FC Bayern-Düren: 3 Dinge, die auffielen - Läuft für Choupo-Moting

Der FC Bayern München hat in der ersten Pokalrunde den Fünftligisten 1. FC Düren 3:0 (2:0) geschlagen. Dabei überzeugte Back-up Eric Maxim Choupo-Moting als Torjäger-Ersatz für Superstar Robert Lewandowski. Auch die weiteren Neuzugänge der Münchner spielten sich in den Vordergrund. Düren überzeugte in der Allianz Arena mit einem frechen und mutigen Auftritt. Drei Dinge, die uns auffielen.

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1. Choupo-Moting glänzt als Lewandowski-Ersatz

Eric Maxim Choupo-Moting hat bei seinem Pflichtspieldebüt für den FC Bayern München einen nahezu perfekten Einstand gefeiert. Beim 3:0 (2:0)-Pokalsieg der Münchner gegen den 1. FC Düren in der Allianz Arena erzielte der 31-jährige Kameruner zwei Treffern. Zudem holte Choupo-Moting den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:0 durch Thomas Müller heraus (36.).
"Ich freue mich, zurück in Deutschland zu sein, über meine beiden Tore und darüber das FCB-Trikot zu tragen. Es war ein gelungener Einstand", sagte der Matchwinner im Anschluss bei "Sky".
Choupo-Moting tat genau das, was sich die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters bei seiner Verpflichtung am letzten Tag der Transferperiode vom Ex-Pariser erhofft hatten: Der Stürmer überzeugte als Ersatz für Superstar Robert Lewandowski.
Der polnische Torjäger stand wie alle eingesetzten Nationalspieler, die am Vortag noch in der Nations League aktiv waren, nicht im Bayern-Kader. Auf der Bank nahmen ausschließlich Akteure aus der zweiten Mannschaft Platz.
"Natürlich weiß jeder, dass Bayern Lewandowski vorne hat. Aber jeder Spieler wird im Laufe der Saison wichtig. Der Trainer hat signalisiert, dass es Einsatzzeiten geben wird", hatte Choupo-Moting auf der Pressekonferenz bei seiner Vorstellung gesagt. Er sollte recht behalten.
Denn gegen Düren war der Kameruner ein stetiger Unruheherd in Strafraumnähe. Vor seinem Treffer zum 1:0 (23.) hatte Choupo-Moting bereits zwei gute Torchancen (12./18.). Auch in Durchgang zwei scheiterte er nur denkbar knapp an Kevin Jackmuth im Kasten des Fünftligisten (56.). "Choupo-Moting bringt Spielwitz mit und passt gut in unsere Spielweise, weil er mit dem Ball sauber unterwegs ist", lobte Mitspieler Thomas Müller nach Abpfiff bei "Sport1".
In der Tat zeigte Choupo-Moting gerade im zweiten Abschnitt seine technischen Qualitäten. In der 63. Minute setzte er sich im Strafraum gegen die Dürener Abwehr durch und überlupfte Torwart Jackmuth. Die Rettungsaktion von David Pütz kam erst hinter der Linie. Doch das Schiedsrichtergespann um Matthias Jöllenbeck verwerte dem Treffer die Anerkennung, da technische Hilfsmittel in der ersten Pokalrunde nicht zugelassen waren.
Choupo-Moting blieb aber torhungrig und brachte sich in der Schlussphase erneut in Position. Sein Schuss von der Strafraumgrenze ins linke Eck markierte den 3:0-Schlusspunkt (75.). Im Anschluss wechselte Trainer Hansi Flick ihn für Jann-Fiete Arp aus (77.).
Bis dahin hatte der 31-Jährige seine Chance eindrucksvoll genutzt, versprühte mit links, rechts, per Kopf und aus der Ferne Torgefahr. Ein würdiger erster Auftritt für einen Lewandowski-Ersatz. Für seine Leistung wurde Choupo-Moting zurecht als Man of the Match ausgezeichnet.

