FC Bayern im Herbst 2020: Gejammert wird nicht

Spielen, spielen, spielen: Der FC Bayern München hat im Herbst 2020 enorm viele Aufgaben vor sich, bügelte zuletzt aber jeden Gegner nieder. Vor dem Champions-League-Spiel bei Lokomotive Moskau irritiert ein offenbar falsch positiver Coronatest von Serge Gnabry und schmerzt der Ausfall von Alphonso Davies. Gejammert wird jedoch nicht, stattdessen heißt es: Augen zu und durch.

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Ein offenbar falsch positiv getesteter Nationalspieler? Egal. Die Verletzung eines Jungstars schon nach wenigen Spielsekunden? Auch egal. Eine Reise ins Risikogebiet nach Russland? Muss ja.
4:1 bei Arminia Bielefeld, 4:0 gegen Atlético Madrid, 5:0 gegen Eintracht Frankfurt – recht besser kann man eine Woche nicht gestalten. Keine Frage: Beim FC Bayern München sind sie aktuell ziemlich krisensicher.
Getragen von Robert Lewandowskis Toren eilen die Triplesieger schon wieder von Erfolg zu Erfolg. 22 Tore nach fünf Bundesliga-Spieltagen gab es jedenfalls bis dato noch nicht.
"Wir sind momentan sehr effizient und nutzen unsere Chancen entschlossen", meinte Trainer Hans-Dieter Flick nach dem Heimerfolg gegen die Eintracht zufrieden, rückte aber nicht von seinem Mantra ab: "Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel denken."

FC Bayern: Alle drei Tage ein Spiel

Dass sie nach ein paar Schlaglöchern (1:4 in Hoffenheim, 4:3 gegen Hertha BSC) wieder kontrolliert auf der Siegerstraße unterwegs sind, liegt vor allem am Anfang Oktober noch nachgebesserten Kader.
Angesichts von ausschließlich englischen Wochen für Nationalspieler bis Jahresende, gefolgt von nur ein paar Tagen Weihnachtsurlaub, macht Flick aber auch immer wieder klar, dass es mehr als elf Spieler brauche, um erfolgreich zu sein. Und stellt auch entsprechend auf.
So verdiente sich gegen Frankfurt Bouna Sarr als Rechtsverteidiger ein Sonderlob. "Es ist wichtig für die anderen zu sehen, hey, das ist einer, der auch richtig gut ist", sagte Flick: "Das kitzelt bei den anderen vielleicht noch das ein oder andere Prozent raus."

Sogar Lewandowski lässt sich auswechseln

Jamal Musiala, Bayerns jüngster Bundesliga-Spieler der Geschichte (17), erzielte derweil als Joker schon sein zweites Bundesligator.
Das Vertrauen in die Mitspieler ist offenbar auch bei Robert Lewandowski gestiegen, der sich nach seinem Dreierpack am Samstag schon nach 68 Minuten bereitwillig vom Platz nehmen ließ.
"Er hat sich sogar zur Auswechslung angemeldet, das ist doch mal eine Neuigkeit", witzelte Flick auf der Pressekonferenz.
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Flick verrät "Neuigkeit" über Lewandowski

Quelle: Perform

Davies fehlt wochenlang - Flick fordert kreative Lösungen

Weniger prickelnd fand der Bayern-Trainer indes die Knöchelverletzung von Alphonso Davies, der schon in der dritten Minute ausgewechselt werden musste. "Er hat sich ein Band gerissen, eins ist zum Teil abgerissen. Wir rechnen damit, dass er sechs bis acht Wochen ausfällt", berichtete der Bayern-Trainer.
Was Lucas Hernández jetzt aus Linksverteidiger unentbehrlich macht. Der Franzose wird aber auch nicht alle Spiele über 90 Minuten bestreiten können, weshalb Flick kreative Lösungen ankündigte. "Wir haben ja auch eine U23", sagte der Bayern-Trainer, "ansonsten muss man das in der Mannschaft regeln. Wir haben Spieler, die das können."
David Alaba zum Beispiel, den man aus dem Abwehrzentrum ziehen und wieder auf der linken Abwehrseite aufbieten könnte. Chris Richards (20) und der derzeit verletzte Bright Arrey-Mbi (17, Muskelfaserriss) wären mittelfristig die Innenverteidigeralternativen zu Niklas Süle und Jérôme Boateng.

Bayern in Moskau: schnell rein, schnell raus

Ansonsten heißt es ohnehin: Augen zu und durch. So auch das Motto für den Champions-League-Ausflug nach Moskau, wo die Bayern am Dienstag (18:55 Uhr im Liveticker) bei Lokomotive Moskau antreten.
Statt zwei Nächte in Russland zu verbringen, machen es die Bayern so: schnell rein, schnell raus. Abschlusstraining und Pressekonferenz finden am Montag noch in München statt, ehe es am Nachmittag nach Moskau geht. Nach nur einer Nacht im Hyatt Regency Moscow Petrovsky Park fliegen die Bayern Dienstagnacht nach dem Spiel direkt noch zurück nach Hause.
Mit dabei: Serge Gnabry, dessen Quarantäne nach einem offenbar falsch positiven Test – das legten weitere Prüfungen nahe – aufgehoben wurde. Auch so wäre der Ausfall für Flick "kein Grund zum Jammern" gewesen: "Die Dinge sind so, wie sie sind, und das müssen wir so annehmen."

Extra Time - der Eurosport-Podcast

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Quelle: SNTV

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