Der deutsche Rekordmeister ging personell arg gebeutelt ins Topspiel gegen die formstarken Frankfurter, unter anderem fehlten Thomas Müller und Benjamin Pavard aufgrund einer Corona-Infektion, Corentin Tolisso nach seiner schwerwiegenden Trainingsverletzung (Sehnenriss). FCB-Trainer Hansi Flick stellte seine Startelf dementsprechend um: Niklas Süle begann als rechter Verteidiger, Joshua Kimmich und Marc Roca im Zentrum, Eric Maxim Coupo-Moting übernahm die Müller-Position hinter Robert Lewandowski.
Auch die Frankfurter hatten personelle Probleme zu beklagen, Top-Torschütze André Silva (17 Saisontore) fehlte aufgrund von Rückenproblemen, auch Außenverteidiger Erik Durm war angeschlagen und stand nicht im Kader. Real Madrid-Leihe Luka Jovic startete in der Offensive, Almamy Touré begann als rechter Außenverteidiger.
Die Frankfurter stimmten sich perfekt auf diese Partie ein und entfachten ein wahres Fußball-Feuerwerk in der Anfangsphase. Sie setzten schwache Gäste extrem unter Druck und erspielten sich viele gute Torchancen. Die Münchner verteidigten schwach gegen den Ball, hatten keine gute Defensivordnung und waren offensiv schlichtweg nicht präsent.
Bundesliga
Wieder kein Sieg: Frankfurt steckt im Keller fest
VOR 6 STUNDEN
In der zwölften Minute fiel der verdiente Frankfurter Führungstreffer. Der überragende Amin Younes spielte einen Schnittstellenpass auf Filip Kostic auf der linken Seite, der Außenverteidiger zog in den Strafraum ein und brachte den Ball flach in die Mitte. Daichi Kamada kam aus elf Metern zum Abschluss und verwandelte ins rechte Eck.

Robert Lewandowski (l.) vom FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Eine Antwort des deutschen Rekordmeisters blieb aus, stattdessen machten die Frankfurter weiter Druck nach vorne und sorgten für große Probleme in der Bayern-Defensive. Auffällig waren die großen Abstände im Spiel gegen den Ball, die Frankfurter hatten im letzten Drittel viel zu viel Platz.
In der 31. Minute legten die Hessen nach. Younes initiierte einen Angriff mit einem Seitenwechsel auf die rechte Seite, die Kugel kam auf die linke Seite zurück und landete in der linken Strafraumhälfte bei Kamada, der die Übersicht behielt und Younes fand. Aus 15 Metern halblinker Position knallte der Offensivmann den Ball unhaltbar in den rechten Winkel – ein absolutes Traumtor.
Im zweiten Durchgang zeigten die Münchner ein anderes Gesicht, waren dabei kaum wiederzuerkennen. Der Rekordmeister startete mit Dauerdruck, ließ den Frankfurtern kaum Zeit, sich zu ordnen. In der 53. Minute folgte der Anschlusstreffer. Leroy Sané ging in der rechten Strafraumhälfte gegen Sebastian Rode und Evan Ndicka ins Dribbling, setzte sich stark durch und spielte den Ball ins Zentrum. Lewandowski war aus sechs Metern zur Stelle und schob zu seinem 26. Saisontor ein.
Die Münchner machten druckvoll weiter, Frankfurt konnte sich kaum noch entlasten – es folgten Chancen über Chancen für den FC Bayern. Allerdings schafften es die Gäste nicht, den verdienten Ausgleich zu erzielen. So machte das Traumtor von Younes den Unterschied in einer Partie mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten.

So analysiert Flick die Bayern-Niederlage in Frankfurt

Die Stimmen zum Spiel:

Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt): "In einer starken ersten Halbzeit haben die Bayern wohl nicht damit gerechnet, dass wir gerade wirklich so stark sind. Da haben wir starken Fußball gezeigt, haben zum Glück die Tore gemacht. In der zweiten Halbzeit war logisch, dass die Bayern mehr aufmachen."
Manuel Neuer (FC Bayern München): "Wir haben nicht aus dem Bielefeld-Spiel gelernt. Das haben wir auch schon gegen die Arminia gemacht und das reicht gegen so eine Mannschaft nicht - die haben natürlich offensivstarke Spieler, haben uns am Anfang vor Probleme gestellt und da muss am Anfang sofort, wenn wir hier loslegen, Aggressivität auf dem Platz sein und wir müssen hellwach sein."

Der Tweet zum Spiel:

Younes setzte nach seinem Traumtor ein wichtiges Zeichen. In Gedenken an die Opfer von Hanau.

Das fiel auf: Meister-Mantra

Vor dem Gewinn der FIFA Klub-Weltmeisterschaft wurde der FC Bayern München bereits als neuer und alter Deutscher Meister gehandelt. Sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger RB Leipzig und fünf Bundesliga-Siege in Folge sprachen eine klare Sprache. Wieder die Über-Bayern, wieder keine Meister-Überraschung – trotz dieser hohen Münchner Spielplan- und Erfolgsdichte.
Doch nur ein Unentschieden gegen Arminia Bielefeld und mehrere verletzungsbedingte Ausfälle später, stand der FC Bayern München mehr unter Druck denn je. Leipzig scheint in Schlagdistanz, Frankfurt und Wolfsburg in Lauerstellung – die gebeutelten Münchner im Blickfeld aller Verfolger. Es lag am Rekordmeister gegen die Eintracht das Meister-Mantra zu forcieren, doch die Frankfurter siegten – nicht sonderlich überraschend – und brachten die Münchner so in die leidige Rolle des Gejagten. Es winken nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den zweiten Rang und harte Wochen – physisch und psychisch.

Die Statistik: 100

Zum 100. Mal trafen Eintracht Frankfurt und der FC Bayern München in der Bundesliga aufeinander. Die Hessen holten an diesem Spieltag den 23. Sieg gegen den deutschen Rekordmeister. 55 Partien gingen verloren, 22 endeten unentschieden.
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