DFL: Treffen über Verteilung der TV-Gelder ohne Augsburg, Mainz und Co.

Es geht um wichtige Zukunftsthemen, doch vier Bundesligisten sind gar nicht eingeladen. Genau jene Klubs, die sich zuletzt für eine Umverteilung der Medieneinnahmen ausgesprochen haben. "Deshalb wurden sie wahrscheinlich auch nicht eingeladen", sagte Rummenigges Bruder Michael der "ARD". Das Geheimtreffen von 15 Profiklubs am Mittwoch in Frankfurt riskiert somit die Spaltung der Liga.

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Die Agenda dieses brisanten Gipfeltreffens ist so umfangreich wie gewichtig. Die Führungskrise im DFB, die Nachfolge von DFL-Boss Christian Seifert, die Verteilung der Medienerlöse sowie der Umgang mit der Coronakrise - was auch immer den deutschen Profifußball in den vergangenen Wochen und Monaten umgetrieben hat, kommt am Mittwoch auf den Tisch. Eine gemeinsame Linie wollen Karl-Heinz Rummenigge und seine 14 Mitstreiter im noblen Frankfurter "Airport Club" finden, doch riskieren sie vielmehr die Spaltung der Bundesliga.
Denn nicht jeder ist bei dieser elitären Zusammenkunft erwünscht. So hat Bayern Münchens Vorstandschef Rummenigge als Initiator nur 14 Klubs aus dem Oberhaus sowie den Zweitligisten Hamburger SV an den Frankfurter Flughafen geladen - die Bundesligisten FC Augsburg, Arminia Bielefeld, FSV Mainz 05 und VfB Stuttgart müssen draußen bleiben.
Es sind genau die Klubs, die sich zuletzt zusammen mit zehn Zweitligisten in einem Positionspapier für eine Umverteilung der Medieneinnahmen von oben nach unten ausgesprochen hatten.
"Sie haben einen kleinen Stuhlkreis gebildet, das fand ich ein wenig bedenkenswert. Deshalb wurden sie wahrscheinlich auch nicht eingeladen", sagte Rummenigges Bruder Michael der "ARD". Diese Einladungspolitik darf durchaus als Ohrfeige für die aufmüpfigen Klubs gedeutet werden, sorgt aber für reichlich Kritik und Zündstoff.

Mainz kritisiert DFL: "Merkwürdiges Verhalten"

Es sei "legitim, dass man sich austauscht", aber ein "merkwürdiges Verhalten, wenn Teile der Liga ausgeschlossen" würden, sagte der Mainzer Finanzvorstand Jan Lehmann in der "Frankfurter Rundschau". Und auch der Bremer Sportchef Frank Baumann, der trotz Befürwortung einer Umverteilung eingeladen wurde, monierte im "Kicker": "In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen und im Sinne der Solidarität hätten wir uns gewünscht, dass alle Bundesligisten eingeladen werden."
Die Verteilung der Mediengelder ist Streitthema Nummer eins im deutschen Fußball. Für die Deutsche Fußball Liga (DFL) geht es darum, 1,1 Milliarden Euro pro Saison an die Klubs weiterzureichen, die internationalen Einnahmen werden wohl bei 250 Millionen Euro liegen. Die Entscheidung über die Aufteilung liegt in den Händen des DFL-Präsidiums um den scheidenden Geschäftsführer Christian Seifert, bis Jahresende soll ein Ergebnis vorliegen - das hindert die Klubs aber nicht daran, über verschiedene Verteilungs-Varianten zu streiten.
"Es muss unser gemeinsames Interesse sein, dass die Fans wieder einen Wettbewerb sehen, bei dem sie nicht schon vorher wissen, wie er ausgeht", sagte Stuttgarts Vorstandschef Thomas Hitzlsperger zuletzt. Die Reformwilligen fordern daher eine weniger erfolgsabhängige Ausschüttung - die "Big Player" wie Bayern München, Borussia Dortmund oder RB Leipzig haben an einer Umverteilung von oben nach unten aber freilich wenig Interesse.

Werder schlägt Alarm: "Wäre fatal, wenn alles bliebe, wie es ist"

Es ist nur eine von vielen Zukunftsfragen, über die am Mittwoch diskutiert wird. Auch der Umgang mit der Coronakrise soll Thema sein. Denn dass der Fußball daraus Lehren ziehen muss, ist allen Beteiligten bewusst. "Es wäre fatal, wenn am Ende alles bliebe, wie es ist", sagte Werder Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald dem "Weser-Kurier": "Dann hätte der Fußball eine große Chance vertan und würde Gefahr laufen, viele Fans zu verlieren."
Sorgen bereitet den Klubs auch die Führungskrise im Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit dem Machtkampf zwischen Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius. Der reformwillige Keller genießt hohes Ansehen in der Liga, ist nach den jüngsten Querelen aber angezählt und könnte Rückendeckung gut gebrauchen.
Und auch bei der Nachfolge für DFL-Geschäftsführer Seifert, der im Juni 2022 aufhört, wollen die Profiklubs ein Wörtchen mitreden, auch wenn der DFL-Aufsichtsrat die Entscheidung trifft. Dem Vernehmen nach soll es bereits den Vorschlag geben, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.
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(SID)
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Quelle: Perform

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