FCB-Trainer Hansi Flick stellte seine Startelf im Vergleich zum Pokalspiel gegen Düren auf insgesamt neun Positionen um. Dabei musste er auf Joshua Kimmich verzichten, der bei seiner Freundin, die das zweite Kind erwartete, in München weilte.

Arminia Bielefeld erwartete den deutschen Rekordmeister in einem sehr defensiven 4-5-1-System mit Fabian Klos als einzige Spitze. Dieser hatte allerdings schweren Stand gegen extrem dominante Münchner. Denn die Flick-Elf spielte druckvoll nach vorne, legte sich Arminia Bielefeld von Beginn an zurecht und erzielte bereits in der 8. Minute das frühe und verdiente Führungstor.

Bundesliga
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17/10/2020 AM 21:30

Niklas Süle eröffnete mit einem tiefen Ball auf Robert Lewandowski, der direkt weiterleitete auf Thomas Müller. Der Offensivmann spielt den Querpass im Strafraum auf Kingsley Coman, doch Amos Pieper blockt die Kugel und legt sie Müller so perfekt vor. Aus fünf Metern verwandelte der 31-Jährige problemlos.

Nach dem Führungstor behielten die Münchner den hohen Druck bei, ließen den Ostwestfalen kaum Zeit, um sich zu ordnen. Entlastungsangriffe waren in dieser Phase der Partie schlichtweg nicht vorhanden – das 2:0 lag in der Luft.

In der 25. Minute legten die Münchner schließlich nach. Leon Goretzka setzte sich stark auf der linken Seite durch, spielte den Ball auf Lewandowski, der aus 16 Metern den Abschluss suchte und unhaltbar ins linke Eck traf.

Bielefeld war überfordert mit dem dominanten Auftritt des Rekordmeisters, hatte aber in der 31. Minute aus dem Nichts die Chance auf den Anschlusstreffer. Torhüter Stefan Ortega spielte einen langen Ball auf Klos – David Alaba unterlief ein Stellungsfehler – der aus kurzer Distanz zum Abschluss kam. Manuel Neuer schmiss sich in den Schuss und rettete stark.

Die Münchner Antwort folgte in der Nachspielzeit. Müller passte den Ball von der Strafraumgrenze in die Box auf Lewandowski, der aus zwölf Metern aus der Drehung abzog. Der abgefälschte Schuss landete im linken Eck (45.+1).

Auch im zweiten Durchgang machten die Münchner motiviert und offensiv weiter, erzielten in der 51. Minute das 4:0. Lewandowski war auf dem rechten Flügel unterwegs und flankte punktgenau in die Mitte. Am ersten Pfosten war Müller zur Stelle und schoss die Kugel aus kurzer Distanz unter die Latte.

Mitten in die bayrische Dominanz spielte Arminia Bielefeld in der 58. Minute plötzlich einen Konter. Klos behielt nach einem langen Ball den Überblick, nahm Ritsu Doan mit. Aus 13 Metern halbrechter Position zog der Angreifer ab und traf flach zum 1:4 ins linke Eck.

Bitter aus Sicht der Münchner war neben des Gegentores auch ein Fehlpass des eingewechselten Javi Martínez, aus dem ein Konter der Bielefelder resultierte. Klos war auf dem Weg in Richtung Bayern-Tor, Corentin Tolisso räumte ihn per Grätsche ab und sah in der 76. Minute die Rote Karte.

Der deutsche Rekordmeister, bei dem die Neuzugänge Douglas Costa (65.) und Eric Maxim Choupo-Moting (85.) ihre Bundesliga-Comebacks feierten, ging in der Folge nicht mehr mit höchster Intensität in die Offensive und so blieb es letztlich beim verdienten 4:1-Erfolg beim der Münchner beim Aufsteiger.

Die Stimmen:

Robert Lewandowski (FC Bayern München): "Wir haben richtig gut gespielt, aber ich muss auch sagen, dass Arminia mit dem Ball gut gespielt hat. In der zweiten Halbzeit war es ein bisschen zu wenig von uns. Nach der Länderspielpause ist das erste Spiel immer wichtig."

Manuel Neuer (FC Bayern München): "Wir haben eine gute Leistung gezeigt. Wir konnte unser Spiel aufziehen und Arminia früh unter Druck setzen. Das war wichtig für uns, die Tore zu erzielen und dementsprechend haben wir ein gutes Gesicht gezeigt, ein gutes Spiel gespielt und leider ein Tor kassiert."

Fabian Klos (Arminia Bielefeld): "Wir haben schon - zu 80 Prozent - den Plan, den wir vor dem Spiel hatten, umgesetzt. Uns hat in der ersten Halbzeit in einigen Situationen ein bisschen der Mut gefehlt, die Situation noch ein bisschen klarer auszuspielen. Wir wollten tief stehen und es den Bayern schwermachen."

Das fiel auf: Länderspiel-Boost

Vor der Länderspiel-Pause machte der Champions League-Sieger ein Tief durch, verlor klar und deutlich 1:4 gegen die TSG 1899 Hoffenheim und siegte nur knapp gegen Hertha BSC (4:3). Es blieb bei einer kurzen Talfahrt, denn nach der Länderspielpause sind die Münchner zurück auf ihrem gewohnt hohen Niveau.

Gegen Arminia Bielefeld agierte die Flick-Elf wieder mit hohem und sehr aktivem Pressing gegen den Ball, im Spiel nach vorne zeigte sie sich frisch, kombinations- und passsicher. Die Länderspielpause war ein wichtiger Break für den deutschen Rekordmeister und diente als Boost auf Vereinsebene.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 18

Durch seine Tore gegen Arminia Bielefeld hat Lewandowski gegen sämtliche 18 aktuellen Bundesligisten getroffen. Auch gegen seinen Arbeitgeber – damals noch im Trikot von Borussia Dortmund. Insgesamt steht der 32-jährige Goalgetter bei 243 Toren in 325 Bundesliga-Spielen.

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