Manuel Neuer: Warum die Verlängerung für den FC Bayern so wichtig ist

Lange genug hat's gedauert, nun ist es offiziell: Der FC Bayern München bindet Manuel Neuer für zwei weitere Jahre bis 2023 - und schließt damit eine Baustelle, die Vereinsobere, Fans und Medien über Monate auf Trab gehalten hatte. Ein wichtiges Signal zum richtigen Zeitpunkt, von dem die Münchner nicht nur langfristig, sondern schon im anstehenden Titelkampf in der Bundesliga profitieren dürften.

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So wirklich locken lassen wollte sich Manuel Neuer am vergangenen Sonntag im Interview bei "Sky" noch nicht, doch man konnte an den Formulierungen des 34-jährigen Keepers erkennen, dass sich etwas im Gegensatz zu den vorherigen Wochen verändert hatte.
Dass es nur drei Tage bis zur finalen Verkündung dauern sollte, überraschte dennoch ein wenig.
Sei's drum: Neuer bleibt dem FC Bayern München langfristig erhalten. So viel steht seit Mittwochnachmittag fest. Der viermalige Welttorhüter verlängert seinen Vertrag bis 2023 – und beendet damit eine epische Hängepartie, die in den vergangenen Monaten Spieler, Verein und Fans auf Trab gehalten hatte.
Der FCB sei "sehr glücklich und zufrieden", dass Neuer dem Klub erhalten bleibe, wird Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in der offiziellen Pressemitteilung zitiert: "Manuel ist der beste Torhüter der Welt und unser Kapitän."

Neuers Verlängerung gibt Bayern Sicherheit im Titelrennen

Die Verlängerung des 34-Jährigen ist ein wichtiges Signal an die Bundesliga, die Anhänger und Richtung der anderen europäischen Top-Klubs - auch finanziell. In einer Zeit, in der ohnehin die ganze Fußball-Welt auf die Bundesliga schaut, gehen die Münchner sukzessive den bereits vor Monaten eingeschlagenen Weg weiter und verlängern mit einem Leistungsträger nach dem anderen.
Erst Coach Hansi Flick (bis 2023), dann Thomas Müller (2023) und Alphonso Davies (2025); und nun also Neuer. Vielleicht der wichtigste Baustein überhaupt.
Sportlich ließ der Schlussmann in der aktuellen Saison keinen Zweifel an seiner Klasse, blieb allein im laufenden Kalenderjahr in acht von zwölf Spielen ohne Gegentor. Als Kapitän, Führungsspieler und Integrationsfigur geht sein Wert für das Team von Flick jedoch weit darüber hinaus.
Dass sowohl Neuer, als auch seine Mannschaftskameraden und die Vereinsoberen das aufreibende Thema ad acta legen können, kann dem Rekordmeister im spannenden Titelkampf in den kommenden Wochen nur gut tun.

Neuer und Bayern einigen sich im Vertragspoker

So wirklich konnte man sich Neuer, seit fast neun Jahren bei Bayern, auch auf seiner alten Tage in keinem anderen Trikot mehr vorstellen. Dennoch stand diese Möglichkeit lange im Raum. Zu festgefahren schienen die Fronten. Vertragsdauer, Gehalt, die Medien – alles Streitpunkte, die drohten, die fast perfekte Liebesbeziehung zu zerstören.
Darf man Informationen der "BILD"-Zeitung glauben, haben sich Neuer und der Verein schlussendlich auf einen Kompromiss geeinigt. Laut dem Blatt soll der 34-Jährige, dessen Vertrag 2021 ausgelaufen wäre, eine Gehaltserhöhung für seine Unterschrift einstreichen, dabei allerdings unter der oft genannten 20-Millionen-Euro-Marke bleiben.
In Sachen Vertragslaufzeit scheint sich hingegen der Verein durchgesetzt zu haben. Zwischenzeitlich war sogar von einem geforderten Fünf-Jahres-Vertrag von Neuers Seite die Rede. Am Ende wurden es drei.

Neuer bekommt die richtigen Signale

Doch die finanziellen Argumente dürften nicht die Einzigen gewesen sein, die Neuer letztendlich überzeugten. "Wir haben verstanden, in welche Richtung Manuel in dieser Phase seiner Karriere denkt und was für ihn wichtig ist“, so Vorstandsmitglied und Neuer-Versteher Oliver Kahn, der ein wichtiger Faktor in den Verhandlungen war.
Neben Flick, den Neuer jüngst als "super Trainer" bezeichnete, sei auch der Verbleib von Torwart-Trainer Toni Tapalovic "wichtig" für ihn gewesen. "Da dies nun geklärt ist, sehe ich mit großem Optimismus in die Zukunft. Ich fühle mich in Bayern sehr wohl und heimisch", wird Neuer zitiert.
Zudem war es sicherlich förderlich, dass sich neben Flick auch die Bosse in aller Öffentlichkeit hinter dem Nationalkeeper als unumstrittene Nummer eins im Bayern-Tor positioniert haben. Eine Wertschätzung, derer sich der Keeper nach der Verpflichtung von Torwart-Talent Alexander Nübel offenbar nicht mehr so sicher war.

Nübel muss sich gedulden

Der 23-jährige Nübel, der im kommenden Sommer vom FC Schalke an die Isar wechselt, muss derweil als Verlierer der Neuer-Verlängerung angesehen werden. Der Youngster wird sich, insofern nichts Unerwartetes passiert, noch einige Jahre gedulden müssen, bis der Platz zwischen den Pfosten frei wird.
Wie sich die Situation hinter Neuer ab Sommer darstellt, ist unklar. Mit Sven Ulreich, der seit Jahren die Nummer zwei hinter dem deutschen Nationalkeeper ist und diesen während seiner langen Verletzungspause bravourös vertrat, und Christian Früchtl haben die Münchner zwei weitere Torhüter im Kader, die, wenn sie denn bleiben, ihren Platz nicht so einfach räumen werden.
Doch das sind alles Luxusprobleme, mit denen sich der Rekordmeister in Zukunft beschäftigen wird. Mit dem Verbleib von Neuer ist die größte Sorge erst einmal aus der Welt geschafft.
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