Karl-Heinz Rummenigge hat die Nase gestrichen voll vom Dauerzwist beim "FC Hollywood". Mit einem unmissverständlichen Machtwort in der fast schon filmreifen Fehde zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic hat der Vorstandsvorsitzende von Bayern München den Trainer und den Sportchef eindringlich zur Vernunft gerufen.
"Dieses Thema muss ein Ende haben", forderte Rummenigge unmissverständlich und betonte in der "Bild-Zeitung" mit Nachdruck: "Wir müssen alle an einem Strang ziehen, müssen harmonisch, loyal und professionell zusammenarbeiten. Das ist meine klare Forderung an die sportliche Führung. Das hat den FC Bayern immer ausgezeichnet."
Die ewigen Diskussionen um die Zukunft von Flick und die Spannungen in dessen Verhältnis zu Salihamidzic sollen mit Blick auf die großen sportlichen Herausforderungen endlich ad acta gelegt werden.
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"Es ist überflüssig, dass wir das permanent kommentieren müssen", sagte Rummenigge, "zumal wir im letzten Viertel der Saison stehen, mit sieben Punkten Vorsprung Erster in der Bundesliga sind, und auch trotz unseres 2:3 gegen Paris noch eine Chance haben, in der Champions League weiterzukommen." Fast schon flehend fügte er hinzu: "Wir brauchen Ruhe und eine Fokussierung auf das Wesentliche."

Flick: "Ein bisschen schauspielern"

Doch das dürfte ein frommer Wunsch bleiben. Die vergangenen Tage haben überdeutlich gezeigt: Der erst kürzlich herbeigeführte Burgfrieden zwischen Flick und Salihamidzic ist überaus brüchig, und die Nachfragen zu einer möglichen Zukunft Flicks als Erbe von Bundestrainer Joachim Löw reißen nicht ab. Weil Flick sich trotz Vertrags bis 2023 um eine klare Aussage drückt - wegen der zerrütteten Beziehung zu seinem direkten Vorgesetzten.
All dies belastet den FC Bayern in der entscheidenden Saisonphase schwer - und gefährdet den Erfolg. Gegen Union Berlin muss der Rekordmeister am Samstag (ab 15.30 Uhr im Eurosport Liveticker) seine Spitzenposition in der Bundesliga festigen, und nur drei Tage später steht das äußerst schwierige Viertelfinal-Rückspiel bei PSG in der Königsklasse an. Zu allem Überfluss drücken große Personalsorgen auf die ohnehin belastete Stimmung.
Flick hatte nach der unglücklichen Hinspiel-Niederlage gegen Paris tief blicken lassen, als er betonte, er müsse angesichts der Dauer-Diskussionen "auch ein bisschen schauspielern". Das gelingt ihm aber nur bedingt: Dass den Trainer das Kompetenzgerangel mit Salihamidzic in Kaderfragen unheimlich nervt, ist seit Wochen unüberhörbar.

FC Bayern plagen personelle Probleme

Und so kokettiert er mit dem möglichen Abschied Richtung DFB, indem er ein klares öffentliches Bekenntnis zum FC Bayern verweigert. Salihamidzic wich seinerseits erst am Mittwochabend eher ungeschickt der Frage aus, ob er deshalb nach einem neuen Trainer suchen müsse.
Mit Ausnahme von Rummenigge sieht der Rest der Führungsriege dem Theater zu. Weder dessen designierter Nachfolger Oliver Kahn, noch Präsident Herbert Hainer konnten oder wollten mit ihren Aussagen für Klarheit sorgen. Und im Hintergrund spielt der langjährige Patron Uli Hoeneß als Unterstützer und Förderer von Salihamidzic sowie Mitglied des mächtigen Aufsichtsrates ein ganz eigenes, undurchsichtiges Spiel.
Flick muss in dieser überaus brisanten Gemengelage zunächst personelle Fragen klären: Nach Weltfußballer Robert Lewandowski und Serge Gnabry fällt auch Niklas Süle für Union und Paris aus. Bei Leon Goretzka besteht wohl zumindest für PSG ein Rest Hoffnung. Für Rummenigges "Basta!" gilt das eher nicht.

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(SID)

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