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BVB, RB Leipzig, Leverkusen: Wer hat das Zeug zur Bayern-Jagd?
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Publiziert 20/11/2020 um 11:15 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern steht vor dem achten Spieltag an der Spitze der Bundesliga. Insofern ist also alles wie immer. Der Vorsprung allerdings ist noch nicht sonderlich groß. Genauer gesagt: Sogar Bayer 04 Leverkusen auf dem vierten Platz ist nur drei Zähler zurück. Wie hoch ist die Qualität der Rekordmeister-Verfolger wirklich und wie stehen die Chancen auf eine echte Bayern-Jagd? Wir machen den Check.
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Zurücklehnen und anschnallen. Nach der Länderspielpause nimmt die Bundesliga so richtig Fahrt auf. Sechs Spieltage in einem Monat stehen bis zur Mini-Weihnachtspause auf dem Programm.
Auch das neue Jahr wird schon am 2. Januar fußballerisch eröffnet. Im Kampf um die deutsche Meisterschaft heißt es also, möglichst konstant auf hohem Level zu performen und im monströsen Tempo dieser durch die Pandemie arg gerafften Saison nicht den Überblick zu verlieren.
Die beste Ausgangsposition hat traditionell der FC Bayern. Die Münchner haben sich nach dem Sieg über Borussia Dortmund erstmals in dieser Spielzeit einen Vorsprung an der Tabellenspitze erspielt. Der Rekordmeister gilt nicht nur deswegen als klarer Favorit. Qualitativ sucht die Mannschaft von Trainer Hansi Flick landesweit ihresgleichen.
Trotzdem scheint das Leistungsgefälle in der Bundesliga-Spitzengruppe nicht so groß zu sein wie zuletzt. BVB, RB und Bayer scheinen gefestigter und haben in Sachen Kadertiefe einen Schritt nach vorne gemacht. Das könnte unter den besonderen coronabedingten Voraussetzungen zu einem Faustpfand werden.
Wer aber hat wirklich das Zeug zur Bayern-Jagd und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Überraschungsmeister? Wir checken die aussichtsreichsten Kandidaten.
RB Leipzig: Platz 2, Rückstand: 2 Punkte
16 Punkte Rückstand wies die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann am Ende der vergangenen Saison auf den Titelträger aus München aus. Eine Menge. Oft vergessen wird aber, dass RB gut sieben Monate zuvor noch ganz anders dagestanden hatte: als Herbstmeister nämlich.
In der zweiten Saisonhälfte dann verschob sich der Fokus - durch den Erfolg in der Champions League - vielleicht zu einem Teil auch unterbewusst immer mehr in Richtung Europa. Die Performance in der Liga litt. Durch acht Unentschieden nach der Winterpause verabschiedeten sich die Bullen mehr und mehr aus dem Titelrennen.
Wer weiß, was bei einem früheren Aus in der Königsklasse drin gewesen wäre? Diese Frage ist nicht zu beantworten, klar. Sie könnte aber als Prämisse für die laufende Saison gelten.
Den Rekordmeister wird in der Rückrunde ein knallhartes Mammutprogramm erwarten. 22 Bundesliga-Spieltage von Januar bis Mai, die Klub-WM im Februar, (höchstwahrscheinlich) Pokal- und Champions-League-Spiele in Hülle und Fülle.
Sollte Leipzig bis dahin Anschluss halten und in der heißen Phase mehr Verschnaufpausen haben, ist dem Klub ein Coup zuzutrauen. Immerhin verfügt Leipzig über einen ausgeglichen auf hohem Niveau agierenden Kader die beste Abwehr der Liga (4 Gegentore) und hat den Abgang von Tormaschine Timo Werner erstaunlich gut weggesteckt.
Der Auftritt beim FC Bayern am 5. Dezember könnte Aufschluss über mögliche Ambitionen geben. Da ist was drin.
Bayern-Jagd-Chance: 8/10
Borussia Dortmund: Platz 3, Rückstand: 3 Punkte
Im direkten Duell mit den Bayern hatte der BVB die Chance, an die Tabellenspitze zu springen. Wie so oft in den vergangenen Jahren misslang dieses Vorhaben aber. Beim 2:3 vor knapp zwei Wochen war die Borussia in weiten Teilen nah dran, in andere aber ebenso weit weg vom Dauerrivalen.
