Verletzungsprobleme beim FC Bayern: So funktioniert die Notelf

Viele Verletzte bei einem ohnehin kleinen Kader, dazu keine Neuzugänge: Die Wintervorbereitung des FC Bayern verlief alles andere als rund. Die Personalsituation vor dem Spiel gegen Hertha BSC (Sonntag, 15:30 Uhr im Liveticker) hat sich zwar leicht verbessert, ist aber weiterhin angespannt. Eurosport.de erklärt im Taktik-Check, wie Bayerns "Notelf" im ersten Spiel 2020 agieren könnte.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Der FC Bayern startet erst am letzten Tag des Rückrundenauftakts ins Jahr 2020 – mit einer Notelf?
Neben den Defensivspezialisten Niklas Süle, Lucas Hernandez, Javi Martinez fallen auch der gesperrte Joshua Kimmich und Kingsley Coman sicher aus. Hinter den Einsätzen von Serge Gnabry und Robert Lewandowski stehen noch Fragezeichen. , wird Gnabry wohl nicht in der ersten Elf stehen.

Pavard soll Thiago den Rücken stärken

Die Viererkette stellt sich von selbst auf: Benjamin Pavard besetzt die rechte Seite, innen verteidigen Jerome Boateng und David Alaba, links wird Shootingstar Alphonso Davies erneut seine Chance bekommen. Bayern wird in dieser personellen Konstellation versuchen, das Spiel vermehrt über die linke Seite zu gestalten, wo Davies deutlich höher steht als sein Pendant Pavard auf dem rechten Flügel. Boateng wird bei der Ballannahme immer wieder schnell auf die linke Seite schauen – und bei entsprechender Gelegenheit einen Diagonalball auf Davies schlagen.
Pavard, Boateng und Alaba übernehmen im Anschluss an den Spielaufbau dann die Konterabsicherung, die gegen Hertha eine wichtige Rolle spielen wird. Bayern hat nämlich keinen klaren spielfähigen Sechser im Kader, sodass Thiago wohl wie schon öfter vor der Abwehr agieren wird. Im Spiel mit dem Ball macht dem Spanier keiner etwas vor, von der Sechserposition kann er das Spiel mit seinem überragenden Passspiel genauso antreiben wie mit Dribblings in freie Räume.
Nach Ballverlusten ist Thiago jedoch nicht der Spielertyp, der als Ausputzer Konter abfängt – deswegen wird Pavard seine offensiven Ausflüge auf der rechten Seite wohl stark dosieren, um die Innenverteidiger und Thiago in diesen Umschaltmomenten besser unterstützen zu können.

Goretzka und Coutinho mit Spezialrollen?

In der Offensive besitzt Hansi Flick trotz der Verletzungsprobleme einige Optionen. Auf den beiden Achterpositionen kommen Leon Goretzka, Corentin Tolisso, Philippe Coutinho und auch Thomas Müller in Frage. Angesichts der Ausfälle der angestammten Flügelstürmer Gnabry und Coman ist allerdings davon auszugehen, dass zumindest Müller kein Thema für das offensive Mittelfeld ist.
Goretzka ist mit seiner Laufstärke eigentlich unverzichtbar – gerade wenn Thiago auf der Sechs spielt. Der ehemalige Schalker weicht von der Achterposition zudem gerne auf den rechten Flügel aus, der wegen Pavards defensiver Rolle ohnehin Unterstützung benötigt. Der verbleibende Platz im Mittelfeld dürfte an Philippe Coutinho gehen.
Der Brasilianer fühlt sich auf der halblinken Seite am wohlsten – vor allem dann, wenn er dort ein bestimmtes Umfeld vorfindet: Ein hoher Außenverteidiger (Davies) und ein Flügelstürmer mit Zug zum Tor (vermutlich Ivan Perisic) geben ihm hier genau das Umfeld, in dem er aufblühen kann.
Coutinho braucht nämlich Mitspieler, die ständig in die Tiefe gehen und die Abwehrkette des Gegners dadurch nach hinten drücken. Die Folge: Die Räume zwischen Abwehr und Mittelfeld werden größer. Hier kann der Edeltechniker seine Stärken bei Distanzschüssen und letzten Pässen ausspielen.
Im Sturmzentrum wird Robert Lewandowski trotz vorheriger Verletzungspause spielen – seine Präsenz bei Flanken und als flache Anspielstation sind einfach zu wichtig, zu seiner Torquote ist ohnehin schon alles gesagt und geschrieben. Auf der rechten Außenbahn dürfte Thomas Müller beginnen. Damit die "Notelf" harmoniert, wird Müller zu Beginn der Angriffe sehr breit stehen müssen, da Pavard eher hinten bleibt. Wenn Goretzka dann wie beschrieben seine ausweichenden Läufe in Richtung Flügel antritt, muss Müller im richtigen Moment in die Tiefe starten – für den "Raumdeuter" sollte dies kein Problem sein.
Eurosport-Check: Kleiner Kader, viele Verletzte, dazu noch Kimmich gesperrt: Die Vorzeichen für den Rückrundenauftakt gegen die Wundertüte Hertha BSC könnten für die Bayern besser stehen. Dennoch bieten die fitten Spieler genügend Optionen, um eine taktisch harmonierende Mannschaft auf den Platz zu bringen.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung