Vor dem Spiel gegen Union Berlin füllte sich das Lazarett der Bayern mit drei weiteren Akteuren: Leon Goretzka, Niklas Süle (beide muskuläre Probleme) sowie Lucas Hernández (Rippenprellung) fielen aus.
Und so brachte Hansi Flick im Vergleich zur 2:3-Niederlage gegen PSG eine runderneuerte Abwehr: Benjamin Pavard und David Alaba (beide Bank) sowie Hernández und Alphonso Davies (gesperrt) wurden durch Bouna Sarr, Jérôme Boateng, Javi Martínez und Josip Stanisic ersetzt. Stanisic feierte sein Debüt in der Bundesliga. Zudem ersetzten Tiago Dantas (Startelfpremiere) und Jamal Musiala Goretzka und Leroy Sané (Bank).
Bei Union Berlin gab es nach dem 1:1 im Stadtderby gegen Hertha BSC drei personelle Änderungen. Urs Fischer setzte gegen die Bayern auf maximales Tempo und brachte auf den Außen Marius Bülter und Keita Endo für Christian Gentner sowie Julian Ryerson (beide Bank). Zudem kam Christopher Lenz für Nils Schlotterbeck (Bank) in die Startelf.
Bundesliga
FC Bayern: Katar-Entscheidung erst nach der WM 2022
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Zwischen den beiden Duellen gegen Paris tat sich die ersatzgeschwächte Elf der Bayern erwartend schwer gegen zweikampfstarke und kompakte Köpenicker. Der Tabellenführer hatte natürlich mehr vom Spiel, doch Joshua Kimmich und Co. leisteten sich in der Anfangsphase sehr viele Fehler. Dennoch hatten Eric-Maxim Choupo-Moting und Thomas Müller die ersten Möglichkeiten der Partie durch eine Doppelchance (17.).
Richtig gefährlich wurde es allerdings nur auf der Gegenseite, als Marius Bülter aus sechs Metern völlig frei zum Kopfball kam, doch die Kugel genau auf Manuel Neuer brachte (23.). Nach den Anfangsschwierigkeiten kamen die Bayern besser ins Spiel und drängten die Berliner immer tiefer in deren Hälfte. Vor allem Musiala setzte viele Impulse, während über die linke Seite nicht viel ging. Kingsley Coman wurde angeschlagen zur Halbzeit ausgewechselt. Ansonsten kam offensiv vom Rekordmeister sehr wenig.
Auch im zweiten Durchgang blieben Torraumszenen Mangelware. Bayern näherte sich an, doch außer ein paar Halbchancen sollte nichts herausspringen. Auf der anderen Seite trat nach 57. Minuten dann auch Max Kruse in Erscheinung, der einen Volleyschuss knapp neben den Kasten setzte.
Ansonsten waren die Köpenicker zu harmlos im zweiten Durchgang. Bayern tat sich in der Offensive auch schwer, doch nach einem Fehler von Marvin Friedrich war es Musiala, der das 1:0 markierte (1:0). Die Bayern ließen danach nicht mehr viel zu und zeigten eine kämpferische Leistung. Es waren der pure Wille und Ehrgeiz der Bayern, die sie auf die Siegerstraße brachte.
Gegen Ende der Partie ging Union mehr ins Risiko – und wurde prompt belohnt. Cedric Teuchert reagiert bei einem Einwurf schnell, Marcus Ingvartsen traf zum 1:1 (86.). Unterm Strich müssen es beide Teams pragmatisch sehen, für Bayern war es schlicht einfach das Spiel zwischen den beiden Duellen mit Paris.
Nächsten Samstag sind dann beide Mannschaften wieder in der Bundesliga gefordert. Bayern muss nach Wolfsburg, Union empfängt Stuttgart.

