Hans-Dieter Flick hatte nach dem 3:2 (3:1) beim VfL Wolfsburg am Samstag verkündet, den Verein um eine Vertragsauflösung zum Saisonende gebeten zu haben.
"Jetzt werden die Gespräche ernsthaft werden", sagte Lothar Matthäus: "Das muss für den DFB jetzt aktuell sein."
Beim DFB wird das Bundestraineramt nach der EM im Sommer vakant: Joachim Löw macht nach 15 Jahren Schluss.
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"Für mich ist es ganz klar gewesen, vor Wochen schon, dass Flick aufhört und ein Angebot vom DFB bekommen wird", sagte Matthäus. Für ihn sei die Tendenz klar: "Er wird Nachfolger von Joachim Löw."

Richtiger Zeitpunkt für Flick - nicht für FC Bayern

Flick selbst betonte, er habe mit DFB-Direktor Oliver Bierhoff diesbezüglich noch kein Gespräch geführt. Der 56-Jährige war beim WM-Triumph 2014 in Brasilien Löws Assistent gewesen, anschließend wurde er bis 2017 DFB-Sportdirektor.
Zum überraschenden Flick-Statement am Samstag meinte Matthäus: "Es war für Flick der richtige Zeitpunkt, wahrscheinlich nicht für Bayern." Auch Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler sagte: "Den Zeitpunkt finde ich etwas überraschend, aber es ist seine persönliche Sache. Ich weiß auch nicht mehr."

Flick erklärt sich: "Nur den Wunsch geäußert ..."

Die Bosse wurden offenbar von Flicks öffentlicher Aussage überrascht.
Für Matthäus sei diese aber Ausdruck von Flicks Unzufriedenheit gewesen. "Er war in den letzten Tagen und Wochen nicht mehr der Hansi, den ich kenne", sagte der Rekordnationalspieler, der mit dem Bayern-Trainer befreundet ist. Flick sei normalerweise "einer, der schnell aufräumt mit Problemen".

"Er fühlt sich nicht mehr so wohl"

Der schwelende Streit mit Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic sowie die Gerüchte um den DFB-Job hätten Flick belastet, so Matthäus' Einschätzung.
"Er fühlt sich nicht mehr so wohl wie in den ersten Monaten, er hat das alles mit sich rumgetragen. Ich schätze, dass das alles raus musste. Es ist eine Erleichterung für ihn", sagte der 60-Jährige.
Nachdem Flick in Wolfsburg den Spielern über seinen Entschluss Bescheid gegeben habe, war der Gang an die Öffentlichkeit der nächste logische Schritt. "Er wollte vermeiden, dass ihm der FC Bayern zuvorkommt", so Matthäus.

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Völler meinte derweil zu Flick als Bundestrainer: "Wer jetzt denkt, dass er es nicht wird – das wäre schon eine sehr mutige Entscheidung, sagt mir mein Bauchgefühl."

Ablöse als Knackpunkt?

Allerdings könnte Bayern wegen Flicks Vertrag bis 2023 auf eine Ablöse pochen - worin Matthäus einen Knackpunkt sieht.
"Ich glaube die Ablöse, die der DFB bezahlen kann, wird ganz sicher nicht in der Höhe möglich sein, wie es nun bei Bundesliga-Trainern üblich ist – wenn man das mal mit Rose und Hütter vergleicht", sagte der Rekordnationalspieler.
Rose, der von Gladbach zum BVB geht, hatte eine Ausstiegsklausel über fünf Millionen Euro, Hütter, der von Frankfurt nach Gladbach wechselt, über 7,5 Millionen. Bei Bayern müssten laut Matthäus nun "eigentlich ganz andere Summen aufgerufen werden, aber die ist der DFB ganz sicher nicht bereit zu zahlen".
Dennoch legte sich der 60-Jährige fest: "Meine Meinung ist: Flick zum DFB, Nagelsmann zu Bayern und Jesse Marsch zu Leipzig."
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