Fast schon heimlich, still und leise verabschiedete sich Mario Götze vor rund einem halben Jahr ein zweites Mal aus Dortmund.
Unmittelbar vor dem letzten Auftritt der Vorsaison gegen die TSG Hoffenheim (0:4) standen die Vereinsoberen gemeinsam mit dem 28-Jährigen auf dem Rasen des Signal Iduna Parks ein letztes Mal Spalier, ehe der einstige WM-Held die Schwarz-Gelben fast schon durch die Hintertür verließ.
So glanzlos der Abschied von Götze gewesen sein mag, so beeindruckend war seine Rückkehr auf die Fußballbühne im Herbst diesen Jahres in Eindhoven.
Bundesliga
Alaba-Poker: Erster Topklub steigt aus
29/12/2020 AM 11:24
Doch nicht jeder Profi, der die Borussia im Sommer verließ, konnte bei seinem neuen Arbeitgeber sofort Fuß fassen.
So schlagen sich die Ex-BVB-Stars bei ihren neuen Klubs.

Achraf Hakimi (Inter Mailand, Leihende)

Nach monatelangem Tauziehen verabschiedete sich die Leihgabe von Real Madrid im vergangenen Sommer für eine Ablöse in Höhe von rund 40 Millionen Euro in Richtung Mailand, wo er zunächst einen Start nach Maß hinlegte.
In seinen ersten beiden Partien für die Nerazzurri erzielte er einen Treffer und legte zwei weitere auf. Allerdings zeigte die Formkurve des 22-Jährigen in den Folgewochen immer mehr nach unten, weshalb Inter-Coach Antonio Conte Anfang Dezember zu einer Generalkritik ausholte.
"Er (Hakimi; Anm. d. Red.) hat Potenzial, das habe ich schon vor der Saison gesagt - und bei dieser Position bleibe ich. Er muss aber stark an seinem Verhalten in der Defensive arbeiten. In Italien gibt es höhere Belastungen, Erwartungen und Anforderungen als in Deutschland und in der Premier League, insbesondere bei Teams wie Inter", forderte er. Der 51-Jährige betonte zudem, dass er gegenüber seinen Spielern "eine sehr einfache Ansprache" wähle. Diese könne "verstanden werden - oder eben nicht."
Rückendeckung erhielt der marokkanische Nationalspieler dagegen von Mannschaftskollege Andrea Ranocchia, der die Kritik von Conte einordnete. "Bei Inter steht man immer unter besonderem Druck, da werden immer eher die negativen Aspekte beleuchtet. Jetzt wird eben Hakimi attackiert, obwohl er aus einer anderen Liga kommt und erst einmal ankommen muss. Er hat aber doch Qualitäten, ich sehe ihn jeden Tag im Training." Es sei deshalb komplett daneben, "ihn jetzt so zu kritisieren".
Ob gerechtfertigt oder nicht, Hakimi schien sich die Worte seines Übungsleiters zu Herzen genommen zu haben. Alleine in den vergangenen sieben Partien konnte der Ex-BVB-Star fünf Scorerpunkte (drei Tore zwei Assists) verbuchen und ist damit ähnlich wie in Dortmund auf dem besten Wege, für Furore zu sorgen.

Achraf Hakimi

Fotocredit: Getty Images

Mario Götze (PSV Eindhoven)

Auch wenn der Abschied des einstigen WM-Helden aus Dortmund lange beschlossene Sache war, überraschte die Wahl seines neuen Arbeitgebers dennoch: Die PSV Eindhoven sicherte sich unmittelbar vor Ende der Transferperiode die Dienste des 28-Jährigen, wo er nach Jahren der Tristesse mittlerweile wieder aufblüht.
Gleich bei seinem ersten Einsatz in der Eredivisie gegen PEC Zwolle (3:0) erzielte Götze seinen Premierentreffer. Bis zur Winterpause sollten noch drei weitere Tore und ebenso viele Vorlagen in 13 Partien hinzukommen.
"Ich bin froh und total happy jetzt. Es gefällt mir echt sehr gut hier", schwärmte Götze im Interview mit dem "Eindhovens Dagblad". Geht es nach dem Offensiv-Allrounder, war dies jedoch gerade erst der Anfang, schließlich hat sich der Ex-BVB-Star ambitionierte Ziele gesetzt: "Meister werden mit PSV, Zurückkehren in die Nationalmannschaft."
In der Tat beobachtet Bundestrainer Joachim Löw die Entwicklung von Götze genau und stellte ihm Ende des Jahres sogar eine Rückkehr ins DFB-Team in Aussicht. "Man spürt, er hat seine Frische, Leichtigkeit und Spielfreude wieder. Man muss sehen, wie er sich in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt", erklärte der 60-Jährige.
In seiner aktuellen Form dürfte ein Anruf des Bundestrainers jedoch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Mario Götze - PSV Eindhoven

