Zu 100 Prozent zufrieden, das dürfte bereits jetzt feststehen, wird Leroy Sané nicht auf seine Debütsaison beim FC Bayern zurückblicken.
Zu anfechtbar waren seine Leistungen, zu häufig fehlte er deshalb in der Startelf des Rekordmeisters. Der große Durchbruch an der Isar, er blieb dem deutschen Nationalspieler bislang verwehrt.
Im Februar 2021 gibt es jedoch Zeichen der Besserung, was nicht heißen soll, dass vorher alles schlecht war. In sechs der wettbewerbsübergreifend sieben Pflichtspiele stand Sané in der Startelf, bereitete drei Tore vor und traf einmal selbst.
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Zur Wahrheit gehört aber auch, dass er in dieser Zeit nicht unerheblich von Verletzungen (Gnabry) oder Erkrankungen (Müller) seiner Konkurrenten profitierte.
Ein echter Gradmesser, wo ihn Trainer Hansi Flick im Ranking mit den Kollegen sieht, steht nun mit dem Topspiel am Samstag gegen Borussia Dortmund (ab 18:30 Uhr im Liveticker) an.

FC Bayern: Flick kann (fast) aus dem Vollen schöpfen

Mit Ausnahme der Langzeitverletzten Corentin Tolisso (Sehnenriss) und Douglas Costa (Haarriss im Fuß) sind alle offensiven Stammspieler wieder mit an Board und stehen Flick im Bundesliga-Topspiel zur Verfügung.
Vor allem Serge Gnabry und Thomas Müller meldeten sich am vergangenen Wochenende beim 5:1-Sieg über den 1. FC Köln eindrucksvoll zurück. Müller gab nur 31 Sekunden nach seiner Einwechslung den Assist für Robert Lewandowskis 3:1 und entschied so das zu diesem Zeitpunkt auf der Kippe stehende Spiel. Gnabry rührte hintenraus kräftig im imaginären Kochtopf, traf doppelt zum Endstand.

Serge Gnabry

Fotocredit: Getty Images

Sané war an keinem der fünf Tore gegen Köln direkt beteiligt, steht in der laufenden Bundesligasaison bei vier Toren und sieben Assists. Wettbewerbsübergreifend kommt er in bisher 34 Pflichtspielen für die Münchner auf neun Tore und neun Vorlagen. Solide Zahlen, aber eben keine, die auf einen echten Unterschiedsspieler hinweisen.

Lob aber auch Kritik für Leroy Sané

"Ich sehe Sané auf dem Weg der Besserung", bewertete der frühere Bayern-Kapitän Lothar Matthäus nun gegenüber "Sport Bild" die aktuelle Leistungsstärke des 45-Millionen-Mannes. "Dennoch hat Leroy noch Luft nach oben, speziell in der Defensive: Er wählt häufig die falsche Position, auch die Kommunikation mit seinen wechselnden Mitspielern ist nicht optimal."
In der Tat ist es vor allem die Arbeit gegen den Ball, die Sané in München noch nicht zur vollsten Zufriedenheit der Verantwortlichen verinnerlicht hat. Vor einigen Wochen schon bemängelte Flick, dass Sané bei Ballverlusten nicht immer richtig nachgesetzt habe.

Leroy Sané vom FC Bayern

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Nach vorne allerdings lässt er sein Können immer wieder aufblitzen. Mit seinen Anlagen hat er im Eins-gegen-eins vielleicht sogar das größte Potenzial im Bayern-Kader. "Er ist ein Künstler, wenn man so sagen will", schwärmte Flick zuletzt nach dem 3:3-Remis gegen Arminia Bielefeld und unterstrich seine Wichtigkeit für das Spiel des FC Bayern:
"Ob Kingsley Coman, Serge Gnabry, Leroy Sané oder Douglas Costa: Auf den Außenpositionen brauchen wir Kreativität und Dynamik. Und das sind Dinge, die Leroy absolut hat."

Ein alter Weggefährte meldet sich zu Wort

Lob gab es zuletzt auch von einem ehemaligen Weggefährten. André Breitenreiter trainierte Sané von 2015 bis 2016, ehe der Stürmen zu Manchester City wechselte.
"Er ist in seinen Voraussetzungen Weltklasse, weil er einfach einen unheimlich guten Abschluss hat und eine Geschwindigkeit, die nur die Wenigsten haben", sagte der 47-Jährige im Podcast "Im Kopf des Trainers".

André Breitenreiter glaubt an Leroy Sané

Fotocredit: SID

Breitenreiter wirbt im Falle seines ehemaligen Schützlings für mehr Geduld. Sané sei mit einem Kreuzbandriss "über ein Jahr ausgefallen und benötigt einfach die Zeit, um wieder zurückzukommen", gibt Breitenreiter zu bedenken und ist sich sicher: "Er ist jetzt bei Bayern München, einem weiteren internationalem Top-Verein und wird dort seinen Weg gehen."

Wer spielt gegen den BVB?

Dass sich Sané aktuell auf einem guten Weg befindet, haben die vergangenen Wochen gezeigt. Doch wo er genau steht, zeigt sich vor allem in den ganz großen Spielen.
Ein solches, zumindest auf nationaler Ebene, steht am kommenden Samstag an, wenn der BVB zu Gast in München ist. Wer im deutschen Klassiker spielt, darf sich als 1A-Spieler unter Flick sehen.
Das Kingsley Coman für Eric Maxim Choupo-Moting zurück auf den linken Flügel rücken wird, ist wahrscheinlich. Auf der rechten Außenposition ist das Rennen jedoch völlig offen.

Kingsley Coman (l.) und Robert Lewandowski jubeln über einen Treffer gegen Freiburg

Fotocredit: Getty Images

Gnabrys Doppelpack beim Comeback gegen Köln beeindruckte und könnte Flick dazu bewegen, ihn auch gegen den BVB starten zu lassen - je nachdem, für wieviele Minuten es reicht, wäre Sané dann die erste Alternative von der Bank.
Wie Flick sich auch immer entscheidet: das Spiel gegen den BVB hat für jeden Bayern-Spieler immer einen hohen Stellenwert. Es ist ein Duell von europäischem Format, auf das die Welt schaut - und das die Spieler selbstverständlich auch für die großen Aufgaben in der Champions League qualifiziert.
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