Die Stimmen zum Spiel

Oliver Ruhnert (Manager Union Berlin): "Wir können mit dem Unentschieden leben. Das ist ja auch für uns historisch, das muss man auch mal erwähnen. Auch die Glückwünsche zum Klassenerhalt nehme ich an, auch wenn das 0:1 immer noch nervt in der Entstehung. Es stand lange 0:0 und dann fängt man an nachzudenken. Es spricht für uns, dass wir nach dem 0:1 zurückgekommen sind und an sich geglaubt haben."
Manuel Neuer (Bayern München): "Das 1:1 ist ärgerlich. Wir haben uns das anders vorgestellt. Ich denke, wir haben mit dieser Mannschaft über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht und hätten den Sieg verdient gehabt. Aber so ist Fußball, das ist bitter. Wir waren einmal nicht hellwach und dann klingelte es (…) Das Thema (Flick contra Salihamdzic, A.d.R.) ist nicht so groß in der Mannschaft wie man es sich vorstellt. Dennoch sind alle Sachen, die von außen auf uns einprasseln, nicht vonnöten. Hansi Flick ist der richtige Trainer für uns, man hat ja gesehen, wie erfolgreich wir die letzten Zeiten verbracht haben."
Christopher Trimmel (Union Berlin): "Es schaut nicht schlecht aus mit dem Klassenerhalt. Dennoch wollen wir weitermachen, jeder kennt die Tabellensituation. Wir wollen weiterhin Gas geben. Insgesamt können wir besser Fußball spielen, am Ball waren wir zu hektisch. Wir wollten die Schwäche der Bayern mit den vielen Verletzten und der Doppelbelastung ausnutzen, aber das war nicht ideal. Defensiv haben wir es nicht schlecht gemacht, aber offensiv geht es besser."
Andreas Luthe (Union Berlin): "Ein unnötiges Gegentor, die wir den Ball nicht klären konnten. Musiala hat das gut gemacht, aber das können wir besser verteidigen. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, offensiv konnten wir nicht ganz so viele Akzente setzen, wie wir uns vorgenommen haben. Es war viel Laufarbeit, Bayern hat den Ball gut laufen gelassen, deswegen kein Vorwurf. Es war klar, wenn das Spiel lange eng bleibt, dass man hier auch was mitnehmen kann. Darauf haben wir auch spekuliert und sind am Ende dafür belohnt worden."

Das fiel auf: Alle Achtung, Stani!

Aufgrund der vielen Verletzten bei Bayern kam Josip Stanisic gegen Union Berlin zu seinem unverhofften Debüt in der Bundesliga. Der 21-Jährige, der sonst in der 3. Liga auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz kommt, machte seine Sache auf der linken Seite ordentlich. Der Youngster ließ gegen Bülter und Trimmel wenig zu und hatte im zweiten Durchgang gar eine Halbchance per Kopf. Unterm Strich standen zwei Torschüsse, eine Zweikampfquote von 70 Prozent sowie 92 Prozent angekommener Pässe. Ein sehr cooles Debüt für Stani!

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Unzählige Verletzte und einige geschonte Spieler machten aus dem Starensemble des FC Bayern eine echte Rumpfelf. Und so mussten anderen in die Bresche springen. Allen voran Jamal Musiala setzte viele Akzente und war an einige Aktionen beteiligt. So war es auch dem 18-Jährigen vorenthalten, das 1:0 zu markieren. Beim zwischenzeitlichen Führungstreffer ließ der Neu-Nationalspieler seine ganze Klasse aufblitzen. Erst behauptete Musiala die Kugel gegen Andrich, dann ließ er Knoche ins Leere laufen und behielt vor Luthe noch die Nerven.

Die Statistik: 16

Auf Thomas Müller ist unter Hansi Flick einfach Verlass. Eine Willensleistung des 31-Jährigen besorgte die zwischenzeitliche Führung durch Jamal Musiala. Für Müller war es nicht nur der erste Scorerpunkt gegen die Köpenicker. Mit 16 Vorlagen ist der Ur-Bayer der Vorlagenkönig in Europa. In 26 Spielen kommt Müller nun auf 26 Scorerpunkte in der Bundesliga. Eine starke Bilanz des Weltmeisters von 2014.
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