Im 92. Rhein-Derby der Bundesliga-Geschichte gelang dem 1. FC Köln ein Traumstart. Nach feinem Zuspiel von Ondrej Duda stand Elvis Rexhbecaj im Strafraum frei und traf ins rechte untere Eck zur 1:0 Führung (3.). Die Mannschaft von Marco Rose suchte in der Folge ihre Linie, hatte viel Ballbesitz und dominierte das Mittelfeld, kam aber kaum einmal hinter Kölns Abwehrreihe.
So fiel der Ausgleichstreffer für die Borussia dann auch eher unerwartet. Florian Neuhaus hielt aus der Distanz einfach mal drauf, von Jorge Meré unglücklich abgefälscht landete der Ball unhaltbar für Timo Horn im linken unteren Toreck (16.).
Anschließend blieben Torchancen allerdings lange Zeit aus. Zweikämpfe prägten das Geschehen, wirklicher Spielfluss kam nicht auf.
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Erst im zweiten Durchgang nahm die Partie wieder Fahrt auf. Zunächst klärte Jorge Meré gerade noch eine Hereingabe vor dem hinter ihm lauernden Breel Embolo, ehe der "Effzeh" im Gegenzug erneut in Führung ging. Der Torschütze zum 1:0, Rexhbecaj, nutzte ein Geschenk der Gladbacher defensive aus und überwand Yann Sommer aus spitzem Winkel zum 2:1 für die Gäste (55.). Kurz darauf hätte Duda sogar noch erhöhen können, scheiterte aber an Gladbachs Schlussmann Yann Sommer (61.).
Marco Rose musste nun reagieren und brachte mit Marcus Thuram, Alassane Pléa und Jonas Hofmann geballte Offensivpower ins Spiel (58.). Allerdings tat sich Gladbach weiterhin schwer, in gefährliche Abschlusssituationen zu kommen. Zwar hatte Lars Stindl nach einer Hereingabe von der rechten Seite den Ausgleichstreffer auf dem Fuß, schloss aus elf Metern aber zu überhastet ab und zielte über das Tor (77.).
So hatte Köln weiterhin kaum Probleme, die Führung zu verteidigen. In den Schlussminuten warf der Champions-League-Teilnehmer dann noch einmal alles nach vorne, Köln verbarrikadierte sich am eigenen Strafraum. Bis auf eine Freistoß-Flanke von Jonas Hofmann sowie eine hohe Hereingabe von Stefan Lainer sprang allerdings nicht mehr viel für die Hausherren dabei heraus (89.). In der 90. Minute beschwerten sich die Gladbacher dann zudem, dass nach einem Einsteigen von Duda gegen Neuhaus kein Freistoß gepfiffen wurde.
Auch in den fünf Minuten Nachspielzeit wollte den Gastgebern kein Abschluss mehr gelingen. So feierte der 1. FC Köln zum ersten Mal seit Januar 2018 wieder einen Sieg im Rhein-Derby.

Die Stimmen:

Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln): "Es ist für uns sehr wichtig gewesen, dass wir heute ein sehr dominantes Zweikampfverhalten an den Tag legen. Das Motto war heute 'Raus aus dem Druck' und dann in Umschaltsituationen kommen. Das haben wir heute gut gemacht und deshalb glaube ich, dass wir heute auch nicht unverdient gewonnen haben."
Timo Horn (1. FC Köln): Ich denke auch, dass wir immer die richtige Reaktion gezeigt haben, gerade auch gegen die großen Mannschaften. Da tun wir uns auch leichter, weil wir da vielleicht auch nicht das Spiel machen müssen. Heute war auch ein bisschen Glück dabei, gerade auch beim 2:1. Aber der Derby-Sieg tut uns als Verein, den Fans und ganz Köln natürlich gut.
Elvis Rexhbecaj (1. FC Köln): "Das wichtigste sind drei Punkte, die haben wir geholt. Ich bewerte mich nicht, die Trainer bewerten mich und das nehme ich auf. Wir wollten kompakt stehen und Widergutmachung betreiben. Wir haben unter der Woche einen Dämpfer bekommen, aber heute wollten wir unser wahres Gesicht zeigen. In Regensburg waren wir ein bisschen leblos. Wir wollten kompakt stehen und das ist uns heute gelungen."
Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Man muss Köln gratulieren. Sie haben das Spiel so gespielt und gekämpft, wie man ein Derby spielen muss. Sie waren in den Zweikämpfen giftiger und griffiger als wir. Dann bekommen wir zwei Gegentore, die wir so nicht bekommen dürfen."
Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach): "Wir haben zweimal die Anfangsphase verpennt und müssen zweimal einem Rückstand hinterherrennen. Hinten raus waren wir viel besser, hatten die ein oder andere Halbchance, aber wirklcih gefährlich wurde es dann nicht. Heute hat es nicht funktioniert, aber nicht weil wir rotiert haben, sondern weil wir einzelne Dinge im Verbund nicht gut gemacht haben."

Der Tweet zum Spiel:

Statt des "King of Rock 'n' Roll" feierte der 1. FC Köln seinen "Derby-König" Elvis.

Das fiel auf: Rotation zur Niederlage?

Im Vergleich zum Pokal-Duell gegen den VfB Stuttgart tauschte Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose seine Startelf auf gleich sieben Positionen aus. Vor allem der Verzicht auf Marcus Thuram und Alassane Pléa wirkte sich auf das Offensiv-Spiel der Hausherren aus. Im letzten Angriffsdrittel ließ die Borussia über die gesamte Spielzeit Durchschlagskraft vermissen, Breel Embolo hatte als einzige Spitze einen schweren Stand gegen sehr kompakt auftretende Kölner. Allerdings brachte Marco Rose in der Mitte der zweiten Halbzeit dann ebenjene Pléa und Thuram, für Torgefahr konnten die beiden Franzosen ihrerseits ebenfalls nicht sorgen. Von einer "verfehlten" Rotation wollten allerdings sowohl Marco Rose als auch Kapitän Lars Stindl nichts wissen, sie schickten viel mehr die Zweikampfstärke und Willenskraft der Kölner als Gründe ins Rennen, zudem machten individuelle Fehler wohl heute den Unterschied.

Die Statistik: 2

Elvis Rexhbecaj ist erst der zweite Doppelpacker des 1. FC Köln im Derby in diesem Jahrtausend. Zuvor war dies nur Mišo Brečko gelungen.
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