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BVB erleidet Dämpfer: Es kann nicht immer der Haaland erscheinen
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Publiziert 26/09/2020 um 23:40 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund verliert am zweiten Spieltag der jungen Saison in Augsburg. Dabei spielt die Mannschaft eigentlich ganz gut. Aber eben nur eigentlich. Am Ende ist nicht ganz klar, ob fehlende Kaltschnäuzigkeit, zu geringe Erfahrung oder ein in Sachen Umstellungen zu zaghafter Trainer zur verdienten Pleite beim recht biederen FCA führten. Höchstwahrscheinlich ist es eine Mischung aus alledem.
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Als Borussia Dortmund am 18. Januar dieses Jahres letztmalig in Augsburg spielte, tat sich der Favorit lange Zeit schwer. Wie das meistens so ist, wenn eine Spitzenmannschaft in der Fuggerstadt zu Gast ist.
3:1 führten die Gastgeber nach 55 Minuten. Der FCA hatte durch kampfbetonte Spielweise und blitzschnelle Konter verdient aus einer tiefstehenden Grundordnung heraus das Spiel des BVB größtenteils neutralisiert und war selbst verdient am Drücker. Dann reagierte Lucien Favre.
Der Borussen-Coach zog seinen Joker und brachte einen kurz zuvor aus Salzburg verpflichteten norwegischen Stürmer ins Spiel. Der Rest ist Geschichte: Erling Haaland machte in seinem ersten Bundesligaspiel drei Tore und drehte die Partie.
Knapp acht Monate später kam es nun also zum nächsten Aufeinandertreffen. Und wieder kaufte Augsburg der Borussia über weite Strecken den Schneid ab. Nur diesmal konnte Favre das Ruder nicht mehr herumreissen. Haaland stand schließlich schon auf dem Platz - und hatte obendrein nicht seinen besten Tag.
Favre kann Niederlage nur schwer akzeptieren
Der Torjäger war unter keinen Umständen hauptverantwortlich für die erste Niederlage seines Teams in dieser Saison. An seiner Person lässt sich aber anschaulich beschreiben, warum die Borussia im Januar noch gewann, im September aber verlor.
Damals hatte der 21-Jährige mit purer Willenskraft und brutaler Kaltschnäuzigkeit für die Wende gesorgt. Genau diese Attribute gingen ihm und seinen Kollegen beim aktuellen Gastspiel aber ab. Das 0:2 war am Ende ein absolut logisches Ergebnis.
"Wir haben das Spiel fast komplett dominiert, aber manchmal bringt das nicht viel", erklärte Favre später. Es sei schwer, "diese Niederlage zu akzeptieren", meinte er noch. Denn eigentlich fand er das Spiel seiner Mannschaft gar nicht so schlecht.
Zumindest auf dem Spielberichtsbogen war es das auch nicht. 71 Prozent der Zeit hatte Dortmund den Ball. Sechs Schüsse brachte man auf das Tor. Augsburg nur zwei. Während die des BVB aber zum Großteil ungefährlich waren, zappelten beide Versuche der Gastgeber auch im Netz. So einfach ist das manchmal.
BVB: Der letzte Tick im Angriffsspiel fehlt
Die 17-jährigen Jude Bellingham und Gio Reyna - vor Wochenfrist beim Sieg gegen Gladbach noch gefeiert - drückten dem schwarzgelben Spiel auch in Augsburg ihren Stempel auf, waren mit verantwortlich dafür, dass der Ball durchaus ansehnlich durch die eigenen Reihen lief.
Den letzten Zug konnten aber weder die zwei Supertalente, noch ihre Youngster-Kollegen Jadon Sancho und Haaland oder die später eingewechselten Julian Brandt und Marco Reus vollenden. Im letzten Drittel fehlte die Risikobereitschaft. Zu oft wurde der Ball quer oder nach hinten gespielt, statt den Abschluss zu suchen. Augsburg verdichtete das Zentrum und entnervte den Gegner geschickt.
Bezeichnender Fakt: In der zweiten Hälfte gaben die Dortmunder nur drei Torschüsse ab.
Hätte Favre früher reagieren müssen?
"Ich denke, gegen abwartende Gegner müssen wir noch mehr Geduld haben, über die Seiten zu spielen und den Gegner müde zu machen. Dann kommen irgendwann auch die Chancen im Zentrum", schlussfolgerte Favre.
Dabei blendete der Schweizer augenscheinlich aus, dass er durchaus die Macht dazu besitzt, seinem Team genau diese Marschroute auf die Fahne zu schreiben. Stattdessen ließ er seinen Rechtsverteidiger Thomas Meunier knapp 70 Minuten lang harmlose und nicht eben für geduldiges Spiel stehende Flanken schlagen, ehe er ihn vom Platz nahm und die Ausrichtung des BVB änderte.
Da war der Gegner aber längst oben auf und die eigene Mannschaft entmutigt.
Insgesamt verdiente der Auftritt des Meisterschaftskandidaten eben dieses Prädikat zu keinem Zeitpunkt.
"Wir hatten in der letzten Saison auch viele solcher Spiele, die wir gewonnen haben", meinte Manuel Akanji zwar. Der Schweizer musste aber auch eingestehen: "Im Allgemeinen war es offensiv und defensiv zu wenig heute."
Es kann eben nicht an jedem Tag der Haaland erscheinen...
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