FCB-Trainer Hansi Flick setzte in der Mission Tabellenführung auf Leroy Sané in der Startelf für den angeschlagenen Kingsley Coman. In der Mittelfeldzentrale begannen Joshua Kimmich und Corentin Tolisso, Leon Goretzka saß überraschend zunächst nur auf der Bank. Dort nahm auch Sommer-Neuzugang Tiago Dantas Platz, der seit diesem Jahr spielberechtigt ist.
Die komplett neu aufgestellten Mainzer – Christian Heidel, Martin Schmidt und Interims-Coach Jan Siewert – setzten auch auf dem Feld neue Impulse. Zwischen den Pfosten startete der 22-jährige Torhüter Finn Dahmen und feierte sein Debüt gegen den deutschen Rekordmeister.
Die Mainzer traten nicht nur mit neuem Personal, sondern auch mit neuem Gesicht an. Bereits in der 5. Minute hatte der starke Jonathan Burkardt die Chance auf das 1:0, scheiterte allerdings aus elf Metern am gut parierenden Manuel Neuer.
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In der 32. Minute knackten die Gäste schließlich die brüchige Münchner Abwehr. Danny Latza spielte einen hohen Ball in die Spitze, Jérôme Boateng ließ sich einfach abkochen, ging nach leichtem Schubser von Burkardt zu Boden und forderte Foulspiel. Derweil ging Burkardt auf Neuer zu und verwandelte aus zwölf Metern mit einem harten Schuss ins linke Eck.
Die Führung war verdient, denn die Münchner agierten schwach gegen den Ball und zeigten auch in der Offensive zu große Schwächen. Kamen die Münchner in Abschlussdistanz, fehlte die Abschlussqualität – Tolisso scheiterte gleich zweimal aus aussichtsreicher Position (17./ 27.).
Kurz vor der Halbzeitpause schockten die Mainzer den deutschen Rekordmeister zum zweiten Mal. Daniel Brosinski brachte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld in die Mitte, Alexander Hack bekam von Thomas Müller nur Geleitschutz und köpfte den Ball aus 14 Metern unhaltbar ins rechte Eck zur 2:0-Führung.
Flick reagierte und brachte zu Beginn des zweiten Durchgangs Niklas Süle für den überforderten Boateng und Goretzka für Benjamin Pavard. Bevor die Münchner jedoch antworten konnten, hatte Latza in der 48. Minute das 3:0 auf dem Fuß. Nach Querpass von Robin Quaison schoss er den Ball aus sieben Metern an den rechten Pfosten – Neuer war noch dran.
Danach begann der deutsche Meister mit seiner fulminanten Aufholjagd. In der 50. Minute brachte Kimmich den Ball von der rechten Seite auf den zweiten Pfosten auf Serge Gnabry, der hoch in die Mitte spielte. Robert Lewandowski verlängerte auf Kimmich, der aus acht Metern problemlos einköpfte.
Fünf Minuten später war es wieder Kimmich, der einleitete – mit einem Kurzpass auf Sané. Der deutsche Nationalspieler zog von der rechten Seite in die Mitte, suchte aus 18 Metern den Abschluss und verwandelte präzise ins linke Eck (55.).
Doch auch nach dem Ausgleich blieben die Mainzer punktuell gefährlich. Quaison traf aus 17 Metern nach einem fulminanten Schuss nur die Latte (58.). Insgesamt nahm der Dauerdruck der Münchner jedoch erheblich zu. In der 64. Minute fiel der vermeintliche Führungstreffer, doch Davies stand vor seiner Vorarbeit zum 3:2 im Abseits. Das anschließende Eigentor von Leandro Barreiro zählte nicht.
Sechs Minuten später holten die Münchner ihre Pflichten nach und waren nach einer Ecke zur Stelle. Kimmich brachte den Ball von der rechten Seite in die Mitte, Müller legte quer auf den eingewechselten Süle, der die Kugel volley im linken Eck unterbrachte (70.).
Die Münchner machten weiter, in der 74. Minute zog Gnabry von der linken Seite in den Strafraum ein und wurde von Barreiro per Grätsche gelegt – Elfmeter für die Münchner. Lewandowski trat vom Punkt an und verwandelte sicher ins linke Eck (76.). Für Gnabry ging es nach dem Foulspiel nicht weiter, er wurde verletzt ausgewechselt.
Den Schlusspunkt setzte Lewandowski in der 83. Minute mit seinem Doppelpack. Müller brachte den Ball von der rechten Seite in die Mitte, der Pole war aus sechs Metern zur Stelle und legte die Kugel über die Linie.

Die Stimmen:

Joshua Kimmich (FC Bayern München): "Die Mainzer haben in einer Raute gespielt und versucht, das Zentrum zuzumachen. Das haben wir gerade in der ersten Halbzeit nicht gut gemacht. In der zweiten Halbzeit sind wir dann auch mit einer komplett anderen Einstellung herausgekommen. In der ersten Halbzeit war das nicht nur spielerisch, sondern auch vom Kopf, von der Einstellung, vom Kämpferischen her zu wenig."
Leroy Sané (FC Bayern München): "Zurzeit brauchen wir immer einen Weckruf, um Vollgas zu geben und Tore zu machen. Im Endeffekt kostet das natürlich nochmal extra Kraft. Da müssen wir von der 1. Minute an wacher sein."
Jonathan Burkardt (1. FSV Mainz 05): "Die erste Halbzeit war gut. Wenn du ein 2:0 in München zur Halbzeit hast, musst du vieles richtig gemacht haben. Aber, dass man fünf Tore in einer Halbzeit kriegt, ist natürlich sehr, sehr bitter. Wir waren gut in der ersten Halbzeit, insgesamt war es okay, aber auch nicht mehr."
Finn Dahmen (1. FSV Mainz 05): "Für mich war es eine Riesensache, hier spielen zu dürfen. Schade, dass das Ergebnis am Ende so ausgefallen ist. Die erste Halbzeit ist wie im Traum gelaufen - es wäre wahrscheinlich auch zu schön gewesen, wenn ich zu Null gespielt hätte."

Der Tweet zum Spiel:

Die Münchner zeigten in den zwei Halbzeiten zwei Gesichter.

Das fiel auf: Rastlos ins neue Jahr

Die Münchner Erklärung für die abfallende Form kurz vor dem Jahreswechsel war zu Zeiten schnell gefunden: Viele Spiele, kaum Regeneration, zu hoher Belastungslevel. Umso froher war der Rekordmeister, dass es nach dem 2:1-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen in die kurze Weihnachtspause ging. Akkus aufladen, fokussieren und mit Volldampf zurück in die Triple-Form. Flick war vor der Partie siegessicher, sagte, die Mannschaft sei bereit und brenne. Gegen Mainz war die Leistung zunächst allerdings nicht mehr als ein kleines Fünkchen. Die größte Problematik ist bei den Münchnern nach wie vor die extrem schwache Arbeit gegen den Ball. Boateng und David Alaba fanden keine Ordnung und Zweikampfstärke, Alphonso Davies erlaubte sich zu viele Ballverluste und Fehlpässe, Tolisso war in der Arbeit gegen den Ball kaum zu sehen. Mit den Wechseln zur zweiten Halbzeit kam die Wende. Insgesamt war es dennoch ein erschreckender Start ins Fußballjahr 2021 – trotz aufgeladener Akkus.

Die Statistik: 8

Zum achten Mal in Folge gerieten die Münchner in der Bundesliga mit 0:1 in Rückstand. Negativer Vereinsrekord. Die Münchner verloren dennoch kein einziges Mal, holten fünf Siege und drei Unentschieden.
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