Fotocredit: Getty Images

Marius Wolf (1. FC Köln, Leihe)

Der 25-Jährige wurde zu Beginn der vergangenen Spielzeit aufgrund des Überangebots auf den Außenbahnen beim BVB für ein Jahr bei Hertha BSC Berlin geparkt. Das gleiche Schicksal ereilte Wolf auch in diesem Sommer. Abnehmer war diesmal der 1. FC Köln, wo er mit offenen Armen empfangen wurde.
Seit seinem Wechsel in die Domstadt Anfang Oktober stand Wolf in jeder der zwölf Partien auf dem Platz, achtmal davon über die kompletten 90 Minuten.
"Ich will meine Chance hier nutzen und dabei helfen, mit dem FC in der Bundesliga zu bleiben", erklärte Wolf bei seiner Vorstellung. Unter FC-Trainer Markus Gisdol pendelte der ehemalige Dortmunder fleißig zwischen der Position des Rechtsverteidigers und des Rechtsaußen.
Seine Sternstunde hatte die Leihgabe dabei ausgerechnet am 9. Spieltag beim 2:1-Erfolg in Dortmund, als er dem Doppeltorschützen Ellyes Skhiri zweimal assistierte - es sollten bis dato seine einzigen beiden Scorer-Punkte bleiben. Sowohl im Angriff als auch in der Defensive (48 Prozent Zweikampfquote) ist beim gebürtigen Coburger somit noch deutlich Luft nach oben.
Obwohl dem Vernehmen nach keine Kaufoption mit den Geißböcken ausgehandelt wurde, gilt eine Rückkehr zum BVB nahezu als ausgeschlossen.

Marius Wolf (r.) vom 1. FC Köln

Fotocredit: Getty Images

Leonardo Balerdi (Olympique Marseille, Leihe)

Kam im Winter 2019 mit dem Ruf als eines der größten Abwehrtalente Südamerikas für rund 15,5 Millionen Euro in den Ruhrpott. Richtig durchsetzen konnte sich Balerdi beim BVB jedoch nie, machte in eineinhalb Jahren nur acht Pflichtspiele für die Profimannschaft.
Mangels Spielzeit wurde der Argentinier zu Beginn der Spielzeit dann für ein Jahr auf Leihbasis an Olympique Marseille abgegeben. Allerdings sind die Einsätze des 21-Jährigen auch in der französischen Hafenstadt überschaubar.
Ganze sechsmal trug der 21-Jährige bislang das Trikot von OM (ein Tor). Sowohl in der Champions League als auch in den Topspielen der Ligue 1 vertraut OM-Coach André Villas-Boas in der Abwehrzentrale regelmäßig auf die beiden arrivierten Kräfte Duje Caleta-Car und Álvaro González.
Trotzdem schwärmte der ehemalige Trainer des FC Chelsea Ende Oktober nach der Partie gegen den FC Lorient, in der Balerdi den 1:0-Siegtreffer erzielte, von den Fähigkeiten seines Schützlings. "Er wird in den kommenden Jahren einer der besten Innenverteidiger Europas sein", prognostizierte 43-Jährige.
Marseille besitzt im kommenden Sommer eine Kaufoption über 14 Millionen Euro. Derzeit scheint es völlig offen, ob es lediglich bei einer Stippvisite bleibt, oder der zweifache argentinische Nationalspieler dauerhaft seine Zelte in Frankreich aufschlägt.

Leonardo Balerdi

Fotocredit: Getty Images

Immanuel Pherai (PEC Zwolle, Leihe)

Der 19-Jährige absolvierte die komplette Sommervorbereitung mit den Profis und durfte sich daher durchaus Hoffnungen auf einen Platz im BVB-Kader machen. Aufgrund der großen Konkurrenz auf der linken Außenbahn, wo auch Pherai beheimatet ist, wurde er für ein Jahr in seine niederländische Heimat an Erstligist PEC Zwolle verliehen, jedoch nicht ohne vorher sein Arbeitspapier bis 2022 auszudehnen.
Der Schützling von Star-Berater Mino Raiola konnte in seinen bisherigen elf Einsätzen durchaus auf sich aufmerksam machen und trug sich Ende November beim 2:2-Remis gegen VVV-Venlo in die Torschützenliste ein.
Das könnte Dich auch interessieren: Chance für Tuchel? Lampard bei Chelsea angeblich unter Druck

Raus zur Pause: So erklärt Lampard die Werner-Auswechslung

Premier League
Transfer-Wende: Özil vor Wiedervereinigung mit Ronaldo?
29/12/2020 AM 10:02
Bundesliga
Hummels gibt zu: Das hat Bayern dem BVB immer noch voraus
20/09/2021 AM 07:54