BVB: Dortmunds Jude Bellingham fordert die Platzhirsche heraus
Jude Bellingham ist trotz seiner gerade einmal 17 Jahre beim BVB schnell angekommen. Die hohe Ablöse, die der BVB für ihn zahlte, scheint nicht auf dem Engländer zu Lasten, sondern ihn zu beflügeln. In der Vorbereitung stach er heraus und heimste folgerichtig jede Menge Lob der Verantwortlichen ein. Zum Saisonstart könnte er eine echte Alternative sein. Die Etablierten sind gewarnt.
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Der BVB ging mit dem Transfer von Jude Bellingham in diesem Sommer ein großes Wagnis ein. Zwar zählte der Mittelfeldmann von Birmingham City nicht nur bei den Dortmunder Scouts zu den größten Talenten des Kontinents, 25 Millionen Euro für einen 17-Jährigen waren dennoch eine Ansage.
Sei’s drum. Das Risikomanagement der Schwarzgelben scheint erneut funktioniert zu haben, das jedenfalls legen die Eindrücke aus der, zumindest was die letzten Testspielergebnisse angeht, nicht immer souveränen Vorbereitung nahe.
Jude Bellingham: Lob von allen Seiten
"Jude hat sich super integriert. Bei dem Jungen merkt man, dass er voll im Saft steht, er war nur eine Woche raus. Er strotzt vor Selbstvertrauen", sagte Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung beim BVB gegenüber "BVB-TV". "Jude hat richtig auf sich aufmerksam gemacht, trotz seiner erst 17 Jahre", schwärmte der ehemalige Kapitän der Borussia.
Kann man so sagen. Bellingham hat sich nicht nur blitzschnell in die Mannschaft integriert, er stach hier und da sogar schon aus ihr heraus. Damit sind nicht nur seine Minuten in den Testspielen gemeint, der junge Engländer überzeugte die Verantwortlichen auch im Training.
"Es war mir wichtig, mich trotz der langen und anstrengenden Saison in der Championship vom ersten Tag an zu zeigen und zu beweisen, dass ich einen Platz verdient habe. Das hat bis jetzt ziemlich gut geklappt", freut sich der Youngster über seinen guten Einstand.
Bellingham freut sich auf "gesunden Konkurrenzkampf"
Und auch Trainer Lucien Favre geriet schon nach wenigen Wochen mit dem Supertalent ins Schwärmen: "Es ist wichtig, dass wir Mittelfeldspieler haben, die das Spiel beschleunigen können, die ins Dribbling gehen und den letzten Pass spielen. Jude spürt, wann er seine Position verlassen und nach vorne gehen muss. Das ist wichtig."
Soll heißen: Neben seiner Ballsicherheit und Passstärke bringt der Mittelfeldspieler ein ebenso gutes Gefühl für Raum und Zeit mit. Eine Fähigkeit, die ihm helfen soll, den Konkurrenzkampf in der Schaltzentrale beim BVB auf ein neues Level zu heben.
"Es ist ein gesunder Konkurrenzkampf, das mag ich", freut sich Bellingham in der "Sport Bild". Dass er beim BVB von erfahrenen Spielern wie Axel Witsel, Emre Can oder Thomas Delaney lernen kann, werde ihm "helfen, ein besserer Spieler zu werden", so Bellingham, der demütig, aber dennoch angriffslustig hinzufügt: "Ich weiß, was ich kann, und versuche, meinen Weg ins Team zu finden."
Fünf Spieler kämpfen um einen Platz
In welchem System der BVB zu Beginn der kommenden Spielzeit auflaufen wird, ist aktuell die große Frage. In der vergangenen Spielzeit wechselte Favre zum Ende der Hinrunde von 4-2-3-1 auf 3-4-3, stabilisierte so sein Team, das anschließend eine ausgezeichnete Rückrunde hinlegte. In der laufenden Vorbereitung deutet jedoch vieles auf eine Rückkehr zur Viererkette hin.
Wie auch immer: Im zentralen Mittelfeld bleiben in beiden Systemen genau zwei Plätze - und einer dieser dürfte an den unter Favre stets gesetzten Witsel gehen. Bleiben Can, Mo Dahoud, Delaney und Julian Brandt, die sich mit Bellingham um den Platz neben dem Belgier duellieren.
Can, den Favre zum Ende der vergangenen Saison schon in die Abwehrkette zog, könnte auch in der neuen Saison zunächst dort eingesetzt werden. Mit Dan-Axel Zagadou (Knieprobleme) fehlt ein Stamm-Innenverteidiger noch länger. Sportdirektor Michael Zorc sagte im "Kicker" zwar, dass der Franzose nicht operiert werden müsse und daher auch nicht monatelang ausfallen werde, seine Verletzung sei aber auch "keine Sache von wenigen Tagen".
Des Weiteren fehlten zuletzt auch Abwehrchef Mats Hummels und Neuzugang Thomas Meunier angeschlagen.
Bellingham beim BVB: Zweikampf mit Julian Brandt?
Blieben also Dahoud, Delaney und Brandt als Konkurrenten. Vergangene Saison war es vor allem Letztgenannter, der nach einigen Auftritten auf den offensiven Flügeln, der falschen Neun oder der Zehnerposition sein Zuhause neben Witsel auf der etwas offensiveren zentralen Mittelfeldposition fand.
Brandt ist genau wie Bellingham spielintelligent, mit einem hervorragenden Auge und Passspiel ausgestattet. Seine Erfahrung und Qualitäten im Abschluss sprechen für den deutschen Nationalspieler, der im vergangenen Jahr eine inkonstante, aber durchaus ordentliche Debütsaison für den BVB spielte.
Bellingham dürfte im Vergleich zum hin und wieder etwas fahrlässig verteidigenden Brandt seine Vorteile im Spiel gegen den Ball haben. Es deutet sich also ein Zweikampf zwischen Brandt und Bellingham in der Zentrale ein, denn sowohl Delaney als auch Dahoud stehen in der Hierarchie klar hinten an.
"Ich möchte weitere Schritte in meiner Entwicklung machen. Dazu gehört, dass ich möglichst oft spielen und mich auf dem höheren Niveau der Bundesliga und Champions League beweisen kann", gibt sich Bellingam in der "Sport Bild" kämpferisch.
Womöglich bekommt er seine erste Bewährungsprobe schon am 14. September, wenn der BVB in der ersten DFB-Pokal-Runde auf den MSV Duisburg (ab 20:45 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) trifft.
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