Bo Svensson wollte nach dem schweren Auswärtsspiel in Bremen (1:0) frische Kräfte und wechselte auf gleich fünf Positionen: Alexander Hack, Danny da Costa, Danny Latza, Robin Quaison und Jonathan Burkardt ersetzten Stefan Bell, Daniel Brosinksi, Dominik Kohr, Jean-Paul Boetius und Ádám Szalai.
Beim FC Bayern konnte Hansi Flick wieder auf Robert Lewandowski zurückgreifen. Der Pole stand ebenso in der Startelf wie Leon Goretzka und Leroy Sané, die gegen Leverkusen (2:0) noch auf der Bank saßen. Lucas Hernández (entzündeter Zeh) fehlte gänzlich, Jamal Musiala und Eric Maxim Choupo-Moting nahmen auf der Bank Platz.
Die Partie in Mainz brauchte keine lange Anlaufzeit, Benjamin Pavard gab früh einen Warnschuss ab (2.). Danach spielte nur noch eine Mannschaft: Die des 1. FSV Mainz 05. Burkardt überraschte Manuel Neuer früh mit dem 1:0 (3.), der Nationalkeeper sah bei diesem Treffer nicht gut aus.
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Drei Dinge, die auffielen: Lewy als zähneknirschender Romantiker
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Auch danach agierte Mainz mit drei Stürmern hervorragend und erwischte die Bayern, die nie zu ihrem Spiel fanden, auf dem falschen Fuß. Hack (10.) und da Costa (18.) trafen nur den Pfosten, Quaison scheiterte an einem glänzend reagierenden Neuer aus wenigen Metern (16.). So war Bayern mit dem 1:0 noch gut bedient.
Ansonsten agierte der Rekordmeister zu ideenlos in der Offensive, zu sorglos und sehr nachlässig in der Defensive. Mainz kam immer wieder zu schnellen Umschaltaktionen und nahm Joshua Kimmich durch Leandro Barreiro quasi in Manndeckung. Die 05er zeigten in jeder Minute der ersten Hälfte, wieso sie die fünftbeste Mannschaft der Rückrunde sind. Quaison erhöhte per Kopfball auf 2:0 (37.), was dem Spielverlauf eher entsprach. Auch danach zeigte Bayern keine Reaktion und hatte Glück, dass Goretzka innerhalb weniger Sekunden nicht zweimal verwarnt wurde.
Hansi Flick reagierte zur Halbzeit und brachte mit Choupo-Moting, Musiala und Tanguy Nianzou drei neue Kräfte. Sané, Coman und Goretzka blieben in der Kabine. Die Bayern hatten nach dem Wiederanpfiff deutlich mehr vom Spiel, dennoch blieb der erwartete Sturmlauf des Rekordmeisters aus.
Lewandowski war nie ein Faktor im Spiel, auch von den anderen Offensivkräften kam schlichtweg zu wenig. So wurde man das Gefühl nie los, dass Bayern dieses Spiel schon vor dem Anpfiff abgehakt hatte. So dauerte es bis zur 77. Minute, als Choupo-Moting einen Kopfball aufs Tor brachte.
Ansonsten kamen die Bayern zu selten in aussichtsreiche Positionen, Mainz verteidigte mit Leidenschaft rund um den eigenen Sechzehner. Mainz-Keeper Robin Zentner war nie wirklich gefordert - und musste dann doch hinter sich greifen. Lewandwoski nutzte eine zu kurze Kopfballrückgabe von Hack zum 1:2 (94.). Dieser Treffer war jedoch zu wenig.
Bei Mainz geht es übernächsten Montag, am 3. Mai (18:00 Uhr), mit dem Nachholspiel gegen Hertha BSC weiter. Die Bayern sind dann erst wieder am 8. Mai im Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach gefordert.

Stimmen zum Spiel:

Martin Schmitt (Sportdirektor FSV Mainz 05): "Wir hatten eine gute erste Halbzeit mit vielen Torchancen und eine solide Defensivarbeit in der zweiten Halbzeit und einen unbändigen Willen. Wir wollten das schaffen, uns selbst in die Geschichtsbücher eintragen. Siege gegen Bayern sind nie erwartet und daher mit die schönsten. Anhand des Jubels auf dem Platz hat man gesehen, dass das Team vernünftig damit umgeht. Wir sind nicht durch, die Spannung müssen wir hoch halten. Die Situation hat sich verbessert, wir haben drei Punkte mehr, aber es sind nur fünf Punkte Abstand. Wir haben noch nichts erreicht. Wir brauchen nicht nur Siege, wir müssen auch die richtigen Spiele gewinnen. Bo Svensson ist sicherlich ein großer Schlüssel. Die Statistik spricht für ihn, für das Team und für den ganzen Verein."
Manuel Neuer (FC Bayern): "Wir haben uns viel mehr vorgenommen, gerade auch, was in der ersten Halbzeit passiert ist, das war viel zu wenig von uns. So kannst du dieses Spiel nicht angehen. Es ist klar, dass die Mainzer richtig heiß sind, deshalb war es für uns auch schwer. Wir haben uns zu wenige Chancen herausgespielt und wurden für unsere Fehler bestraft. Wir waren nicht überrascht und wussten wie erfolgreich Mainz in den letzten Wochen gespielt hat. Dennoch war es von unserer Seite, was das Engagement betrifft, auch zu wenig. Beim 1:0 habe ich den Ball spät gesehen, es war auch ein Flatterball. Bei den anderen Bällen hatte ich Glück, in dieser Szene Pech. Diese Niederlage trifft uns schwer."

Das fiel auf: Mainz überrascht die Bayern mit drei Stürmern

Viele, wenn nicht sogar alle, hatten die Mainzer etwas defensiver gegen die spielstarken Bayern erwartet. Doch Bo Svensson bot mit Burkardt, Quaison und Onisiwo drei Stürmer auf und erwischte die Bayern damit auf dem falschen Fuß. Die ohnehin schon sehr sorglose Abwehr der Bayern war teilweise völlig überfordert mit den überfallartigen Kontern der 05er. So war der Rekordmeister mit dem 0:2 zur Halbzeit nicht gut bedient. Ein höherer Mainzer Sieg war durchaus im Bereich des Möglichen.

Tweet zum Spiel:

Dieses Bild steht sinnbildlich für den Mainzer Auftritt gegen die Bayern. Jonathan Burkardt (rechts) kämpfte wie die gesamte Mannschaft unermüdlich und aufopferungsvoll. Der Stürmer musste zur Halbzeit mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden. Leandro Barreiro war einer der Schlüssel zum Sieg. Bo Svensson machte es seiner Nummer 35 den Sonderbewacher von Joshua Kimmich. So konnte der deutsche Nationalspieler nie sein Spiel aufziehen und seine gefürchteten Bälle hinter die Abwehr spielen.

Statistik: 28

Bo Svensson schreibt seine Erfolgsgeschichte mit den Mainzern fort. Im 16. Spiel holte der FSV-Trainer seine Puntke 26 bis 28. Noch nie ist ein Trainer besser bei den Mainzern gestartet. Auch der Punkteschnitt von 1,75 kann sich sehen lassen. In dieser Statistik lässt Svensson sogar die Herren Jürgen Klopp (1,51) und Thomas Tuchel (1,43) hinter sich.
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(SID)

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