Die Meisterschaft wird aber nicht in den direkten Duellen entschieden, obwohl sie gerade für die Borussia immer eine hohe mentale Weichenstellung darstellen. Die Punktverluste aus den Spielen gegen Mannschaften aus unteren Tabellenabschnitten kosten Dortmund aber seit Jahren den ultimativen Anschluss an den Rekordmeister.
Auch in dieser Saison verlor man bereits völlig unnötig in Augsburg. Diese fehlenden drei Zähler machen derzeit den Unterschied.
Hoffnung macht der ausgebliebene personelle Aderlass im vergangenen Sommer (in Achraf Hakimi ging nur ein Leistungsträger) und die neue Stärke in der Defensive. Nur gegen den FCA und die Bayern kassierte die Mannschaft von Lucien Favre bislang national überhaupt Gegentreffer. Darauf lässt sich aufbauen, denn vorne ist man immer für Tore gut.
Bayern-Jagd-Chance: 7/10
Bayer Leverkusen: Platz 4, Rückstand: 3 Punkte
Nach anfänglichen Schwierigkeiten (drei Remis zum Saisonstart) hat die Mannschaft von Peter Bosz ihren Rhythmus gefunden und ist so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga.
Vier Siege in Folge fuhr Bayer 04 ein und schob sich damit ganz oben mit rein. Als einziges Team neben dem VfL Wolfsburg ist man noch ungeschlagen.
Besonders Stürmer Lucas Alario scheint endlich den Durchbruch geschafft zu haben und trifft derzeit am Fließband. Der Argentinier gibt Leverkusen damit die Abschlussqualität, die nach dem Abgang von Kevin Volland im vergangenen Sommer abhandengekommen schien.
Alario hat schon sieben Saisontore vorzuweisen. Damit aber immer noch vier weniger als sein Positionskollege Robert Lewandowski vom FC Bayern. Um die Torjägerkanone anzugreifen, muss er also noch eine Schippe drauflegen. Gleiches gilt für sein Team. Ob da aber noch viel mehr Potential brach liegt, darf bezweifelt werden.
Insgesamt sieht die Werkself eher wie ein solider Kandidat für Platz drei oder vier aus. Meisterschaftsambitionen sollte man nicht unterstellen.
Bayern-Jagd-Chance: 6/10
Gladbach, Union und Wolfsburg: Best of the rest
Nach sieben Spieltagen solle man auf die Tabelle schauen, weil sie dann schon Aussagekraft habe. Das sagen Bundesligatrainer gerne. Und wie es der Zufall will, ist genau dieser Zeitraum ins Land gezogen.
Glaubt man dem Zwischenstand in der Liga, könnte es also durchaus faustdicke Überraschungen geben. Ganz unten sowieso. Aber auch im oberen Drittel. Dort, wo der FC Union angeführt von Max Kruse beispielsweise plötzlich erster Verfolger der besten Vier ist. Die "Eisernen" also in der Champions League oder gar auf Jagd nach dem Rekordmeister?
Das wäre dann doch etwas zu viel des Guten, meint auch deren Trainer Urs Fischer und mahnt mantraartig zur Vernunft. "Wir spielen weiterhin gegen den Abstieg", so der Schweizer. Vermutlich liegt er damit nicht ganz richtig, für vielmehr wird es aber wohl nicht reichen. Muss es ja auch gar nicht.
Auch der VfL Wolfsburg auf dem aktuell sechsten Rang hat zwar Ambitionen, aber eben auch ganz andere Probleme. Erst kürzlich wurde ein interner Streit um die Kaderplanung öffentlich gemacht und ausdiskutiert. Eine Chance auf die erneute Teilnahme an der Europa League dürfte das höchste der Gefühle sein.
Dann doch eher Borussia Mönchengladbach. Die Fohlen haben zwar schon sieben Punkte Rückstand auf die Bayern, spielen aber tollen Fußball, wenn sie ihr Potential abrufen.
Und genau hier liegt das Problem. Marco Rose muss Konstanz in die Leistungen seiner Mannschaft bekommen, dann ist die Lücke zu den ersten Bayern-Verfolgern locker zu schließen. Für den Rekordmeister dürfte es - unter normalen Umständen - nicht reichen.
Aber was ist im Jahr 2020 schon normal?
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Quelle: Eurosport
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