Trotz dauerhaftem Nieselregen und herbstlicher Windböen war Marco Reus bester Laune. Die Trainingseinheit in Dortmund-Brackel absolvierte der Kapitän von Borussia Dortmund an der Seite zahlreicher Nachwuchsspieler mit einem gesunden Mix aus Lockerheit und geballter Konzentration. Aus gutem Grund: "Marco wird am Montag spielen", verkündete Sebastian Kehl die frohe Botschaft über das bevorstehende Comeback des Kapitäns im Test gegen Sparta Rotterdam.

216 Tage werden dann nach seinem letzten Spiel vergangen sein, doch der Zeitpunkt der Rückkehr könnte nun kaum günstiger sein. Das Comeback des großen Hoffnungsträgers kommt dem BVB nach einer schwierigen, von zahlreichen Rückschlägen geprägten Vorbereitung gerade recht. "Wir sind heilfroh, dass unser Kapitän zurück ist", sagte Kehl mit einem breiten Grinsen.

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Kehl: "Der ein oder andere muss sich steigern"

Schließlich lief in den vergangenen Wochen beim BVB nur wenig nach Plan. Immer wieder fielen vermeintliche Stammkräfte mit kleineren und größeren Blessuren aus, seine Wunschformation konnte Trainer Lucien Favre noch kein einziges Mal aufs Feld schicken. Nur drei Siege in insgesamt sechs Testspielen waren die Folge, Tiefpunkte waren die 1:3-Niederlagen gegen Feyenoord Rotterdam und den Zweitligisten VfL Bochum.

Doch Kehl wollte das nicht zu hoch hängen. "Der eine oder andere muss sich definitiv steigern. Das ist klar. Aber man darf das auch nicht überbewerten", äußerte der 40-Jährige und warnte vor Schwarzmalerei: "Ich mache mir noch nicht so viele Sorgen." Grund dafür ist sicher auch die Rückkehr von Reus nach einer hartnäckigen Sehnenentzündung im Adduktorenbereich.

Sebastian Kehl, Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung

Fotocredit: Imago

"Marco hat in den letzten zwei, drei Wochen gut trainiert. Er macht einen sehr positiven Eindruck und versprüht unheimlich viel Freude", sagte Kehl: "Er ist wieder in einer guten Verfassung." Die immensen Abwehrprobleme wird der Offensivallrounder aber nicht beheben können.

Favre: "Wir müssen besser verteidigen"

Wie in der Vorsaison zeigte sich der BVB auch in der Vorbereitung defensiv anfällig, kollektive Tiefschlafphasen und grobe individuelle Aussetzer wechselten sich ab. Zehn Gegentore in sechs Partien - deutlich zu viel für die hohen Ansprüche der Westfalen. "Wir müssen schon besser verteidigen", warnte Favre: "Wir sind zu oft überrascht, das kostet uns manchmal unnötige Tore."

In der Vorbereitung werkelte der Schweizer intensiv an einer Rückkehr zur Viererkette. Dieses Experiment dürfte er zum Pflichtspielstart gegen den MSV Duisburg am 14. September angesichts des mäßigen Erfolgs wieder ad acta legen, auch wenn Kehl betont, dass das Team "personell mit beiden Systemen gut aufgehoben" sei. Viel Zeit zum Einspielen neuer Muster bleibt auch nicht mehr, schließlich befinden sich 14 Dortmunder Profis bis Anfang kommender Woche auf Länderspielreisen.

Doch aller Baustellen zum Trotz gibt sich Kehl für die ersten Pflichtspiele gegen Duisburg und zum Ligastart gegen Borussia Mönchengladbach optimistisch: "Ich gehe stark davon aus, dass die Mannschaft dann ein ganz anderes Gesicht zeigen wird", sagte der langjährige BVB-Kapitän.

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(SID)

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