Im Duell der beiden Krisenklubs der Liga erwischte Hertha BSC den besseren Start. Krzysztof Piątek, für den verletzten Marvin Plattenhardt in die Startelf gerückt, kam nach Vorarbeit von Vladimír Darida aus zwölf Metern freistehend zum Abschluss, scheiterte aber am gut reagierenden Timo Horn (13.). Wenig später versuchte es der aufgerückte Außenverteidiger Peter Pekarik mit einem Schuss vom rechten Strafraumeck, zielte aber deutlich über den Kölner Kasten (14.).
Die Hausherren standen zwar defensiv zumeist sicher, konnten nach vorne allerdings nur für wenig Elan sorgen. Einzig ein Distanzschuss von Jonas Hector sorgte für Beschäftigung für Herthas Schlussmann Alexander Schwolow (16.).
In der Folge spielte sich die Partie hauptsächlich zwischen den beiden Strafräumen ab, erst kurz vor dem Pausenpfiff wurde der 1. FC Köln noch einmal gefährlich: Nach Vorlage von Marius Wolf verfehlte Hector den Berliner Kasten aus zwölf Metern halblinker Position knapp (45.+2).
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Auch im zweiten Durchgang blieben Torchancen Mangelware. Beide Teams ließen Risikobereitschaft vermissen, sodass Torraumszenen ein seltenes Gut blieben. Nach einer Stunde waren es die Hausherren, die zum ersten Mal wieder für Torgefahr sorgten. Kingsley Ehizibue spielte vor dem Berliner Tor quer zu Wolf, der aus spitzem Winkel aber verzog (60.).
Hertha-Trainer Bruno Labbadia reagierte und brachte Matheus Cunha für Dodi Lukébakio (61.). Es dauerte allerdings bis zur 74. Minute, dass die Gäste ihrerseits die Möglichkeit zur Führung hatten. Cunha bediente rechts im Strafraum Piątek, dessen Direktabnahme aus elf Metern knapp am linken Pfosten vorbeirauschte.
Es war der Startschuss für die Berliner Schlussoffensive, in der Mattéo Guendouzi zunächst an Horn scheiterte (74.), ehe er in der 83. Minute die Großchance zum 1:0 hatte. Allerdings scheiterte der Franzose aus 16 Metern mit seinem flachen Schuss am linken Pfosten. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit schlenzte Guendouzi dann noch einmal aus halblinker Position am Tor vorbei (89.).
So blieb es letztlich beim torlosen Unentschieden, das keinem der beiden Teams wirklich weiterhilft.

Die Stimmen:

Timo Horn (1. FC Köln): "Wir wollten schon gewinnen, wir wussten, dass Hertha auch in keiner leichten Situation steckt. Das wollten wir eigentlich ausnutzen. Aber wir haben es nach vorne nicht konsequent genug ausgespielt und hatten ehrlich gesagt auch hinten in manchen Situationen Glück, zum Beispiel bei dem Pfostenschuss. Dass es so nicht weitergehen kann, wie letzte Woche, das ist uns allen bewusst."
Alexander Schwolow (Hertha BSC): "Wir waren heute stabiler, unter dem Strich denke ich, waren wir die bessere Mannschaft. Ich kann mich an keine richtige Torchance von Köln erinnern, deshalb hätten wir eigentlich die drei Punkte mitnehmen sollen."
Niklas Stark (Hertha BSC): "Am Schluss wird sich rausstellen, wie wichtig dieser Punkt war. Wir müssen es jetzt positiv sehen, das nächste Spiel steht ja auch schon wieder an. Wir müssen den Ball einfach mal über die Linie kriegen, dann läuft das ganze Spiel auch anders, dann ist das Selbstvertrauen wieder da. Wir setzen uns auch selbst unter Druck, weil wir auch andere Ziele haben. Nichtsdestotrotz sind wir jetzt da, wo wir sind und müssen da weitermachen."

Der Tweet zum Spiel:

Dieser Kölner Fan nimmt das 0:0 immerhin mit Humor.

Das fiel auf: Matheus Cunhas Beitrag

Wie wichtig Matheus Cunha, Herthas bester Offensiv-Akteur in dieser Saison, für die Mannschaft ist, wurde auch in Köln deutlich. Der Brasilianer wurde erst nach einer guten Stunde eingewechselt, setzte mit seiner Kreativität aber immer wieder seine Mitspieler in Szene und sorgte so dafür, dass die Hertha dem Siegtreffer am Ende näher war als der 1. FC Köln. Dennoch täuscht diese Tatsache nicht darüber hinweg, dass Hertha BSC ein großes Problem in der Offensive hat: Cunha gilt als launischer Spieler, der sich in dieser Saison auch schon einmal einen öffentlichen Rüffel von Trainer Bruno Labbadia einholte.

Die Statistik: 5

Das große Problem des 1. FC Köln ist sicherlich in der Offensive begründet – beziehungsweise in deren Harmlosigkeit. Seit fünf Spielen wartet die Mannschaft von Markus Gisdol nun auf einen eigenen Treffer.
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