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Werder Bremen rettet sich mit Sieg gegen 1. FC Köln in die Relegation
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Publiziert 27/06/2020 um 17:21 GMT+2 Uhr
Werder Bremen hat sich am letzten Spieltag doch noch in die Relegation gerettet. Der SVW bezwang den 1. FC Köln mit 6:1 (3:0) und wahrte aufgrund der Pleite von Fortuna Düsseldorf gegen Union Berlin (0:3) die Chance auf den Klassenerhalt. Yuya Osako (22./58.), Milot Rashica (27.), Niklas Füllkrug (29.), Davy Klaassen (55.) und Josh Sargent (68.) trafen für Werder, Dominick Drexler verkürzte (62.).
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So lief das Spiel:
Man hätte meinen können, dass die Bringschuld heute einzig bei Werder Bremen liegen müsste, doch davon war zunächst nichts zu sehen. Im Gegenteil: Beide Teams, so auch die Gäste aus Köln, spielten von Beginn an auf Sieg. Die Mannschaft von Markus Gisdol war in der ersten Viertelstunde auch das leicht bessere Team, rollte der Ball bei den Gästen schlichtweg etwas besser in den eigenen Reihen.
Das Bremer Herz hörte jedoch nicht auf zu schlagen - der Glaube war spürbar da. Diszipliniert und engagiert erspielten sich auch die Hanseaten bei strömendem Regen einige Chancen und kamen gefährlich vor das Tor von FC-Keeper Timo Horn. In der 22. Minute klingelte es dann auch das erste Mal im Spiel: Yuya Osako erzielte acht Meter vor dem Kölner Tor die Bremer Führung - ein unhaltbarer Schuss für Schlussmann Horn.
Beflügelt von der eigenen Führung, und womöglich auch von der Führung von Union Berlin im Parallelspiel gegen Fortuna Düsseldorf, legten die Bremer nach. Nur fünf Minuten nach dem 1:0 tanzte Milot Rashica die Kölner Abwehr aus und traf aus spitzem Winkel zum 2:0 für Werder (27.). Augenblicke später stand es 3:0: Eine wunderbare Flanke von Marco Friedl fand hier in Niclas Füllkrug einen Abnehmer, der auf Höhe des Elfmeterpunktes einnetzte (29.).
Stand jetzt, hatte man es nicht nur punktetechnisch geschafft, am direkten Konkurrenten um den Relegationsplatz, Düsseldorf, vorbeizuziehen. Auch bei einem Unentschieden der Fortuna hätte man aufgrund des besseren Torverhältnisses die Nase vorne. Kurz vor der Pause hörte schließlich auch der Regen auf - sinnbildlich wohl auch für den Spielstand, hätte man meinen können. Mit dem 3:0 ging es anschließend in die Kabinen.
Trotz des Spielstandes und der Tatsache, dass Köln bereits am vergangenen Spieltag den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht hatte, schrieben sich die Gäste nicht komplett ab. Der FC kam mit Schwung aus der Kabine. "Wir bleiben vorne", hallte es von der Kölner Bank aus durchs leere Stadion. Dieses Momentum währte jedoch nicht lange.
Bremen übernahm nach wenigen Minuten wieder das Kommando im Spiel und dann folgte, was man so schon lange nicht mehr auf der Anzeigetafel im Weserstadion gesehen hatte: Das 4:0 und das 5:0. Bei Ersterem stand Davy Klaassen nach einem Fernschuss von Rashica an den Pfosten goldrichtig und staubte ab (55.), den fünften Treffer erzielte der völlig freistehende Osako nach einem super Zuspiel von Gebre Selassie (58.) - Doppelpack für den Japaner.
Wie schon erwähnt: Hatte man die letzten Spiele der Bremer gesehen, so war der Blick auf die Anzeigetafel doch etwas außergewöhnlich: 5:0! Für Werder!
Angesichts der hohen eigenen Führung und des Spielstands von 2:0 der Berliner im Fernduell gegen die Fortuna, trübte auch der wenig später erzielte Anschlusstreffer der Kölner die Euphorie der Bremer kaum. Rashica hatte hier mit einem Rückpass unglücklich für Dominick Drexler vorbereitet, der zum 1:5 aus Sicht der Kölner traf (62.).
Erst recht, nachdem sechs Minuten später Sargent mit einem wunderbaren Lupfer über Horn (68.) den alten Fünf-Tore-Vorsprung wiederherstellte. SECHS zu EINS. Was für eine fulminante Leistung der Bremer, die letztendlich auch durch den 3:0-Sieg von Union über die Düsseldorfer mit dem Relegationsplatz belohnt wurde.
Die Stimmen zum Abstiegskampf:
Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Wir haben heute unter Druck eine tolle Leistung abgerufen. Wir sind uns aber vollkommen bewusst, dass wir nichts erreicht haben. In der Relegation werden die Emotionen noch größer als heute. Was mir heute imponiert hat, ist, wie wir drangeblieben sind und es erzwungen haben. Wir werden jetzt den Druck hoch halten."
Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln): "Ich kann sagen, dass die ganze Saison nicht einfach war. Wir haben letzte Woche unser Ziel erreicht, da fällt die Spannung ab. Ich werde nicht auf meine Mannschaft einhacken. Aber wir haben heute kein gutes Spiel gemacht, es ist uns nicht gelungen, unsere normale Leistung abzurufen."
Das fiel auf: Das Beste kommt zum Schluss
Wie auch schon vor vier Jahren, in der Bundesliga-Saison 2015/16, gelang es Werder Bremen am 34. und somit letzten Bundesliga-Spieltag den Abstieg in die 2. Bundesliga zu verhindern. Damals reichte ein 1:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg für Platz 13 - heute das bärenstarke 6:1 gegen den FC Köln und die Unterstützung von Union Berlin, die den direkten Konkurrenten um den Abstieg, Fortuna Düsseldorf, mit 3:0 besiegten, immerhin für den Relegationsplatz.
Der Tweet zum Spiel:
Ja, die Bremer Fans haben heute eine wahrhaftige Meisterleistung gesehen. Da stellt sich die berechtigte Frage: Wo war diese Leistung in den vergangenen 33 Spieltagen? Egal - am Ende ging immerhin (vorerst) alles gut.
Die Statistik zum Spiel: 2
Von wegen leiser Abschied - mit dem heutigen Sieg gegen Köln und dem damit verbundenen Relegationsplatz wurde das Karriereende von Claudio Pizarro zumindest um zwei weitere (Relegations-)Spiele verlängert. Der Peruaner ist seit 21 Jahren aktiv und geht nach den beiden Relegationsspielen gegen den Dritten der 2. Bundesliga (entweder gegen den HSV oder dem 1. FC Heidenheim) in den wohlverdienten Fußballerruhestand. Ob er seine schillernde Karriere mit dem Klassenerhalt für Werder beenden kann?
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