2. Bayern-Neuzugänge überzeugen

Nicht nur Choupo-Moting erlebte ein mehr als gelungenes Debüt im Bayern-Trikot. Auch die übrigen vier Neuzugänge fügten sich ordentlich ins Spiel der Münchner ein.
Besonders Rückkehrer Douglas Costa überzeugte als Aktivpunkt mit viel Spielwitz. Der Brasilianer war mal rechts, mal links und mal in der Mitte zu finden, forderte den Ball und suchte auch selbst den Weg zum Tor.
Insbesondere bei seinem Sololauf kurz vor der Halbzeit zeigte Costa sein ganzes Können, als er gleich mehrere Dürener austanzte und mit dem Außenrist das lange Eck anvisierte (45.). Eine Glanztat von Jackmuth verhinderte den Einschlag.
Beim Führungstreffer behauptete Costa den Ball und servierte ihn perfekt auf den durchstartenden Bouna Sarr, der zu Choupo-Moting querlegte. Sarr machte ähnlich wie Alphonso Davies auf der anderen Seite mächtig Betrieb auf rechts und ging immer wieder bis zur Grundlinie durch.
Neben dem 1:0 bereitete der französische Rechtsverteidiger auf den zweiten Treffer von Choupo-Moting mit einem beherzten Lauf nach vorne vor. Antreiber Sarr empfahl sich wie Costa und Choupo-Moting für weitere Aufgaben. "Sie haben Zeit gehabt zu zeigen, was sie können. Ich bin soweit zufrieden mit den Leistungen unserer Neuzugänge", meinte Trainer Hansi Flick bei "Sky".
Damit war auch der Auftritt vom Spanier Marc Roca gemeint. Der Spanier fungierte in Abwesenheit von Joshua Kimmich und Leon Goretzka auf der Doppelsechs neben seinem Landsmann Javi Martínez.
Auch wenn Roca weitaus unauffälliger als Choupo-Moting, Costa und Sarr agierte, versuchte der 23-Jährige im Mittelfeld die Fäden zu ziehen und als Taktgeber das Aufbauspiel der Münchner zu lenken. Zudem feuerte Roca zwei wuchtige Distanzschüsse in Richtung Dürener Kasten, scheiterte jeweils nur knapp (39./83.).
Einen entspannten Abend hingegen verbrachte Alexander Nübel im Tor der Bayern. Der Ex-Schalker vertrat Manuel Neuer, bekam aber trotz einiger vielversprechender Vorstöße des Fünftligisten nichts Gefährliches auf sein Gehäuse.

3. Düren mutiger als mancher Bundesligist

Beeindruckt zeigten sich die Bayern vom Auftritt des Fünftligisten aus Düren. Natürlich muss berücksichtigt werden, dass die Münchner mit einer B-Elf aufliefen, die in dieser Besetzung in Zukunft nicht mehr auf dem Platz stehen wird. Doch die freche Herangehensweise des Mittelrheinpokalsiegers in der Allianz Arena fiel positiv auf.
"Wir waren überrascht. Sie haben unsere Spielweise leicht kopiert. Sie haben sich versucht zu coachen und uns immer wieder anzulaufen", lobte Thomas Müller den Gegner bei "Sky". Die erste Torgelegenheit im Spiel gehörte nach nicht einmal 23 Sekunden den Gästen. Angreifer Marc Brasnic scheiterte aus kurzer Distanz per Kopf an Nübel.
"Düren hat das sehr gut gemacht, mit der ersten Aktion gleich gezeigt, was sie wollen, mutig nach vorne spielen. Wenn du so eine Chance hast im DFB-Pokal gegen einen höherklassigen Gegner, dann gibst du alles und das haben sie super gemacht", zollte auch Hansi Flick anerkennend seinen Respekt.
Acht Torschüsse in der Allianz Arena gaben die Gäste aus NRW ab. Auch wenn letztlich keiner Nübel vor ernsthafte Probleme stellte: Vom mutigen Spiel nach vorne gegen die Bayern sollte sich dennoch so mancher Bundesligist eine Scheibe abschneiden.
"Wir haben eine sehr gute Performance abgeliefert. Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute einen mutigen Auftritt hingelegt", meinte Dürens Coach Guiseppe Brunetto und Abwehrchef Mario Weber betonte: "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben ein sehr kräftezehrendes Spiel gemacht, ich hätte nicht gedacht, dass wir mit der Puste so lange durchhalten."
Die Gäste konnten zwar ihr Angriffspressing mit höchster Intensität nur etwa eine halbe Stunde durchziehen, doch auch für den Rest des Spiels igelte sich der Underdog nicht wie erwartet hinten ein, sondern agierte immer wieder mutig nach vorne. Mit dem 0:3 konnte Düren daher auch zufrieden sein, eine höhere Niederlage hätte der Fünftligist nach diesem erfrischenden Auftritt auch nicht verdient.
"Es ist ein Riesenerlebnis in der Allianz Arena gewesen zu sein und gegen den FC Bayern gespielt zu haben. Das ist ein Erlebnis für die Ewigkeit. Das ist sicher auch das, was hängen bleibt", brachte es Torhüter Jackmuth auf den Punkt.
Düren präsentierte sich als Einheit und genoss sichtlich den Auftritt auf der großen Fußballbühne.

Verbalathleten - Der Eurosport-Podcast:

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