Hansi Flick machte aus seiner Sorge vor der umstrittenen Abenteuerreise ins Risikogebiet kein Geheimnis. "Das ist eine Sache, die man nicht ganz so versteht", sagte der Triple-Trainer von Bayern München über den europäischen Supercup gegen den FC Sevilla am Donnerstag (21:00 Uhr im Liveticker) in Budapest. Doch die UEFA bleibt hart: Das Spiel soll stattfinden - allen berechtigten Bedenken zum Trotz.

Und Flicks Chef hat dafür sogar Verständnis. "Die UEFA hat sich diese Entscheidung durchaus sehr schwer gemacht", sagte Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag bei "Sky90": "Sie wollte zielbewusst einen ersten Schritt in Richtung Normalität gehen. Grundsätzlich halten wir das für möglich und nachvollziehbar."

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Doch ist die von allen erhoffte Rückkehr in den Fußball-Alltag mit Fans angesichts der Lage vor Ort kein zu hohes Risiko? 30 Prozent der Kapazität der Puskas Arena sind freigegeben, das entspricht rund 20.000 von 67.000 Plätzen. Dabei schnellen die Zahlen in der ungarischen Hauptstadt längst exponentiell in die Höhe.

Lage wird bedrohlicher

Ungarn hatte schon Anfang September die Grenzen für Ausländer geschlossen. Und auch in München und Spanien, das aus Sicht des Robert-Koch-Instituts (RKI) ebenfalls tiefrot ist, wird die Lage bedrohlicher.

Der FC Bayern versuche, den Umständen "Rechnung zu tragen", betonte Rummenigge: "Wir haben kein Interesse daran, dass Leute corona-infiziert nach München zurückkehren und hier nicht erkannt werden." Deshalb biete der Klub den Anhängern vor und nach dem Trip kostenlose Tests an: "Aktuell haben wir rund 2100 Fans, die mit uns zu diesem Spiel reisen wollen."

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Wer seine Karten zurückgeben wolle, erhalte "vollumfänglich" sein Geld zurück, teilte die UEFA mit. Der Verband wies zugleich darauf hin, dass Reisende bei ihrer Rückkehr nach Bayern nicht in Quarantäne müssten, sofern sie sich weniger als 48 Stunden im Risikogebiet aufhielten. Nicht einmal ein negativer Corona-Test sei dann erforderlich.

Flick: "Liegt nicht in meiner Hand"

All das wirkt wie der hilflose Versuch, ein fragwürdiges Spiel zu retten, an dessen Sinnhaftigkeit sogar Beteiligte wie Flick zweifeln. "Aber wir sind nicht die, die die Entscheidung treffen, die haben andere getroffen", sagte er fast verzweifelt. Er wolle versuchen, sich auf das Sportliche zu konzentrieren, meinte der Münchner Trainer, "wir wollen versuchen, dort zu gewinnen und den nächsten Titel zu holen, das wäre eine schöne Abrundung. Alles andere liegt nicht in meiner Hand."

Rummenigge begründete seine positive Haltung mit dem aus seiner Sicht gelungenen Bundesliga-Start. Dort hätten die Fans bewiesen, "dass sie seriös und diszipliniert" mit der Situation umgehen könnten. Die Rückkehr der Anhänger sieht er als Muss. "Mir macht große Sorge, dass wir die Fußballkultur verlieren. Je länger die Zeit ohne Zuschauer dauert, desto kritischer wird es."

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(SID)

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