Union Berlin startete schwungvoll in die Partie und hatte sofort die besseren Möglichkeiten, bei denen Grischa Prömel aus acht Metern halbrechter Position genauso scheiterte wie wenig später sein Mannschaftskollege Petar Musa nach Vorarbeit von Keita Endo (4., 6.).
In seinem Startelfdebüt hatte Unions Winter-Neuzugang gleich darauf die nächste gute Gelegenheit. Erneut servierte Endo von der linken Seite, Musa hielt am Fünfmetereck den Fuß hin, zielte aber deutlich über den Kasten von Timo Horn (9.).
Es dauerte bis zur 23. Minute ehe sich auch die Gäste einmal gefährlich vor dem Tor von Andreas Luthe zeigten, ein Flachschuss von Salih Özcan aus acht Metern rechts im Strafraum reichte allerdings nicht aus, um Unions Schlussmann zu überwinden.
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Auf der anderen Seite probierte es kurz darauf Max Kruse mit einem gefährlichen Abschluss vom linken Strafraumeck, Horn war allerdings auf dem Posten (25.). Einige Minuten später kam Abwehrmann Nico Schlotterbeck bei einem Eckball aus sechs Metern zum Kopfball, Kölns Noah Katterbach verhinderte die Berliner Führung mit einer artistischen Flugeinlage (28.).

Christopher Trimmel feiert Bundesliga-Tordebüt

Anschließend beruhigte sich die Partie ein wenig, nur um kurz vor dem Pausenpfiff noch einmal richtig Fahrt aufzunehmen. Nach einem Foul von Robin Knoche an Kölns Kapitän Jonas Hector im Berliner Strafraum zeigte Schiedsrichter Deniz Aytekin folgerichtig auf den Punkt. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Ondrej Duda ganz sicher ins linke untere Toreck zur glücklichen Kölner 1:0-Halbzeitführung (45.+2).
So wie die erste Halbzeit endete, startete der zweite Durchgang – nämlich mit einem Strafstoß. Bei einer Flanke von Union Berlins Julian Ryerson erkannte Aytekin ein Handspiel von Marius Wolf und pfiff erneut Elfmeter. Dieses Mal trat Kruse an und traf halbhoch ins rechte Eck (48.).
Anschließend herrschte in den Strafräumen lange Zeit Flaute. Köln war zwar bemüht und tauchte immer häufiger in Unions Hälfte auf, wirklich gefährlich wurden die Gäste allerdings nicht. Union hingegen hatte lange nicht mehr die Durchschlagskraft wie in den ersten 45 Minuten, zeigte sich dafür im zweiten Durchgang deutlich effektiver.
So drehten die Hausherren nach 67 Minuten die Partie: Julian Ryerson flankte von der linken Außenbahn ins Zentrum, wo Prömel mit dem Kopf zu Christopher Trimmel verlängerte. Der Berliner Kapitän stand am zweiten Pfosten völlig frei und konnte so unbedrängt aus zehn Metern ins linke untere Eck zum 2:1 einschieben.
Die Gäste mussten nun reagieren, Wolfs Kopfball im Anschluss an einen Eckball landete aber knapp über dem Tor der Berliner (72.). Die Hausherren hingegen hätten in der Schlussphase bereits alles klar machen können, der eingewechselte Joel Pohjanpalo scheiterte mit seinem Flachschuss aus 16 Metern nach Vorlage von Kruse aber völlig freistehend an Horn (77.).
Die Schlussminuten waren schließlich vor allem von kleineren Fouls geprägt, sodass kein wirklicher Spielfluss mehr aufkam. Zwar hatte der eingewechselte Kingsley Ehizibue in der Nachspielzeit noch eine gute Kopfballmöglichkeit, zielte aber über den Kasten von Luthe.
So blieb es beim 2:1-Erfolg für die Berliner, die auch das fünfte Duell in Folge gegen den 1. FC Köln gewannen.

Die Stimmen:

Christopher Trimmel (1. FC Union Berlin): "Natürlich bin ich jetzt mal froh, dass es passiert ist. Der Torjubel war ein bisschen abgesprochen mit Marvin Friedrich, das war so ein bisschen der Klopp-Jubel. In der Halbzeit hat der Trainer die richtigen Worte gefunden. Wir haben zum Glück gleich den Ausgleich gemacht, das macht es natürlich leichter. Wir wollen jetzt erst einmal die 40 Punkte sammeln und dann werden wir die Ziele vielleicht intern korrigieren."
Jonas Hector (1. FC Köln): "Wir haben ein bisschen mehr zugelassen in der ersten Halbzeit. Wir sind gut angelaufen, haben Union zu dem ein oder anderen Fehlpass gezwungen. Nach vorne hätten wir noch deutlich zwingender sein können. Es ist natürlich bitter, dass du direkt nach der Halbzeit das 1:1 kriegst. Es war einfach ein bisschen zu wenig von uns und das macht es dem Gegner dann natürlich auch leicht. Ich muss jetzt hier nicht die Trainerpersonalie diskutieren, das ist sowieso nicht mein Job. Stand jetzt sind wir über dem Strich und das müssen wir so halten bis zum Ende der Saison. Das muss unser Ziel sein."
Max Kruse (1. FC Union Berlin): "Europa League habe ich Bock drauf, Europa Conference League habe ich keinen Bock drauf. Wir haben genug Wettbewerbe, ich denke das reicht dann auch mal."
Rafael Czichos (1. FC Köln): "Es war zum wiederholten Mal das gleiche Bild, dass wir eben zu einfach die Gegentore kriegen. Ich weiß nicht, wie man so Spiele gewinnen will."
Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln): "Es ist ein wenig hart, zu sagen, die Spieler wirken ratlos. Nach einer Niederlage ist natürlich jeder erst einmal enttäuscht, das ist auch normal. Wir beschäftigen uns schon länger damit, dass es für uns bis zum Ende der Saison eng werden wird. Sollen wir deshalb jetzt in Panik verfallen? Wir tun uns aktuell schwer, zu Null zu spielen."

Der Tweet zum Spiel:

Köln steckt wieder mittendrin im Abstiegskampf und das frustriert die Fans gewaltig.

Das fiel auf: Unions Durchschlagskraft

Union Berlins 3-5-2-System könnte man auch als 3-3-2-2-System bezeichnen. Die zwei Spitzen Musa und Kruse übten gegen den 1. FC Köln immer wieder Druck auf die Abwehrreihe aus, dahinter bildeten Prömel und Endo die zweite Angriffswelle. So erspielten sich die Köpenicker vor allem im ersten Durchgang immer wieder Überzahl-Situationen in der Kölner Spielhälfte, zumal die Außenspieler in der Berliner Fünferkette, Trimmel und Ryerson, ihre jeweiligen Seiten diszipliniert bearbeiteten und immer wieder den Weg in die Offensive suchten. So entstand auch der Siegtreffer nach einem Flankenlauf des Norwegers Ryerson, dessen Hereingabe der ebenfalls mit aufgerückte Trimmel zum 2:1 verwandelte.

Die Statistik: 34

Unions Kapitän Christopher Trimmel musste erst 34 Jahre alt werden, um seinen ersten Treffer in der Bundesliga erzielen zu dürfen. Darüber freute er sich so sehr, dass er, wie er im Interview nach dem Spiel zugab, einen eingeübten Jubel zum Besten gab.
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