Erling Haaland wurde für sein 2:0 im Topspiel beim VfL Wolfsburg zurecht gefeiert.
Mit beeindruckender Geschwindigkeit und purem Willen hatte er Maximilian Arnold und Maxence Lacroix bei seinem 60-Meter-Sprint stehen lassen wie die berühmten Schuljungen, ehe er überlegt und unhaltbar für Koen Casteels ins linke Eck schob. Der Wille, die Geschwindigkeit, die Kaltblütigkeit - der Norweger ist in solchen Situationen schlicht eine Klasse für sich.
In Szene gesetzt wurde Haaland von Mo Dahoud mit einem "Weltklasseball", wie Kapitän Marco Reus nach dem Spiel zu Recht befand - das müsse man "schon auch mal sagen".
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Der 25-Jährige stibitzte den Ball am eigenen Sechzehner von Yannick Gerhardt, hob sofort den Kopf und schickte den Topstürmer mit einem perfekt temperierten Steilpass zwischen Arnold und Lacroix hindurch auf die Reise.
"Mo war herausragend. Wie er gegen den Ball gearbeitet hat, das war ein Schlüssel zu den drei Punkten", schwärmte Trainer Edin Terzic nach dem wichtigen Sieg bei den Wölfen, der die Dortmunder plötzlich wieder mitten ins Rennen um die Champions League katapultierte.

Dahoud: Erinnerungen an Gündogan

Inzwischen, und das ist durchaus bemerkenswert, überraschen solche Leistungen des Deutsch-Syrers fast niemanden mehr.
Seit mehreren Wochen spielt Dahoud auf dem höchsten Level seiner bisherigen Karriere und ist aus dem Dortmunder Mittelfeld kaum mehr wegzudenken. "Von den Anlagen her ist das mit das Beste, das ich je gesehen habe", schwärmte erst kürzlich sein Mitspieler und Kumpel Julian Brandt.
In der Tat erinnert die technisch versierte, elegante Spielweise des ehemaligen Gladbachers immer mehr an Ilkay Gündogan, der zwischen 2012 und 2016 im Dortmunder Mittelfeld die Strippen zog, ehe er zu Manchester City wechselte.
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Dass er diese Anlagen besitzt, war dem BVB schon früh klar. 2017 lotste man Dahoud daher dank einer Ausstiegsklausel von nur zwölf Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach nach Dortmund. Im damaligen Sommer galt der frischgebackene U21-Europameister als Königstransfer. Einzig, er spielte nicht wie ein solcher.
Dahoud versuchte es unter Thomas Tuchel, Peter Bosz, Peter Stöger und Lucien Favre: unumstrittener Stammspieler wurde er nicht. Der Mittelfeldmann hatte mitunter sogar Probleme, regelmäßig im Spieltagskader zu stehen. Kontinuierlich nahm seine Spielzeit ab, ein Verkauf im Sommer schien beschlossene Sache.

Mahmoud Dahoud von Borussia Dortmund

Fotocredit: Imago

Nun, so berichtet die "Bild", sollen "zeitnah" Gespräche über eine Verlängerung des 2022 auslaufenden Vertrages geführt werden.
Bundesliga Einsatzzeiten von Mahmoud Dahoud beim BVB
SaisonSpieleDavon in der StartelfSpielminuten
2017/18 23111137
2018/19 147694
2019/20 126556
2020/2118121066

Dahoud nutzt Witsels Verletzung

Als entscheidender Wendepunkt können zwei Ereignisse hervorgehoben werden. Zum einen natürlich der Trainerwechsel hin zu Terzic, der nach elf Spieltagen für Favre übernahm, zum anderen die schwere Verletzung von Axel Witsel. Der Belgier riss sich am 15. Spieltag in Leipzig die Achillessehne, spielte bis dahin in jeder einzelnen Partie (13/15 Spielen in der Startelf und über 90 Minuten).
Das Vakuum, das der Belgier hinterließ, füllte Terzic durchs Kollektiv. Emre Can, Thomas Delaney, Julian Brandt und Jude Bellingham bekamen mehr Minuten in der Zentrale. Auch Dahoud erhielt unter seinem fünften BVB-Trainer Chancen - und konnte schließlich überzeugen.

Mo Dahoud und Erling Haaland

Fotocredit: Getty Images

"Mo musste sich oft gedulden. Er hat sehr gute Trainingsleistungen gezeigt und wurde mit Startelfeinsätzen belohnt", blickte der Trainer auf der Spieltagspressekonferenz vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Arminia Bielefeld (3:0) im Februar zurück. Inzwischen steht der Deutsch-Syrer häufiger in der Startelf, als er es nicht tut - und gehört nicht selten zu den Besten Spielern auf dem Platz.

Dahoud: Leichtsinnsfehler weichen Traumpässen

Sich technisch hochwertig und elegant aus brenzligen Situationen zu befreien und durch hohe Spielintelligenz und Übersicht sofort Gegenangriffe einzuleiten - das kann beim BVB aktuell niemand so gut wie Dahoud. In der Vergangenheit deutete er diese Fähigkeiten oftmals an, scheiterte bei der Umsetzung aber regelmäßig am eigenen Kopf. Guten Aktionen folgten meist fatale Entscheidungen, die in Flüchtigkeitsfehlern endeten. Zum Haare raufen.
"Wenn er konzentriert und mit Selbstbewusstsein spielt, hat er ein sehr großes Repertoire", befand Sportdirektor Michael Zorc im vergangenen Herbst, als Dahoud (mal wieder) eine seiner vielen Chancen unter Favre nicht nutzte, und schob nach: "Er darf nur keine Leichtsinnsfehler machen."
Ein Satz, den sich der Nationalspieler (debütierte im November 2020 im Freundschaftsspiel gegen Tschechien), zu Herzen genommen hat. Die Fehlerquote jedenfalls ist mittlerweile deutlich gesunken. Gestiegen ist im Gegenzug die Anzahl an Zauberpässen.
So wie der auf Haaland in Wolfsburg.
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