FC Bayern bleibt in Wolfsburg gierig: Drei Dinge, die auffielen
Publiziert 27/06/2020 um 20:07 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München bekommt die Meisterschale überreicht und niemand außer ihnen selbst jubelt – weil eben keiner da ist. Doch der Rekordmeister hat das Beste aus der "Geister-Meisterfeier" gemacht. Fußball gespielt wurde natürlich auch. Bei dem 4:0 gegen den VfL Wolfsburg sind Bestmarken auf- bzw. eingestellt worden. Und ein 20-Jähriger trumpfte groß auf. Drei Dinge, die auffielen.
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1. Schalen-Übergabe der besonderen Art
Ein Quell der großen Gefühle sieht anders aus: Als der Schlusspfiff ertönte, klatschten die Spieler entspannt per Faust miteinander ab. Trainer und Betreuer streiften sich das Meister-Shirt mit der Nummer 8 (achte Meisterschaft in Folge) über. "Das ist ein besonderer Moment, es ist auch ein sehr seltsamer Moment", sagte DFL-Boss Christian Seifert vor der Meisterschafts-Ehrung. "So eine Saison haben wir noch nie erlebt. Es ist eine sehr eigenartige Atmosphäre."
Die Bayern störten sich nicht daran und feierten einfach ihre eigene Party. Nachdem Kapitän Manuel Neuer die Meisterschale zuerst hochstemmen durfte, ging die Trophäe in der Reihe um. Mit einem gemeinsamen "Hey" feierten die Mitspieler jeden Beteiligten, der den Pokal in die Höhe streckte. Danach folgte ein Mannschaftsfoto vor der Aufschrift "Deutscher Fußballmeister 2020" und ein gemeinsames "Ole, ole".
Leon Goretzka stachelte die wenigen Offiziellen und Medienvertreter im Stadion zu einer gemeinsamen Welle auf. Es folgte eine Ehrenrunde vor den leeren Rängen, weil drei der vier Tribünen unbesetzt waren. Doch sie machten das Beste daraus, forderten sogar einzelne Kameraleute oder Ordner zur erneuten Welle auf. Schlussendlich bekam Robert Lewandowski auch noch vom Pressesprecher des Vereins die Torjäger-Kanone überreicht.
"Wir sind stolz, wie die Mannschaft die letzten Monate gespielt hat und was sie erreicht hat", sagte Trainer Hansi Flick, fügte aber nach der Meisterschafts-Ehrung hinzu: "Die Zuschauer haben gefehlt."
2. Bayern lässt niemals nach
Die Saison locker zu Ende spielen? Das war für Trainer Hansi Flick und den FC Bayern keine Option. "Es ist wichtig, dass wir jetzt nicht nachlassen", hatte er vor dem Spiel gefordert und dabei den Blick bereits auf die kommenden Aufgaben gelegt. "Es ist schwer den Gang wieder hochzuschalten, wenn man die Konzentration zurückfährt. Wir müssen sehr präsent sein und den Rhythmus nutzen für das Pokalfinale."
Flick nahm gegenüber dem Heimsieg gegen den SC Freiburg zwar sechs Veränderungen in der Startelf vor, brachte in Kingsley Coman, David Alaba, Serge Gnabry, Alphonso Davies und Torwart Manuel Neuer allerdings fünf Schlüsselspieler in die Partie. Zudem verschaffte er Álvaro Odriozola, der Leihgabe von Real Madrid, seinen dritten Bundesligaeinsatz.
Besonders aktiv war Thomas Müller. Der Offensivspieler lief viel, bot sich lautstark an und verlangte ständig nach dem Ball. Seine mögliche Motivation: Er brauchte nur eine Vorlage, um mit 21 Assists den Rekord von Kevin de Bruyne aus der Saison 2014 / 2015 zu knacken. Dies gelang ihm bereits in der 4. Spielminute, als er den Ball perfekt in den Lauf von Kingsley Coman legte und dieser zum 1:0 traf.
Damit nicht genug an Bestmarken: Mit 49 Punkten und einem Torverhältnis von 54:10 hat Bayern die beste Rückrunde aller Zeiten gespielt.
Mit dem 4:0, sie hätten bei einer besseren Chancenverwertung sogar noch höher gewinnen können, erreichten die Bayern zudem die 100-Tore-Marke. Nach der Meister-Mannschaft von 1971 / 1972 sind sie erst die zweite Mannschaft der Bundesliga-Geschichte mit einer dreistelligen Toranzahl.
Einziger Wermutstropfen: Die Truppe um Gerd Müller schoss damals noch ein Tor mehr.
3. Cuisance spielt sich in den Vordergrund
Die Ausgangssituation war für Michael Cuisance nicht immer einfach. Im Sommer für eine Ablöse von rund zwölf Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach gewechselt, mutierte er zum Dauer-Bankdrücker. Verletzungen in der Hinrunde erschwerten ihm den Einstieg beim Rekordmeister. Erst zum Saisonende bekam der 20-jährige Mittelfeldspieler seine Bewährungsproben – und wusste diese zu nutzen.
Nachdem er bereits bei den Heimsiegen gegen Gladbach und Freiburg in der Startaufstellung stand, durfte er nun erstmals die kompletten 90 Minuten durchspielen und war der Spieler des Spiels. Sein Distanzschuss in die linke obere Ecke zum 2:0 war ein echtes Traumtor. In der zweiten Halbzeit holte er auch noch den Elfmeter zum 3:0 heraus.
Wie viel Cuisance diese Leistung im letzten Spiel der Bundesliga-Saison bedeutete, konnte man aus seinen Aussagen heraushören: "Ich bin so aufgeregt über meinen ersten Titel und mein erstes Profi-Tor."
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