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RB Leipzig meldet sich gegen Werder Bremen eindrucksvoll zurück
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Publiziert 15/02/2020 um 17:21 GMT+1 Uhr
RB Leipzig hat sich am 22. Bundesliga-Spieltag mit einem 3:0 (2:0) über den SV Werder Bremen im Rennen um die deutsche Meisterschaft zurückgemeldet. Tore von Lukas Klostermann (17.), Patrik Schick (39.) und Nordi Mukiele (46.) beendeten den Leipziger Negativlauf von vier Pflichtspielen ohne Sieg. Werder hat dagegen zehn der letzten zwölf Ligaspiele verloren und bleibt auf einem Abstiegsplatz.
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So lief das Spiel:
Mehr Initiative in den Anfangsminuten ging von Leipzig aus, Bremen zeigte sich aber durchaus bemüht, mitzuspielen. Die erste Torchance aus spitzem Winkel ergab sich für Dani Olmo, dessen Schuss aber über das Gehäuse ging (7.).
Das Spiel verlagerte sich mit zunehmender Spieldauer in die Hälfte der Bremer, die Gastgeber wirkten offensiv deutlich handlungsstärker. Nicht unverdient fiel die Führung der Leipziger: Nach einem Freistoß legte Patrick Schick am Fünfer nach rechts ab, der eingelaufenen Lukas Klostermann schob aus kurzer Distanz ein (17.).
Das Team von Julian Nagelsmann kontrollierte die Partie fortan, Bremen fand offensiv hingegen nicht statt. Ein fahrlässiger Rückpass von Marco Friedl hätte Leipzig beinahe sogar das zweite Tor beschert, doch Kevin Vogt hinderte den freien Schick im letzten Moment noch am Torabschluss (26.).
In der 33. Minute verbuchte Bremen durch einen Distanzschuss von Friedl den ersten Abschluss. Ein Aufbäumen entwickelte sich jedoch nicht. Stattdessen blieb Leipzig mit Tempo, Spielwitz und Zug zum Tor deutlich gefährlicher, Schick verpasste nach scharfer Hereingabe von Timo Werner nur knapp den Torerfolg (36.).
Besser lief es wenige Minuten später nach Eckball von Olmo, Schick besorgte per Kopf das 2:0 (39.).
Der Knockout für Werder ereignete sich bereits mit Wiederanpfiff: Mit einem langen Ball hebelte Konrad Laimer die Bremer Hintermannschaft aus, Niklas Moisander konnte Nordi Mukiele nicht mehr stoppen und der Leipziger überwand Jiri Pavlenka zum 3:0 (46.).
Mit der komfortablen Führung im Rücken ließ Leipzig in Sachen Intensität nach, ohne jedoch die Spielkontrolle abzugeben. Bremen brachte hingegen weiterhin kaum Akzente aufs Feld und hatte Leipzig nichts entgegenzusetzen.
In der 61. Minute mussten die Gäste zudem den verletzungsbedingten Ausfall von Abwehrchef Vogt hinnehmen. Viel passierte im Anschluss nicht mehr, das Spiel war aufgrund der klaren Verhältnisse entschieden. Für Leipzig am Ende ein ungefährdeter Heimsieg. Bremen legte hingegen einen Auftritt hin, der die Situation an der Weser weiter verschärfen dürfte.
Die Stimmen zum Spiel:
Markus Krösche (Sportdirektor RB Leipzig): "Das war ein souveräner Heimsieg. Wir haben es gut gemacht. In der ersten Halbzeit hätten wir es noch konsequenter ausspielen können. Die Jungs haben aber die Ruhe bewahrt, keine Fehler gemacht und verdient gewonnen."
Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Ich bin glücklich darüber, dass wir heute gute Standards getreten haben und dadurch das Spiel in unsere Richtung haben kippen lassen. Der Sieg war verdient, auch wenn es kein großes Feuerwerk war. Das muss auch nicht immer sein, wir sind froh, dass wir gewonnen haben."
Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Dass der Heimsieg für RB Leipzig verdient war, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Wie er zustande kam, war für uns trotzdem ärgerlich, weil ich die erste Halbzeit weitgehend in Ordnung fand. Nach der Halbzeit kriegen wir sofort das 0:3, da war das Spiel natürlich gelaufen."
Maximilian Eggestein (Werder Bremen): "Standards zu trainieren ist nicht einfach. Aber wir kriegen trotzdem zu viele Gegentore. Das ist dann auch kein Zufall mehr. Da müssen wir uns hinterfragen. Es liegt vielleicht an der Fokussierung oder woran auch immer."
Niklas Moisander (Werder Bremen): "Wir kommen aus dem Trainingslager und haben einen guten Plan. Wir spielen auch nicht so schlecht, kriegen dann aber zwei Gegentore nach Standards. Danach wird es schwierig."
Frank Baumann (Geschäftsführer Sport Werder Bremen): "Irgendwann wird der Tag kommen, an dem Florian (Trainer Kohfeldt, Anm. d. Red.) nicht mehr Werder-Trainer ist. Aber wir sind absolut überzeugt, dass dieser auch in der nächsten Zeit nicht gekommen sein wird, sondern dass wir uns mit Florian aus der ganz, ganz schweren Situation, die durch die Niederlage noch komplexer geworden ist, [befreien werden]. Wir haben die Überzeugung in die Arbeit von Florian und er wird alles dran setzen, dass wir die Klasse halten. Wir werden alles dafür tun, dass wir die richtigen Maßnahmen finden werden, uns mit der Mannschaft und Florian zu befreien und eine Wagenburg-Mentalität aufzubauen. Er erreicht die Mannschaft und die Mannschaft steht hinter ihm. Deswegen gibt es auch keine Veranlassung, daran etwas zu ändern."
Das fiel auf: Rückkehr der Standardschwäche
Als hätte Bremen in diesen Wochen nicht schon genug Baustellen, kehrte gegen Leipzig eine altbekannte Schwäche bei ruhenden Bällen zurück. Bereits im November standen die eklatanten Probleme im Verteidigen von Standardsituationen auf der Mängelliste, damals kassierte Bremen acht Gegentore nach Ecken in elf Spielen. Im Anschluss zeigte sich Werder in diesem Bereich verbessert – bis zur Partie gegen Leipzig. Beim Führungstor orientierte sich die Bremer Hintermannschaft fast ausschließlich am Ball, nicht auf die Gegenspieler und ließ sich im Kollektiv überspielen – Patrick Schick kam letztendlich frei am Fünfer an den Ball und legte Klostermann auf. Auch dem zweiten Treffer ging ein Standard voraus, Schick schaffte sich per cleverem Schubser gegen Milos Veljkovic den nötigen Platz und kam erneut unbedrängt am Fünfer an den Ball und zum Torerfolg. Werder fehlte es in diesen Szenen an Ordnung und Widerstand. So einfach kann sich eine Mannschaft im Abstiegskampf keine Gegentore erlauben.
Der Tweet zum Spiel:
Die Statistik: 34
Mit seinem Treffer nur 34 Sekunden nach Wiederanpfiff erzielte Nordi Mukiele das schnellste Tor der Leipziger Bundesligageschichte nach der Halbzeitpause.
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