RB-Trainer Julian Nagelsmann forcierte gegen Eintracht Frankfurt das Flügelspiel mit den schnellen Amadou Haidara und Christopher Nkunku in Kombination mit den Außenverteidigern Angeliño und Tyler Adams, um die kompakte Taktik der Frankfurter auszuspielen.

Die Eintracht agierte in einem defensiven 5-3-2-System gegen den Ball, im Umschaltspiel bewegten sich Erik Durm und Filip Kostic auf den Flügeln nach vorne. Allerdings war von Offensivpower zunächst nicht viel zu sehen. Die Leipziger diktierten das Spiel, setzten die Frankfurter unter Druck.

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In dieser Drangphase schafften es die Roten Bullen jedoch nicht, ihre Chancen zu nutzen. Unter anderem vergab Dani Olmo freistehend aus acht Metern per Lupfer (15.). Frankfurt machte es mit zunehmender Spielzeit besser, hielt gut dagegen und bewegte sich selbst in die Offensive. Martin Hinteregger köpfte einen Eckball von der rechten Seite in der Folge knapp über den Kasten (22.).

Kurz vor der Pause unterlief den Leipzigern ein folgenschwerer Abwehrfehler. Evan Ndicka brachte einen Freistoß von der linken Seite weit in die Offensive, Dayot Upamecano sprang unter dem Ball durch. Angeliño war nicht auf der Höhe und so nahm Aymen Barkok die Kugel in der rechten Strafraumhälfte mit und verwandelte anschließend flach ins linke Eck (43.) zur 1:0-Führung.

Nagelsmann reagierte mit einem Dreierwechsel zu Beginn des zweiten Durchgangs auf den Rückstand und brachte Emil Forsberg, Willi Orban und Yussuf Poulsen. Die erste Offensivaktion gehörte allerdings den Frankfurtern. Kostic scheiterte in der 47. Minute aus spitzem Winkel an Péter Gulácsi und dem linken Außenpfosten.

Leipzig brauchte etwas Zeit, um ins Spiel zu finden und war zehn Minuten später furios zur Stelle. Angeliño flankte den Ball von der linken Seite in die Mitte, Poulsen streckte sich am ersten Pfosten und brachte die Kugel mit dem Fuß stark im langen Eck unter.

Die Gäste drängten in der Folge auf den Siegtreffer, Frankfurt stellte sich defensiver und kompakter, hatte so deutlich weniger Ballaktionen als noch zuvor – ließ allerdings nur wenig zu. So blieb es am Ende beim insgesamt verdienten 1:1-Unentschieden zwischen Frankfurt und Leipzig.

Die Stimmen:

Erik Durm (Eintracht Frankfurt): "Gegen eine Spitzenmannschaft wie Leipzig ist es immer schwer und das wussten wir. Wir haben sie super analysiert, hatten eine gute Trainingswoche und mit dem Punkt können wir leben."

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): "Das Unentschieden geht in Ordnung, weil Leipzig optisch die bessere Mannschaft war. Was wir taktisch auf den Platz gebracht haben, hat mir sehr gut gefallen. Das Spiel nach vorne haben wir aber nicht so umgesetzt, wie wir uns das vorgenommen haben."

Yussuf Poulsen (RB Leipzig): "So wie das Spiel verlaufen ist, ist es okay. Es war schwer, die Frankfurter haben es super verteidigt und deswegen ist es auch schwer, klare Torchancen herauszuspielen. Wir haben verdient einen Punkt geholt und mit ein bisschen mehr Glück machen wir auch noch das 2:1."

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Nur weil Bayern mal nicht gewinnt, ist es nicht automatisch so, dass wir das Spiel gewinnen. Am Ende muss du mit dem Punkt leben. Der Punkt geht für beide in Ordnung. Wir haben mehr investiert, um torgefährlich zu werden. Wir dürfen niemals das Tor bekommen, das ist sehr simpel. Sonst hatten wir es ganz gut im Griff. Die klaren Torchancen haben gefehlt."

Der Tweet zum Spiel:

Kostic fehlte den Frankfurtern lange verletzungsbedingt, jetzt ist der Leistungsträger zurück.

Das fiel auf: Kader-Variabilität

RB Leipzig besitzt nicht erst seit dieser Saison eine Elf von Top-Format, in dieser Spielzeit sind die Roten Bullen jedoch auch in der Breite extrem gut besetzt. Nahezu jede Position findet mindestens zwei Spieler auf hohem Qualitätsniveau. Diese Variabilität bringt RB-Trainer Nagelsmann eine taktische Anwendungsvielfalt und Möglichkeiten, auf die unterschiedlichsten Spielweisen des Gegners zu reagieren.

Gegen Frankfurt war es ein Dreierwechsel zur Pause, der Leipzig in der Folge zurück ins Spiel brachte. Poulsen setzte seine Jokerqualitäten um und erzielte den wichtigen 1:1-Ausgleich. Mit dieser Qualitätserhöhung haben die Leipziger in dieser Saison die große Chance, auch in diversen Titelfragen eine noch bessere Rolle zu spielen als noch in den vergangenen Jahren.

Die Statistik: 0

Für RB Leipzig ist in Frankfurt nicht viel zu holen. Sechsmal sind die Roten Bullen bei der Eintracht angetreten, nicht ein einziges Mal konnten die Sachsen gewinnen. Sie kassierten drei Niederlagen und holten drei Remis.

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