Freiburgs Jonathan Schmid exklusiv: "Warum nicht Ribérys Rekord brechen?"
Jonathan Schmid bestreitet mit dem SC Freiburg beim Saisonfinale gegen den FC Schalke 04 vielleicht das letzte Bundesliga-Spiel des SCF im Schwarzwald-Stadion - zur neuen Saison wollen die Breisgauer in ihrer neuen Arena antreten. Im Exklusiv-Interview mit Eurosport spricht der Franzose über diesen Abschied, seinen Entdecker Christian Streich und einen Rekord, den er Franck Ribéry abnehmen will.
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Das Interview führte Fabien Esvan
Am Samstag beenden Sie Ihre 13. Profi-Saison, sind dann mit 252 Einsätzen einer der Franzosen mit den meisten Bundesligaspielen, knapp hinter Franck Ribéry (273 Spiele). Was bedeutet Ihnen das?
Jonathan Schmid: Das ist toll! Warum nicht den Rekord von Ribéry brechen? Noch fehlen ein paar Spiele, aber wenn ich weiter meine Leistung bringe und mich vor allem nicht verletze - warum dann nicht diesen Rekord holen?
Mit Tanguy Kouassi kommt eines der großen französischen Talente von PSG zum FC Bayern. Was sagen Sie zu seiner Entscheidung?
Schmid: Bayern ist eine herausragende Mannschaft und an der Seite von den Topspielern dort kann er sich nur verbessern und warum nicht auch Spielzeit bekommen. Ob er die richtige Wahl getroffen hat oder nicht - das ist seine Entscheidung und wir werden sehen, wie er sich weiter entwickelt.
Das Spiel gegen Schalke könnte das letzte der Freiburger im Schwarzwald-Stadion vor dem Umzug in die neue Arena sein: Welche Erinnerungen kommen zu diesem Abschied hoch?
Schmid: Zuallererst die an meinen ersten Bundesligaeinsatz bei den Profis [im Januar 2011 gegen Nürnberg]. Aber eine besonders schöne Erinnerung ist die an ein Spiel mit meinem damaligen Klub aus Offenburg gegen Freiburg 2008, damals noch in der U19: Ich habe ein Tor erzielt und Christian Streich, damals noch der Nachwuchstrainer, wurde auf mich aufmerksam und holte mich für die nächste Saison in sein Team.
Was macht Streich als Trainer so außergewöhnlich?
Schmid: Seine herausragende Persönlichkeit. Er ist fußballverrückt, immer für uns da und stellt sich jederzeit in den Medien vor seine Spieler. Er lebt für den Verein, er liebt Freiburg. Das beweist er seit Jahren durch gute Ergebnissen - mit den begrenzten Möglichkeiten hier gelingt es ihm immer, eine gute Mannschaft aufzubauen, die ausgewogen und wettbewerbsfähig ist.
Die Fans sind im Schwarzwald-Stadion extrem nah am Spielfeld gewesen, was macht das für die Spieler aus?
Schmid: Das hat uns immer Kraft in den Heimspielen gegeben - und wir haben jetzt in der Corona-Krise den Unterschied gespürt: Ohne die Fans hier zu spielen ist sehr schwer. Denn die Zuschauer stehen immer komplett hinter uns, egal ob wir gewinnen oder verlieren - sie machen immer weiter, singen das ganze Spiel.
Die Stimmung, die wir haben, ist wirklich verrückt und ziemlich einzigartig in Deutschland - und wir brauchen das.
Das Spielfeld im Schwarzwald-Stadion ist ganz leicht abfallend: Welchen Einfluss hat das gehabt?
Schmid: Während des Spiels merkt man das eigentlich nicht. Aber uns ist es lieber, wenn wir in der zweiten Halbzeit Richtung unserer Fans spielen, weil wir wissen, dass der Rasen dorthin abfällt. Aber das ist vor allem auch Aberglaube, denn man spürt es kaum.
Haben die Spieler für den letzten Auftritt im alten Stadion etwas Besonderes vorbereitet?
Schmid: Nein, da haben wir bisher nichts geplant.
Sie haben Ihre ganze Karriere in der Bundesliga verbracht, was selten für einen Franzosen ist. Reizt es Sie, in Ihrer Karriere auch noch einmal in Frankreich zu spielen?
Schmid: Ja, ganz ehrlich! Warum nicht irgendwann in Straßburg im Meinau-Stadion auflaufen? Das war schon seit meiner Kindheit ein Traum von mir.
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