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3:3 nach 0:3: Reus rettet BVB vor peinlicher Pleite gegen Paderborn

3:3 nach 0:3: Reus rettet BVB vor peinlicher Pleite gegen Paderborn

23/11/2019 um 00:18Aktualisiert 23/11/2019 um 12:44

Borussia Dortmund hat zum Auftakt des 12. Bundesliga-Spieltags gegen Außenseiter SC Paderborn ein 3:3 erkämpft. Zur Halbzeit hatte es bereits 0:3 gestanden. Streli Mamba (5., 37.) und Gerrit Holtmann (43.) trafen für den Aufsteiger, Jadon Sancho (47.) und Axel Witsel (84.) verkürzten, ehe Marco Reus in der Nachspielzeit per Kopf den Ausgleich erzielte.

So lief das Spiel:

Die Paderborner versteckten sich von Beginn an keineswegs und spielten mutig nach vorne. Sie erarbeiteten in den Anfangsminuten ein Chancenplus und zogen sich nach ihrem Führungstreffer etwas zurück.

Der Aufsteiger konterte in der fünften Minute erfolgreich nach einem abgewehrten Dortmunder Eckball. Kai Pröger tankte sich auf der rechten Außenbahn energisch gegen Nico Schulz durch. Er flankte flach an den Fünferrand, wo Streli Mamba unbedrängt zum 1:0 einschob.

Gegen den Ball agierten die Gäste mit zwei engmaschigen Vierer-Reihen, die der BVB nur selten überspielte. Meist war für die Borussen, die im ersten Durchgang keinen ihrer drei Schüsse aufs Tor platzierten, vor der Gefahrenzone Schluss. Der SCP konterte geradlinig und bestrafte Dortmunds mangelhaftes Abwehrverhalten mit zwei weiteren Toren.

In der 37. Minute setzte sich Pröger halblinks im Mittelfeld gegen Mahmoud Dahoud durch und hob den Ball über Julian Weigl in die Spitze. Mamba nahm diesen auf, lief auf Keeper Roman Bürki zu und schoss flach zum 2:0 ins linke Eck.

Sechs Minuten später schickte Jamilu Collins Gerrit Holtmann per Steilpass auf der linken Seite. Dieser zündete den Turbo, entwischte Weigl und drang in den Strafraum ein. Dort schoss er durch die Beine von Bürki und traf zum 3:0-Pausenstand.

Dortmund zeigte nach dem Seitenwechsel eine deutliche Leistungssteigerung. Es waren in der zweiten Halbzeit erst 109 Sekunden gespielt, als das 1:3 fiel. Laurent Jans verlor den Ball im linken Halbfeld. Achraf Hakimi passte flach ins Sechzehnerzentrum, wo Jadon Sancho aus zwölf Metern flach zum 1:3 ins linke untere Eck schoss (47.).

Die Borussen kombinierten sich anschließend zielstrebig bis in ins Angriffsdrittel und kamen aus guten Abschlusspositionen zum Abzug. Nachdem sie einige gute Torchancen vergaben, wurden die Paderborner aktiver und hatten eine kurze Drangphase. Der BVB überstand diese und warf in der Schlussphase alles nach vorne. Dieser hohe Aufwand wurde mit zwei Toren in der Schlussphase belohnt.

Mats Hummels kam in der 84. Minuten nach einem abgewehrten Dortmunder Freistoß links, nahe der Grundlinie, an den Ball. Der Weltmeister von 2014 gab hoch nach innen, wo Axel Witsel zum 2:3 ins lange Eck nickte.

In der zweiten Minute der Nachspielzeit schlug Weigl aus dem Mittelfeld hoch in den gegnerischen Strafraum. Dort köpfte Jans nach links vor die Füße von Sancho, der vom Strafraumeck gefühlvoll in den Fünfer flankte. Marco Reus lief an und nickte zum 3:3-Endergebnis ein.

Die Stimmen zum Spiel:

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Das war eine desaströse erste Halbzeit von uns. Wir kriegen drei Tore. Das war unglaublich. Das einzig Positive ist das 3:3. Wir werden das gründlich analysieren. So kann es nicht weitergehen."

Video - Favre total bedient: "Kann so nicht weitergehen"

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Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn): "Das ist natürlich bitter, wenn man die letzten zehn Minuten sieht. Das ist schade, aber ich bin absolut stolz auf die Mannschaft und zufrieden, auch wenn das Ergebnis nach einem 3:0-Vorsprung bitter ist."

Marco Reus (Kapitän Borussia Dortmund): "So dürfen wir nie, nie, nie wieder auftreten. Das war absolute Scheiße." Und weiter: "Wir müssen uns bei allen Zuschauern entschuldigen. Der Trainer stellt uns jedes Mal super ein. Wir sind dafür verantwortlich, auf dem Platz unsere Leistung zu bringen. Wir müssen nicht über den Trainer reden, sondern über uns. Wenn hier am Freitagabend 80.000 Zuschauer kommen, dürfen wir so etwas nicht anbieten."

Der Tweet zum Spiel:

Nach dem Schlusspfiff herrschte ein gellendes Pfeifkonzert. Kommenden Montag steht bei Borussia Dortmund die ordentliche Hauptversammlung an…

Das fiel auf: "Thank God it’s Friday"

Freitagabends fühlt sich der BVB seit über 15 Jahren besonders wohl. Er blieb seit der 0:1-Niederlage im Revierderby gegen Schalke (2004) in 27 Heimspielen im deutschen Fußball-Oberhaus ungeschlagen. Dortmund fuhr dabei 19 Dreier und acht Unentschieden ein. Gegen den SCP roch es lange nach einer Niederlage, doch schlussendlich fuhren die Borussen erneut an einem Freitag einen Punktgewinn ein.

Die Statistik: 31

Die Schwarz-Gelben netzten zum 31. Mal hintereinander in einem Bundesligaspiel vor heimischer Kulisse mindestens einmal ein (Vereinsrekord). Sie blieben im Januar vergangenen Jahres letztmals ohne eigenen Treffer im Signal Iduna Park (0:0 gegen Wolfsburg).

Video - #SotipptderBoss: BVB betreibt Wiedergutmachung für Bayern-Debakel

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