Vier Punkte beträgt der Vorsprung des FC Bayern an der Tabellenspitze der Bundesliga. Das war vor dem ersten Geister-Spieltag so - und auch danach.

Während der ärgste Verfolger Borussia Dortmund das Revierderby in beeindruckender Manier für sich entschied, musste sich der Rekordmeister einen Tag später bei Union Berlin schon etwas strecken.

Bundesliga
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19/05/2020 AM 07:47

Der Tabellenführer wirkte noch nicht ganz so leichtfüßig und dominant wie gewohnt. Nach fast 70-tägiger Pause war dies allerdings auch nicht zu erwarten gewesen.

Für Trainer Hansi Flick bleibt jede Menge Arbeit an verschiedenen Fronten, um die Form zu verbessern und die Mannschaft auf Meisterschaftskurs zu halten.

Thiago vom FC Bayern gegen Anthony Ujah von Union Berlin

Fotocredit: Imago

Rhythmus finden und Präzision verbessern

Klar, der Aufsteiger wurde an der Alten Försterei besiegt. Nichts anderer aber, war im Vorfeld erwartet worden.

Dass die vor Corona so harmonisch und auf Hochtouren laufende Offensivabteilung allerdings keinen Treffer aus dem Spiel - Lewandowski traf per Elfmeter, Pavard nach einer Ecke - zustande brachte, hinterließ dann doch ein schüchternes Kopfkratzen.

Besonders der Zug aus dem Mittelfeld fehlte.

Dort machte Leon Goretzka ein starkes Spiel. Und auch Thiago und Joshua Kimmich waren insgesamt über jeden Zweifel erhaben. Allerdings machten besonders die Letztgenannten zu wenig Tempo. So konnte sich die gut organisierte Defensive der Gastgeber immer wieder problemlos positionieren.

Die fehlende Spielpraxis war vor allen Dingen im schnellen Passspiel zu bemerken. Immer wieder wurden Zuspiele zu hart oder schwach getreten. So konnte sich die so dominante Spielidee der Flick-Bayern nicht in ganzer Pracht entfalten.

Mit weiteren Trainingseinheiten wird sich der Rhythmus aber höchstwahrscheinlich schon bis zum Spiel gegen Eintracht Frankfurt (Sa., ab 18:30 Uhr im Liveticker) drastisch verbessern.

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Coman integrieren

"Wir haben mit Union einen Gegner, der sehr körperbetont agiert und im Schnitt 1,90 Meter groß ist", erläuterte Hansi Flick seine Aufstellung vor dem Berlin-Spiel.

Dem Bayern-Trainer war wichtig, "Kopfballstärke im Team" zu haben. Außerdem habe "Leon hervorragend trainiert und sich diesen Einsatz verdient". Goretzka spielte dementsprechend und für Kingsley Coman blieb nur die Bank.

Der Franzose - gerade von einer Zerrung genesen - blieb dort auch für den Großteil der Partie. Erst in der 71. Minute schickte ihn Flick für Goretzka aufs Feld.

Coman überzeugte in den knapp 20 verbliebenen Minuten. Er brachte - gegen einen müder werdenden Gegner - Geradlinigkeit und Tempo in das oft etwas behäbig wirkende Spiel der Münchner.

Für die kommenden Wochen darf sich der Flügelflitzer, um den sich zuletzt Wechselgerüchte entfalteten, durchaus Hoffnung auf mehr Einsatzzeit machen.

Neuers Vertragsverlängerung sorgt für Sicherheit

In Sachen Zukunftsplanung haben die Verantwortlichen der Bayern dagegen den nächsten Schritt gemacht. Am Mittwochnachmittag beendete der Verein alle Spekulationen rund um Keeper Manuel Neuer und verkündete die lang ersehnte Vertragsverlängerung mit dem 34-Jährigen.

"Der FC Bayern ist sehr glücklich und zufrieden, dass Manuel seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2023 verlängert hat", wird Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in der offiziellen Pressemitteilung zitiert: "Manuel ist der beste Torhüter der Welt und unser Kapitän."

Manuel Neuer verlängert Vertrag beim FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Am Sonntagabend hatte sich Neuer auf Nachfrage von Patrick Wasserziehr bei "Sky" noch zurückhaltend geäußert, nun haben Verein und Spieler für klare Verhältnisse gesorgt.

Ein nicht zu unterschätzendes Plus im Titelrennen, können der Kapitän als auch seine Mannschaftskollegen dieses unterschwellig schwelende Thema endlich aus ihren Köpfen streichen und sich rein auf die sportlichen Ziele konzentrieren.

Neuer zeigte in der laufenden Saison einmal mehr, dass er der unumstrittene Boss in Flicks Team ist und noch dazu in bestechender Form. Fünf Mal hintereinander hat er nun kein Gegentor gefangen, hielt sich in acht von zwölf Pflichtspielen seit Jahresbeginn schadlos.

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