Der Arm ging klar zum Ball. Am Mittwochabend verschuldete Benjamin Pavard im Bundesliga-Spiel des FC Bayern München beim FC Augsburg einen vermeidbaren Elfmeter.
Erst zögerte der Bayern-Verteidiger, dann fuhr er den Arm aus und berührte mit ihm den aufspringenden Ball – der Elfmeterpfiff war logisch. Zu Pavards Glück verschoss Alfred Finnbogason den Strafstoß, Bayern gewann 1:0.
Pavard lieferte kein schlechtes Spiel in Augsburg ab, gut war es aber auch nicht. Der verursachte Elfmeter trübte die Wahrnehmung zusätzlich. Ein Trend. Seit seiner unmittelbar vor dem Champions-League-Turnier im August erlittenen Sprunggelenksverletzung hat der 24-Jährige nicht mehr zu seiner Form der Spielzeit 2019/20 zurückgefunden.
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Der "kicker" führt ihn mit einer Durchschnittsnote von 4,29 sogar aktuell als schwächsten Bayern-Spieler, der in mindestens 50 Prozent der Spiele benotet wurde, auf. Eine einzige Torvorlage brachte Pavard in 1548 Pflichtspielminuten zustande.

Sagnol erklärt Kritik an Pavard

Sein Leistungstief hat Pavard überraschenderweise in Frankreich mehr Kritik eingebracht als in Deutschland. Ein Umstand den Willy Sagnol, legendärer Rechtsverteidiger der Bayern, nicht verstehen kann.
"Pavard hat zahlreiche Qualitäten, die ihm in seiner ersten Saison bei Bayern viel geholfen haben", sagte der 43 Jahre alte Franzose zu Eurosport.fr.
Die Kritik erklärt sich Sagnol so: "Er ist so breit aufgestellt, dass er nicht die eine herausragende Stärke hat, die man sofort wahrnimmt." Kritik rühre also daher, dass man dazu neige, nichts Besonderes an Pavard wahrzunehmen.

Sagnol: "Pavard ist sehr komplett"

"Er ist sehr komplett", sagt Sagnol, "aber man tut sich schwer, zu benennen, was er besonders gut macht." Das führte dazu, dass man Pavard, der diese Saison schon 20-mal für Bayern auflief, gerne unterschätzt.
Für den ehemaligen französischen Nationalspieler gehört Pavard aber immer noch "zu den Besten auf seiner Position hinter Trent Alexander-Arnold".
Sagnol weiter: "Er ist konsistent in seinen Leistungen, gründlich und er arbeitet sehr hart. Er hat vielleicht leichte Defizite im Zweikampf, aber wirklich nur leichte."

Trainer schätzen Pavard

International gesehen habe es seit Philipp Lahm und Dani Alves ohnehin nur wenige Rechtsverteidiger gegeben, die über Jahre auf höchstem Niveau gespielt hätten. "Dafür ist Pavard noch erstaunlich beständig", so Sagnol über den Weltmeister von 2018.
Es sei vielmehr "ein gesellschaftliches Problem", dass heutzutage zu viel Wert auf Besonderheiten gelegt werde, so Sagnol: "Er hat vielleicht kein so gutes Image und versprüht keinen Glamour. Deswegen sind wir ekstatischer bei Spieler, die nicht ansatzweise so beständig spielen wie Pavard."
Der 24-Jährige sei "vielleicht nicht der beste Spieler auf den Platz", seine Trainer, Hans-Dieter Flick bei Bayern und Didier Deschamps bei der Nationalmannschaft, würden jedoch seine Beständigkeit sehr schätzen. Fazit Sagnol: "Ich mache mir um ihn keine Sorgen."
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