Nach Doppelpack gegen Bremen: Kai Havertz "kann es besser"

Kai Havertz gelang mit zwei Kopfballtoren ein Neustart nach Maß. Zudem brillierte er als Taktgeber und wurde anschließend nahezu mit Lob überschüttet. Nur sein Trainer Peter Bosz trat etwas auf die Bremse und meinte: "Ich weiß, dass er es viel besser kann." Dies habe etwas mit dem Rhythmus zu tun. Der soll gegen Gladbach weiter aufgenommen werden, Havertz selbst ist jedenfalls optimistisch.

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Kai Havertz hier, Kai Havertz da - nein, Peter Bosz hatte nach der nächsten Gala seines Shootingstars keine Lust in die Lobeshymnen mit einzustimmen. Natürlich sei Havertz ein "besonderer Spieler", sagte Bayer Leverkusens Trainer nach dem Kopfball-Doppelpack des Kapitäns und Nationalspielers, "aber er kann es viel besser".
Europas Topklubs hatten den spielerisch reifen und vor dem Tor überaus abgezockten Auftritt von Havertz bewundern dürfen, doch Bosz hielt sich nach dem souveränen 4:1 (2:1)-Erfolg bei Werder Bremen zurück. "Ich kenne ihn jetzt schon lange, da weiß ich, dass er es viel besser kann. Das hat etwas mit Rhythmus zu tun", sagte Bosz. Für ihn sind die Glanzauftritte von Havertz längst Normalität.

Debütant Wirtz überzeugt auf Anhieb

Bleibenden Eindruck hinterließ bei Bosz vielmehr die Bundesliga-Premiere von Florian Wirtz. Der Youngster, der in der gespenstischen Atmosphäre des leeren Weserstadions mit 17 Jahren und 15 Tagen als drittjüngster Profi überhaupt in der Bundesliga debütiert hatte, überzeugte auf Anhieb.
"Er hat von Anfang an gut gespielt, Bälle gehalten und gut nach vorne gespielt", lobte Bosz: "Er war wichtig für uns, deshalb war es eine Ausnahme, dass ich mal über einen Spieler von uns rede."
Auch Abwehrchef Sven Bender hat der Youngster bereits überzeugt. "Er ist unfassbar weit. Fußballerisch ist das sensationell. Er ist komplett schnell angekommen und hat in den ersten Trainingseinheiten gleich gezeigt, was er kann", sagte der 31-Jährige: "Ich glaube, da haben wir uns ein Riesentalent geangelt."
Wirtz spielte tatsächlich von Beginn an frech auf, fügte sich ohne Probleme in das kombinationssichere Bayer-Spiel und ließ sich keinerlei Nervosität anmerken. Dabei waren in der Ligahistorie nur Werder-Profi Nuri Sahin und Yann Aurel Bisseck jünger als der robuste Rechtsaußen, der im Winter aus Köln zum Werksteam gewechselt war. Ganz nebenbei schnappte sich Wirtz am Montagabend auch noch den Rekord-Status als jüngster Bayer-Debütant - und löste damit Havertz ab.

Havertz vor Gladbach-Spiel angriffslustig

Das war dem Leverkusener Anführer freilich herzlich egal. Mit seinen Rückrunden-Toren Nummer sieben und acht hievte Havertz seinen Klub wieder bis auf einen Punkt an die Champions-League-Plätze heran - und schraubte seinen Marktwert weiter in die Höhe.
"Wir haben gezeigt, dass wir in dieser Saison und auch nach der Pause sehr gut drauf sind", sagte Havertz bei "DAZN". Nun könne man "auch den Anspruch stellen, dass wir in Mönchengladbach drei Punkte holen werden".
Trainer Bosz hielt sich mit solchen Kampfansagen zurück, auch das sechste ungeschlagene Liga-Spiel (fünf Siege) konnte ihn nicht aus der Reserve locken. Ob es etwas zu bemängeln gebe, wurde der Coach auf der virtuellen Pressekonferenz gefragt? "Ja, absolut", entgegnete Bosz und kritisierte vor allem mangelnde Bewegung: "Aber nach zwei Monaten ohne ein Spiel ist es nicht einfach, man muss zufrieden sein."
Auch wenn es Doppel-Torschütze Havertz "noch viel besser kann".
(SID)
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