichtigt - von den acht Siegen bei der Wahl zu Polens Fußballer des Jahres (2011 bis 2017 und 2019) mal abgesehen.
Im vergangenen Jahr landete er beim Ballon d’Or immerhin auf Rang acht, bei der 2020er-Ausgabe könnte er ganz oben auf dem Treppchen stehen. Die Chance stehen aus mehreren Gründen gut.
Zum einen findet aufgrund der COVID19-Pandemie im Sommer keine Europameisterschaft statt, was in diesem Zusammenhang nicht unwichtig ist. Schließlich hätten die Polen mutmaßlich nichts mit der Titelvergabe zu tun gehabt, was die Chancen für Lewandowski nicht gesteigert hätte.
Zum anderen haben die Bayern in diesem Jahr gute Chancen, in der Champions League sehr weit zu kommen. Aktuell hat der deutsche Rekordmeister den Vorteil, als einziges Top-Team komplett im Saft zu stehen. Je nachdem, wann die Königsklasse zu Ende gespielt wird, könnte die bajuwarische Eingespieltheit zum großen Faktor im Kampf um den Titel werden.
Ein Triumph in der Königsklasse wäre der ultimative Boost im Kampf um die Wahl des Weltfußballers - auch wenn diese erst zum Ende des Kalenderjahres fällig wird.
Doch Lewandowski ist ja wie ein guter Wein, er wird mit zunehmendem Alter besser und besser.
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